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Kissing

02.07.2018

Wie das Dach der Paartalhalle saniert wird

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Das Dach der Paartalhalle in Kissing wird zurzeit umfassend saniert. Unter dem Bauzelt werden die Fenster ausgetauscht.
Bild: Philipp Schröders

Durch die komplette Paartalhalle in Kissing ziehen sich zurzeit Stahlrohre. Sie halten ein Baugerüst, von dem aus die Arbeiter an die Abdeckung herankommen.

Nur wenige dürfen die Kissinger Paartalhalle während der Sanierungsarbeiten betreten. Wer das Vorrecht hat, dem eröffnet sich zurzeit ein eindrucksvolles Bild. Zahlreiche Stahlrohre ziehen sich in alle Richtungen durch die ganze Sporthalle. Das Baugerüst hält eine Plattform etwa auf einer Höhe von 6,50 Meter. Die dient dazu, dass die Arbeiter von unten an das Dach herankommen.

Wie berichtet, wird das zurzeit umfassend saniert. Bei einem Rundgang erklärt die Architektin Birgit Wossnig begleitet von Bürgermeister Manfred Wolf und Bauamtsleiter Alfred Schatz den Fortgang der Arbeiten an dem rund 30 Jahre alten Gebäude. Unter dem Dach sind vor kurzem die Seekieferplatten – sie dienen als Abdeckung – abgenommen worden. Laut der Architektin handelt es sich um eine Fläche zwischen 700 und 800 Quadratmetern. Die Platten werden nun gelocht. Später sollen sie – mit einer dämpfenden Schicht hinterlegt – wieder montiert werden. Das diene der Verbesserung der Akustik. „Die Halle war etwas zu laut“, sagt Wolf. Laut Wossnig wird die Maßnahme eine „deutlich wahrnehmbare Verbesserung“ bringen.

Neue LED-Technik für die Paartalhalle

Die Zeit, in der die Platten fehlen und die Konstruktion offen ist, wird genutzt, um neue Rohre und die Leitungen für die LED-Technik zu verlegen. Wolf gibt zu bedenken: „Die Beleuchtung ist inzwischen 30 Jahre alt.“ Daher werde nun alles erneuert. Die moderne LED-Technik hat laut Bauamtsleiter Schatz drei Vorteile: Sie wird staatlich gefördert, ist stromsparend und heller.

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Die Rohre werden für das Entwässerungssystem gebraucht. Wie Wossnig erklärt wird zudem eine Notentwässerung eingebaut, die bisher nicht vorhanden war. „Das Ganze wird auf heutige Anforderungen aktualisiert“, erklärt die Architektin.

Ingenieure der Landesgewerbeanstalt nutzten die frei zugänglichen Bereiche für die sogenannte „wiederkehrende Bauwerksprüfung“. Dabei geht es um die Standsicherheit der Tragwerkskonstruktion. Wolf sagt: „Die konnten am offenen Herzen alles überprüfen.“ Das Ergebnis fiel erleichternd aus: Am Stahltragwerk ist alles in Ordnung. „Keine Korrosion“, sagt Wossnig. Nur ein paar minimale Ausbesserungen seien notwendig gewesen.

Alle drei betonen, dass das Erscheinungsbild der Halle gleich bleibe. Das Urheberrecht werde nicht beeinträchtigt. Das Dach der Halle sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr saniert werden, doch dann schaltete sich der ursprüngliche Architekt Herbert Bühler ein. Er sah sein Urheberrecht durch die ersten Pläne beeinträchtigt und drohte mit rechtlichen Konsequenzen. Die Unstimmigkeiten wurden jedoch aus dem Weg geräumt. „Es ist alles mit dem Urheber abgestimmt“, sagt Wossnig.

Viel Arbeit steht oben auf dem Dach an. Am Freitag sind mit einem großen Kran die Gläser dorthin gehievt worden. Seit Montag werden sie nach und nach ausgetauscht. Wie Wossnig erklärt, geschieht das in vier Schritten. Die schräg zulaufenden Verglasungen, die durch zwei Flachdächer unterbrochen sind, werden dazu einzeln mit einem Bauzelt überdacht. Durch die Planen kann kein Regen eindringen. So ist es möglich, in einer ganzen Reihe die Fenster herausrauszunehmen. Ansonsten müsste jedes Einzelne nach und nach, je nach Wetterlage, ausgetauscht werden. „Das ist eigentlich gar nicht zu bewerkstelligen“, sagt Wossnig. Das Glaserunternehmen, das den Austausch vornimmt, hat laut der Architektin extra ein Gerät gebaut, um die Glasplatten auf dem Dach zu bewegen. Eine ist immerhin 2,30 Meter hoch und wiegt 120 Kilogramm. Eingesetzt werden sie letztlich mit Saugnäpfen.

Für die neue Dämmung muss es trocken sein

Zurzeit können die Arbeiten auch bei Regen fortgeführt werden. Lediglich bei einem schweren Sturm müssten sie ausgesetzt werden. Anders sieht es aus, wenn es an die Dämmung der Flachdächer geht. Zurzeit ist das alte Material komplett abgetragen. Ein Notdach sorgt dafür, dass kein Wasser in die Halle eindringt. Sind die Verglasungen fertig, geht es an die Dämmung des Flachdachs. Die Abdichtung ist dann der letzte Schritt. Dafür müsse es allerdings trocken sein, erklärt Wossnig. In dieser Phase werde man dann also sehr vom Wetter abhängig sein.

Im Hinblick auf den Fortgang der Arbeiten sagt Wolf: „Soweit ich das mitbekomme, läuft die Baustelle planmäßig.“ Bei so einem komplexen Vorhaben ließe sich aber nicht ausschließen, dass es Verschiebungen gebe. Grundsätzlich gelte: Qualität vor Schnelligkeit. Der Plan sieht vor, dass die Arbeiten Mitte September abgeschlossen werden.

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