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Ausleitungsverfahren

16.04.2020

Was ist Schröpfen und was bringt es überhaupt?

Beim Schröpfen wird in den kleinen Gefäßen aus Glas oder Kunststoff ein Unterdruck erzeugt. Deshalb saugen sie sich am Körper fest - das fördert unter anderem die Durchblutung im Gewebe und gibt meist blaue Flecken.
Bild: Frank Rumpenhorst (dpa)

Schwimmer Michael Phelps macht es und einige andere Sportler ebenso: Sie lassen ihren Rücken schröpfen. Bei der Therapie sollen Glasgefäße Verspannungen und Schmerzen lindern.

Auf der Haut von Olympia-Athleten sieht man häufig braune Flecken, die vom Schröpfen stammen. Zuletzt sorgte Michael Phelps damit für Aufsehen. Das Verfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin scheint bei Athleten schwer angesagt zu sein. Aber was passiert beim Schröpfen eigentlich genau?

Zahlreiche braune Flecken zieren den Körper von Michael Phelps. Dabei handelt es sich um die Produkte chinesischer Heilkunst.
Bild: Tibor Illyes, dpa

Wozu dient Schröpfen?

Beim Schröpfen handelt es sich um ein klassisches Ausleitungsverfahren, das bereits seit über 5000 Jahren praktiziert wird. Dadurch sollen Verspannungen gelöst, Schmerzen gelindert und der Energiefluss des Körpers sowie die Durchblutung angeregt werden. Auch Patienten, die unter Stress, Müdigkeit, Rücken- oder Menstruationsbeschwerden leiden, kann Schröpfen helfen. Ärzte setzen die Methode zudem bei Kniearthrosen und dem Karpaltunnelsyndrom ein. Schröpfen soll die Selbstheilungskräfte aktivieren.

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Beim Schröpfen saugen Glasgefäße die Haut an

Wie funktioniert das Schröpfen?

Für das Schröpfen werden kleine Gefäße aus Glas oder Plastik verwendet. Diese haben die Form einer Kugel die an einer Stelle geöffnet ist. Diese Öffnung wird vom Arzt auf die entsprechende Stelle auf der Haut gesetzt. Die Luft im Inneren der Kugeln wird erhitzt oder auch abgesaugt, so entsteht Unterdruck.

An welchen Körperstellen wird es angewendet?

Vor allem wird am Rücken geschröpft - und zwar Muskelverhärtungen sowie Erhebungen und leichte Vertiefungen der Haut. Diese deuten laut der Theorie der Therapieform auf eine Fehlfunktion von Organen hin, die mit den Körperstellen in Verbindung stehen. Durch das Schröpfen der entsprechenden Stellen werden die Organe offenbar beeinflusst.

Zum Beispiel mit dem Gummiball wird beim Schröpfen der Unterdruck erzeugt. Die Behandlungsform soll auch den Lymphfluss anregen, Verhärtungen lockern und Blockaden lösen.
Bild: Frank Rumpenhorst (dpa)

Welche Arten von Schröpfen gibt es?

Bei dem Verfahren unterscheidet man drei verschiedene Methoden: das trockene Schröpfen, das blutige und die Schröpfmassage. Beim trockenen Schröpfen setzt der Arzt erwärmten Gläser auf die verhärteten Stellen auf. Bei der traditionellen Methode werden die Gläser durch brennende Wattebäusche erwärmt, die in die Gläser gesteckt werden. Wenn die Gläser abkühlen, entsteht Unterdruck. Alternativ wird der Unterdruck durch das Absaugen der Luft aus dem Glas zum Beispiel mit Hilfe eines Gummiballs erzeugt. Durch den Unterdruck wird die Haut angesogen. Das hat den Effekt, dass sich die Gefäße erweitern. Beim blutigen Schröpfen hingegen werden die Gläser auf die zuvor eingeritzte Haut aufgesetzt. Dann zieht der Unterdruck aus den kleinen Wunden Blut. Dadurch sollen Schadstoffe ausgeleitet werden können. Bei der Schröpfmassage führt der Arzt die Gefäße über die vorher eingeölte Haut. Und zwar so lange, bis sie sich rötet.

Schröpfen lässt oftmals Flecken auf der Haut zurück

Wie reagiert die Haut auf das Schröpfen?

Schröpfen hat meistens keine großen Nebenwirkungen. Aber auf der Haut bleiben danach oft kreisrunde Blutergüsse zurück. Das sind die braunen oder blaue Flecken, die man bei Athleten manchmal sieht. Für Menschen mit Bluthochdruck und Bluter ist das Schröpfen eher nicht geeignet. Wissenschaftliche Studien haben die Wirksamkeit des Schröpfens nicht nur bei der Schmerzbehandlung bestätigt. AZ

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

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