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Verkehr

03.11.2017

Pflanztröge sichern den Dorffrieden in Hofhegnenberg

Über ein Dutzend Pflanztröge zur Verkehrsberuhigung freuen sich (von links) die Bürgermeister Michael Reichlmayr und Paul Wecker sowie Margot Hofmann und Reinhard Elbl.
Bild: Peter Stöbich

Bei einer Tempo-30-Zone auf der Herzog-Wilhelm-Straße spielt das Landratsamt nicht mit. Trotzdem werden die Autofahrer in Hofhegnenberg jetzt gebremst

Nach jahrelangen Diskussionen ist jetzt der Dorffrieden endlich wieder hergestellt: In Hofhegnenberg bremsen seit dem Wochenende zwölf große Pflanztröge den Verkehr in der Herzog-Wilhelm-Straße. Damit haben die Mitglieder der Interessengemeinschaft „Lebenswertes Dorf“ einen Teilerfolg erzielt, nachdem das Landratsamt bei einer Tempo-30-Lösung nicht mitgespielt hatte (wir berichteten).

Im Kampf um eine Verkehrsberuhigung hatte es während der vergangenen Jahre teils turbulente Auseinandersetzungen gegeben. Im Mittelpunkt der Debatten stand die Sicherheit vor allem von Kindern und älteren Leuten, sagt Reinhard Elbl, Sprecher der Interessengemeinschaft: „D enn viele Autofahrer rauschen hier durch, dass es nur so knallt!“ Ihm und seinen Mitstreitern ging es noch um etwas anderes: „Die Jahrzehnte alte Straße ist total kaputt. Und je schneller die Autos fahren, desto stärker wird sie belastet.“

Deshalb gab es den Vorschlag, mit Verweis auf die Straßenschäden übergangsweise die Vorfahrtsregelung zu ändern und Tempo-30-Schilder aufzustellen. Wird die Straße dann in einigen Jahren saniert und neu gestaltet, könne dies bei Bedarf auch wieder geändert werden. Bei einer Unterschriftenaktion hatten sich rund zwei Drittel aller Hofhegnenberger für Tempo 30 im Ort ausgesprochen.

Bürgermeister Paul Wecker befürchtete bei einer solchen Regelung als Nachteil, dass bei einem späteren Ausbau der Straße möglicherweise geringere Fördergelder fließen, wenn diese nicht mehr als Hauptverkehrsachse gilt. Wecker war sogar ins Landratsamt gefahren, um alle Chancen für die erwünschte Temporeduzierung persönlich mit der Verkehrsbehörde zu besprechen. Doch die Herzog-Wilhelm-Straße ist eine Hauptverkehrsstraße im Ort und damit gilt Tempo 50. Nur wenn ganz bestimmte Bedingungen gegeben sind, wie etwa eine Unfallhäufung oder ein an der Straße gelegener Kindergarten, wäre eine Abweichung möglich gewesen.

Doch gemeinsam fand man schließlich eine befriedigende Übergangslösung. Die Interessengemeinschaft machte bei einem Seminar zur Erstellung eines Gemeindeentwicklungskonzepts Vorschläge, wie sich auch ohne Tempolimit eine Verkehrsberuhigung realisieren lasse. Und so wurde die Straße zwischen Kriegerdenkmal und der Abzweigung Badangerstraße jetzt mit einem Dutzend Pflanztrögen verengt und verschwenkt; dafür hat die Gemeinde 19000 Euro investiert.

Die Polizei sah keinen Handlungsbedarf, denn solange alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, sind diese Veränderungen rechtens. Die Anwohner hatten zugesagt, sich mit Eigenleistungen an Bepflanzungen aktiv zu beteiligen.

„Dank intensiver Gespräche ist es gelungen, mit dem gesamten Gemeinderat einen vernünftigen Konsens zu finden“, freut sich Elbl. Er würde sich zwar nach wie vor Tempo 30 für die Herzog-Wilhelm-Straße wünschen, ist mit der jetzigen Lösung aber ganz zufrieden. „Wie es dann in einigen Jahren weitergehen wird, müssen wir sehen.“

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