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Ernährung

15.07.2019

Das sind die deutschen Alternativen zu Superfoods

Superfoods sind mittlerweile salonfähig in den Supermärkten. Oftmals gibt es aber eine regionale Alternative.
Bild: Mohssen Assanimoghaddam/Illustration , dpa

Acai-Beeren, Chia-Samen und Co.: Superfoods liegen im Trend. Doch oft gibt es zu den exotischen Früchten auch regionale Alternativen. Die sind oftmals sogar günstiger.

Beim Einkaufen muss heute alles super sein. Das Müsli wird zur Superfoodflocke, der Saft zum Super-Power-Matcha-Smoothie und der Joghurt zur Superproteinquelle mit Chiasamen. Der Einkaufsladen ist mittlerweile das, wofür er steht: ein Supermarkt. Und Essen hat spätestens seit Instagram keinen reinen Überlebenszweck mehr. Es ist viel mehr eine Philosophie, ein Lifestyle. Wer seine Gojibeeren neben die Quinoapuffer auf das Kassenband legt, zeigt "ich habe mein Leben im Griff, ich lebe gesund, ich kümmere mich um meinen Körper" - frei nach dem Motto "du bist was du isst". Ende der 2000er prägte das Marketing den Begriff des Superfoods. Um die Jahrtausendwende machte eine Marketingkampagne die Avocado in den Supermärkten salonfähig.

Acai-Beeren, Matcha-Pulver und Co. sollen reichhaltig an Vitaminen und Mineralstoffen sein. Manche Superfoods sollen schlank machen und andere eine entgiftende Wirkung haben. Gemeinsam haben sie, dass alle aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt nach Deutschland importiert werden und relativ teuer sind. Dabei gibt es in der Region günstige Alternativen.

 

Die Avocado ist laut der Ernährungsberaterin Sabine Hülsmann von der Verbraucherzentrale Bayern ein Superfood. Denn die Frucht sei sehr fettreich und habe einen hohen Anteil an gesunden Fetten, den ungesättigten Fettsäuren. Die könne der Körper nur über die Nahrung aufnehmen. Als regionale Alternative bieten sich Walnüsse an. Mit denen lasse sich zwar keine Guacamole pürieren, aber dafür seien sie nachhaltiger, sagt die Ernährungberaterin.

Quinoa wird in den Anden angebaut. Die Körner lassen sich wie Reis in Wasser kochen. Hafer oder Hirse sind deutsche Alternativen.
Bild:  Andrea Warnecke, dpa

Quinoa oder auch das Gold der Inka wird unter anderem in Peru angebaut. Die Pflanzenart gilt wegen des hohen Protein- und Eisengehalts als Superfood. Deshalb ist Quinoa gerade für Veganer eine interessante Alternative. Hülsmann erklärt, dass die Pflanze aus Südamerika auch für Menschen, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, geeignet sei. Regionale Alternativen seien beispielsweise Hafer und Hirse.

 

Chia-Samen gelten als besonders gesund: Sie enthalten viele Omega-3-Fettsäuren.
Bild: Andrea Warnecke, dpa

Chia-Samen sind eine Quelle für Proteine, Ballaststoffe und Omega-3-Fettsäuren. Ursprünglich kommt das Superfood aus Mexiko, inzwischen ist die Pflanze auch in Spanien kultiviert. Das lokale Äquivalent sind Leinsamen. Die kosten im Supermarkt oft nicht einmal die Hälfte der Chia-Samen. "Wem es um die Omega-3-Fettsäuren geht, der kann auch auf Rapsöl zurückgreifen", sagt Sabine Hülsmann.

Deutsche kennen die Goji-Beere fast nur getrocknet.
Bild: Holger Hollemann, dpa

Goji-Beeren sind laut Sabine Hülsmann reichhaltig an Vitamin C. Der Gemeine Bocksdorn, wie die Goji-Beere eigentlich heißt, habe denselben Vitamin-C-Gehalt wie Orangen. Allerdings ist die Beere teuer. Ein halbes Kilo kostet rund zehn Euro im Supermarkt. Eine günstige Alternative sind schwarze Johannisbeeren. Die hätten zudem den Vorteil, dass sie nicht wie die Goji-Beere Medikamente beeinflussen können, erklärt Hülsmann.

 

Die Acai-Beeren kommen aus Südamerika.
Bild: Werner Rudhart, dpa

Acai-Beeren wachsen als Palmenfrüchte in Südamerika. "Sie haben einen hohen Fettgehalt und besitzen viel Calcium", sagt Hülsmann. Die Ernährungsberaterin empfiehlt deshalb Heidelbeeren oder Brombeeren. In beiden seien ähnliche Inhaltsstoffe wie in den Acai-Beeren.

Regionale Produkte können mit Superfoods mithalten

Die regionalen Produkte können laut TÜV-Süd mit den Exoten locker mithalten. Sie sind ebenso wertvoll in ihren Inhaltsstoffen, haben laut Angaben die viel bessere Ökobilanz und schonen den Geldbeutel. Der Nährstoffvergleich zeigt zudem, dass in puncto Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe große Ähnlichkeiten bestehen. Auch in den so genannten "sekundären Pflanzenstoffen" schneiden sie nicht schlechter ab. (mit dpa)

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