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Haustiere
13.06.2021

Nierenprobleme verhindern: So trinkt Ihre Katze genug

Katzen waren ursprünglich Wüstentiere. Ihr Körper spart Wasser. Zum Trinken muss man sie deshalb oft animieren.
Foto: Bundesverband für Tiergesundheit, dpa

Dass Katzen zu wenig Flüssigkeit aufnehmen, ist eine der häufigsten Sorgen von Haltern. Verständlich, denn rund 30 Prozent der Tiere leiden im Alter an Nierenproblemen.

Sehen Sie Ihre Katze nur selten trinken? Das erleben viele Besitzer. Weil Katzen ursprünglich Wüstentiere waren, ist ihr Körper bis heute darauf bedacht, sehr sparsam mit Flüssigkeit umzugehen. Das Leben mit wenig Wasser ist möglich, weil die Nieren der Katzen als Sparzentrale fungieren. Anders als bei anderen Tieren konzentrieren die Nieren der Katzen den Harn wieder und wieder, bevor er ausgeschieden wird. Ideal für (frühere) Wüstenbewohner: Wer weniger ausscheidet, muss auch weniger zu sich nehmen.

Katzen haben eine genetische Veranlagung zum Wassersparen

Auch sonst gibt die Katze möglichst wenig Flüssigkeit an die Umgebung ab. Stellt man sich zum Vergleich einen hechelnden Hund vor, der schon über die Zunge jede Menge Wasser verliert, atmet eine gesunde Katze konsequent durch die Nase, weil diese Methode Wasser spart. Verschwenderisch ist die Katze nur, wenn sie sich putzt und das Fell mit Speichel benetzt.

Trotz ihrer genetischen Veranlagung zum Wassersparen hat es Folgen, wenn Katzen dauerhaft zu wenig trinken. Einerseits arbeiten die Nieren so intensiv, dass etwa jede dritte Katze, die älter ist als sieben Jahre, an Nierenproblemen leidet. Andererseits können sich bei zu wenig Flüssigkeit leichter gefährliche Harnsteine bilden. Solche Steine verstopfen die Harnröhre, und die Katzen kann nur noch unter Schmerzen oder gar nicht mehr pieseln. Das ist lebensgefährlich.

Es empfiehlt sich also, die Katze ein wenig zum Trinken zu animieren – vor allem, wenn sie Trockenfutter bekommt. Dazu muss man ihre Vorliebe kennen.

Fließendes Wasser ist attraktiv, Alternative: Hühnerbrühe beigeben

Viele Katzen finden fließendes Wasser attraktiv. Einfach den Wasserhahn leicht aufdrehen und beobachten, wie die Katze reagiert. Trinkt sie? Dann können Sie das Wasser täglich ein paar Minuten lang für die Katze laufen lassen.

Einigen Katzen ist Wasser allein zu langweilig. Etwas Hühnerbrühe oder Fischsud untermischen – das kann Wunder bewirken. Übrigens: Der Wassernapf sollte weit vom Futter entfernt platziert werden, da Katzen lieber an einem anderen Ort trinken als fressen. Und dann gibt es noch Katzen, die auf Wasser in exquisiten Behältnissen, beispielsweise breiten Blumenvasen, abfahren. Wenn das kein guter Grund ist, immer frische Blumen im Haus zu haben?!

Wasserbedarf: 50 Milliliter pro Kilo Körpergewicht

Im Schnitt braucht eine Katze pro Tag etwa 50 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Eine große Katze mit einem Gewicht von fünf Kilogramm sollte am Tag demnach etwa einen Viertelliter trinken. Ob sie genug zu sich nimmt, lässt sich unter anderem am Zahnfleisch erkennen. Es sollte rosa und vor allem feucht sein. Auch die Haut gibt Hinweise: Eine zehn Sekunden lang gedrückte Hautfalte sollte sofort wieder glatt werden und nicht stehen bleiben.

Es ist im Alltag ansonsten schwierig, den empfohlenen Viertelliter im Alltag zu überprüfen, denn Katzen nehmen Flüssigkeit aus verschiedenen Quellen auf: Eine feine Maus zum Beispiel besteht zu über 65 Prozent aus Wasser – das entspricht zwar nur 13 Millilitern, zählt aber auch.

Tanja Warter ist Tierärztin. Seit zehn Jahren verknüpft sie die Leidenschaft für die Tiermedizin mit dem Spaß am Schreiben.

Mehr hilfreiche Informationen finden Sie hier in unserem Ratgeber zum Thema Haustiere.

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