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Brauchtum in Mering

29.04.2016

Maibaumfeier ohne Maibaum

Vor allem der Boandltanz ist beim Meringer Maibaumfest ein Hingucker. Doch heuer wurde der Baum aus Sicherheitsgründen kurz vorm Fest abgebaut.
Bild: Heike John

Nein, Diebe sind nicht daran schuld. Vielmehr  hat die Gemeinde selbst in Mering den Maibaum abgebaut - aus Sicherheitsgründen.

„Wo ist der Meringer Maibaum hin?“, fragen sich seit etwa zwei Wochen die Bürger. Freche Diebe haben diesmal wider Erwarten nichts mit seinem Verschwinden zu tun. Schuld sind vielmehr die Sicherheitsvorschriften.

Ganz kurzfristig musste der 30 Meter hohe Traditionsstamm umgelegt werden. Zu große Sicherheitsbedenken äußerte der Statiker. Auslöser dafür, dass aus der Maibaumfeier nun ein Frühlingsfest ohne Baum wird, war ein Rundschreiben der Versicherungskammer Bayern mit dem Hinweis, man möge die Sicherheit der Maibäume überprüfen. Marktbaumeister Armin Lichtenstern folgte der Aufforderung sofort, und was der Statiker feststellte, führte zur sofortigen Beseitigung. Neben einer zu hohen Feuchtigkeit im Stamm monierte der Fachmann auch, dass die gewählte Halterung nicht mit dem Durchmesser des Stammes übereinstimme. Ein darüber hinwegfegender Wind könne den Maibaum deshalb zu Fall bringen. „Wenn dies ein Fachmann sagt, dann werde ich den Teufel tun, dies nicht zu befolgen“, erklärte Bürgermeister Hans-Dieter Kandler, warum zwei Wochen vor der Maifeier der Traditionsbaum abgebaut werden musste. „Die Einwände scheinen mir logisch zu sein, nach neuem technischen Standard ist die Halterung eben nicht mehr zulässig“, kommentierte er. Um zu vermeiden, dass Feuchtigkeit in den Stamm kriecht, sei auch eine oberirdische Halterung zweckmäßiger. Dafür sei mit Kosten im deutlich fünfstelligen Bereich zu rechnen, schätzt Kandler. Die Sache muss nun schon bald dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt werden, denn im nächsten Jahr will der Trachtenverein laut seinem Vorsitzenden Wolfgang Loder wie geplant wieder einen neuen Maibaum errichten. Bei dieser Debatte dürfte auch die Standortfrage erneut aufkommen, denn an der Busbucht war er vielen schon immer ein Dorn im Auge. „Dies dürfte der schwierigste Teil im Entscheidungsprozess werden“, glaubt der Bürgermeister. Bis dahin wird Merings Ortsbild nun ein Jahr ohne Maibaum auskommen müssen. Und auch die traditionelle Maifeier des Heimat- und Volkstrachtenvereins Almarausch am Marktplatz am morgigen Sonntag findet heuer erstmals ohne Maibaum statt.

Dieses Schicksal drohte wie berichtet ja auch in Kissing, wo die Feuerwehr jedoch den geklauten Baum noch rechtzeitig auslösen konnte. Am Samstag wird der stattliche Fichtenstamm mithilfe eines Baukrans aufgebaut und am Sonntag findet die Maifeier mit vorausgehender Floriansmesse im Feuerwehrhaus statt.

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Der Merchinger Burschenverein stellte erst im letzten Jahr einen neuen Baum auf. Halbjährlich wird seine Standsicherheit nun kontrolliert und am Ständer nachgeschraubt, bis 2018 wieder ein neuer Traditionsstamm errichtet wird.

Ganz anders verfährt die Hörmannsberger Dorfjugend. Sie stellt alle zwei Jahre einen frischen, ungeschälten Baum auf, an dem sogar Wipfel und Zweige dranbleiben. Der bleibt dann allerdings nicht mal ein Jahr stehen, sondern wird gleich im Herbst wieder umgelegt. Am Sonntag ab 11 Uhr lädt die Dorfjugend wieder zu dem Ereignis ein.

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