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Auftritt

03.01.2019

Orchester bedient die Reise-Sehnsucht

Sie begeisterten beim Neujahrskonzert: (von links) Berthold Masing (Violine), Nina Karmon (Violine), Carl Graf (Flügel), Pilvi Heinonen (Violincello) und Uwe Gerster (Kontrabass).
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Die Musiker der Serenata Leonberg verpacken mit Carl Graf ihre Neujahrswünsche in Merching in ein musikalisches Feuerwerk. Die Veranstalter freuen sich über zahlreiche Besucher

Das Jahr 2019 begann für die Organisatoren der „Kultur im Pfarrsaal“ um Heinz Maier mit einer großen Überraschung: Mehr als 120 Zuhörer kamen zum Neujahrskonzert. Dort begrüßten sie die Musiker der Serenata Leonberg mit Berthold Masing (Violine), Nina Karmon (Violine), Pilvi Heinonen (Violincello) und Uwe Gerster (Kontrabass). Wie immer zu diesem besonderen Konzert am Klavier Carl Graf, der mit seinen Gedanken und Wünschen zum Neuen Jahr dem Konzert einen besonderen Nachhall verlieh.

Festlicher und fürstlicher hätte man wohl gar nicht beginnen können als mit Händels lebensfroher und voll Geschmeidigkeit auch musikalisch glänzender „Ankunft der Königin von Saba“ aus dem Salomon-Oratorium. Ehrfürchtig lauschte das Publikum der barocken, musikalischen Pracht – doch die, so betonte Carl Graf, rühre nicht von den unermesslichen Schätzen, sondern vor allem von der Weisheit, die die Königin bei dem weisen Salomon suche. „Weisheit“ im „Privaten“ und auch im „Gemeinwesen“ war zugleich der erste Wunsch für die Zuhörer. So strahlend der folgende „Gold und Silber“-Walzer arrangiert war – etwas „hohles Geklingel“ sei aber doch selbst in den Noten miteingearbeitet, fand Graf, und wiederholte die entsprechende Passage am Flügel.

Es sei vermessen, ein Jahr „ohne Sorgen“ zu wünschen, aber einen Platz, wo man alle Sorgen abladen kann, war der zweite herzliche musikalische Wunsch der Musiker mit der gleichnamigen schwungvollen Polka von Josef Strauß. Für ein spannendes lyrisches Intermezzo sorgten „Die Vineta-Glocken“ von John-Lindsay-Theimer, die mahnend für ein friedliches Gemeinwohl schlugen. In der gleichnamigen Sage über diese Glocken hatten die Einwohner ihre Weisheit gegen Reichtum eingetauscht und in einer schrecklichen Sturmflut versank die ganze Stadt, nur die Glocken sollen manchmal zu hören sein.

Der „Sehnsucht“, die man vor allem beim Reisen so angenehm mit Überraschendem und Neuem erfüllen kann, widmete sich die zweite Hälfte des Konzerts. Fehlen durfte dabei nicht der von dem Ensemble so sehr geschätzte Franz Grothe, der sich „Mit euch, ihr Wolken“ nach Süden aufmachte. Die Zuhörer erwartete ein „Sizilianisches Ständchen“ von Gerhard Winkler, eine temperamentvolle Tarantella „La Danza“ von Giacomo Rossini, es wurde ein „bisserl wienerisch“, bis man musikalisch wieder von „Österreich nach Bayrischzell“ zurückkam.

Bevor die Musiker „Al Fine“ (dem Ende zu) kamen, wünschten sie den Zuhörern, dass sie nie so ins Gedränge kämen, wie es musikalisch in dem Stück zum Ausdruck kam. Hoffnungsvoll schloss sich der musikalische Kreis mit einem bezaubernden Arrangement des ersten Satzes der Sonate in G-Dur des Barockkomponisten Giovanni Battista Pergolesi. Barock sei der letzte gemeinsame europäische Stil gewesen, erinnerte Graf – obwohl die nationalen Einflüsse auch sehr viel Vielfalt hervorgebracht hätten, gelte es gerade 2019 wieder besonders, die zu Beginn gewünschte Weisheit für das Gemeinwesen mit Bedacht einzusetzen.

Dass dies mit Musik auch 2019 deutlich leichter gehen wird, bewiesen die furios gespielte und begeistert angenommene Zugabe von Hans Zanders „Zigeunertanz“ und der obligatorische viel beklatschte „Radetzky-Marsch“.

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