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19.07.2010

Stadt will keine neuen Spielhallen

Königsbrunn Wieder sollen in Königsbrunn Spielsalons eröffnet werden und wieder wollen die Stadträte das verhindern. Seit vor drei Jahren ein TV- und Hifi-Fachgeschäft auszog, stehen Geschäftsräume eines Hauses in der Haunstetter Straße leer. Jetzt will der Gebäudebesitzer dort gleich zwei Spielsalons unterbringen, die 23 Stunden am Tag, von sechs Uhr morgens bis fünf Uhr früh, offen sein sollen. Doch es regt sich Widerstand.

Der einstige Laden soll in zwei je 100 Quadratmeter große Spielhallen - mit jeweils separatem Eingang und eigenen Sanitäranlagen - umgebaut werden. Das ist ein üblicher "Trick". Mit der Aufteilung von großen Flächen in mehrere getrennte Spielstätten umgehen Spielhallenbetreiber die gesetzliche Regelung, die große Vergnügungsstätten mit Spielflächen von über 100 Quadratmetern nur in Kerngebieten zulässt. Das Haus in der Haunstetter Straße 103 liegt in einem Mischgebiet mit überwiegender Wohnnutzung. In dem Gebäude selbst befinden sich mehr als ein Dutzend Wohnungen.

Grüne: 72 Prozent der Süchtigen spielen an Automaten

Aus diesem Grund empfahl die Bauverwaltung den Stadträten, das Vorhaben abzulehnen. "Damit ist alles gesagt", fand Florian Kubsch (SPD), der genauso wie alle Kollegen im Bauausschuss des Stadtrates das Umbauvorhaben ablehnte. Alwin Jung (Grüne) will alles daran setzten, dass dort keine weitere Spielhalle entsteht, denn er weiß: "72 Prozent der Spielsüchtigen spielen an Automaten".

Bereits im April dieses Jahres hatte der Bayerische Städtetag die Möglichkeit, eine Spielautomatensteuern zu erheben. "Den Städten geht es nicht um den Ertrag aus einer neuen Steuer. Mit einer Spielautomatensteuer lassen sich die kommunalen Finanzprobleme nicht lösen", sagte damals der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Hans Schaidinger. Sorge bereitet den Kommunalpolitikern der sprunghafte Anstieg von Spielhallen, deren Zahl sich in den letzten zehn Jahren in Bayern verdoppelt hat. Auch Augsburg leidet derzeit unter einer Spielhöllen-Flut.

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