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Asylbeauftragte

15.02.2017

Sie meistern täglich neue Herausforderungen

Petra Hamberger (links) und Marlene Weiss kümmern sich um die Belange der Asylbewerber in der Gemeinde Kissing. Trotz täglich neuer Herausforderungen und seelischer Belastungen machen sie ihre Tätigkeit sehr gerne.
Bild: Heike Scherer

Aktuell suchen Marlene Weiss und Petra Hamberger in Kissing junge Erwachsene für die Freizeitgestaltung mit Flüchtlingen und für die Lernhilfe

Marlene Weiss räumt noch gespendete Kleidungsstücke ein, bevor der Kleiderladen in der Auenstraße öffnet. Ihre Kollegin Petra Hamberger sitzt schon am Computer im Büro und erledigt den nötigen Schriftwechsel mit Behörden, Ärzten oder Gerichten. Seit mehr als einem Jahr arbeiten die beiden Frauen offiziell 20 Wochenstunden als Asyl- und Integrationsbeauftragte in Kissing.

Es fallen jedoch vermehrt Überstunden an und abends erledigen sie in ihrer Freizeit noch Anfragen, die sie über das Handy erhalten haben. Der Beruf ohne genaue Stellenbeschreibung gefalle ihnen gut, sei aber derzeit bei vielen Abschiebungen von gut integrierten Afghanen, Pakistani und Menschen aus verschiedenen afrikanischen Staaten sehr bedrückend, verraten sie. Sie freuen sich, dass viele Ehrenamtliche ihnen helfen, wünschen sich aber mehr junge Menschen, die mit ihren Schützlingen etwas unternehmen oder sie beim Lernen unterstützen wollen.

Petra Hamberger arbeitete bei der Raiffeisenbank Kissing-Mering in der Organisationsabteilung und führte auch Schulungen durch. Seit 2009 beteiligte sie sich außerdem ehrenamtlich am Besuchsdienst in der Senioreneinrichtung Haus Gabriel. Ihr Wunsch war es, ihre organisatorischen Kenntnisse in einem sozialen Beruf anzuwenden und sie nahm die Stelle als Asyl- und Integrationsbeauftragte im Mehrgenerationenhaus als neue Herausforderung gerne an. Marlene Weiss – ausgebildete Einzelhandelskauffrau – leitete zwanzig Jahre das Kinderhaus Regenbogenkinder in Kissing. Sie interessierte sich schon Anfang 2014 in Mering für Asylarbeit. Bevor im September desselben Jahres in Kissing die ersten Asylbewerber erwartet wurden, fragte sie Bürgermeister Manfred Wolf, ob sie sich in der eigenen Gemeinde engagieren wolle. Diese Bitte nahm sie an und leitete gemeinsam mit Matthias Hamann den neu gegründeten Asylhelferkreis. Die Teilzeitstelle als Asylkoordinatorin der Gemeinde bekam sie im Herbst 2015.

Sie meistern täglich neue Herausforderungen

Jeden Dienstag findet im Gemeinschaftsraum der Auenstraße 12 b von 19 bis 21 Uhr ein interkultureller Treff statt. „Wir spielen Tischtennis, Kicker oder suchen ein Gesellschaftsspiel aus. Außerdem ist viel Zeit für Gespräche“, erzählt Petra Hamberger. Sie wünscht sich für diese Abende mehr junge Besucher ab 18 Jahren, weil der Großteil ihrer Schützlinge jünger als 30 Jahre alt ist und gerne mit Gleichaltrigen die Freizeit verbringen möchte.

Jedes Vierteljahr gibt es außerdem ein großes Fest für Asylbewerber und -helfer mit einem bestimmten Motto. Das Essen ist international und umfasst Speisen aus dem Senegal, Syrien, Eritrea oder Pakistan. Manchmal gibt es Livemusik oder einen gemeinsamen Zumba-Tanz, den Brigitte Springer für die Besucher anbietet. Desserts oder Süßigkeiten können gerne zu den Feiern mitgebracht werden, sagt Petra Hamberger. Im Winter steht eine große Feuerschale zum Grillen bereit.

Dringend sucht sie 40 Zimmer oder Wohnungen für anerkannte Syrer und Eritreer, die seit Herbst 2016 im Landkreis Aichach-Friedberg bleiben müssen, wenn sie nicht ein Studium, eine Ausbildung oder eine Vollzeitstelle in einer anderen Stadt beginnen können. Für den Kleiderladen werden Herrenfahrräder und Tischtenniszubehör benötigt.

„Wir werden von allen Bewohnern respektiert und können alles alleine regeln“, erzählt Marlene Weiss. Sie werde eher als Mutter angesehen, Petra Hamberger als der gute Kumpel. Mit ihren Kollegen in Mering, Friedberg, Dasing und Affing halten sie Kontakt, treffen sich regelmäßig und tauschen sich über Erfahrungen und Ideen aus.

Die Kissinger Asyl- und Integrationsbeauftragten Petra Hamberger und Marlene Weiss freuen sich über neue Helfer, Vorschläge und Wohnungsangebote unter info@mgh-kissing.de oder Tel. 01578/3262821 beziehungsweise 01511/4972672.

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