Newsticker

Zahl der Corona-Neuinfektionen erreicht höchsten Wert seit April
  1. Startseite
  2. Geld & Leben
  3. Auto
  4. Bello an Bord: So nehmen Sie Hunde sicher mit

Ratgeber

17.08.2020

Bello an Bord: So nehmen Sie Hunde sicher mit

Ab in die Kiste: In einer speziellen Transportbox sind die Hunde nach Ansicht von Experten am besten aufgehoben.
2 Bilder
Ab in die Kiste: In einer speziellen Transportbox sind die Hunde nach Ansicht von Experten am besten aufgehoben.
Bild:  Monique Wüstenhagen, dpa

Möglichkeiten, einen Hund sicher im Auto mitzunehmen, gibt es einige. Nur gewöhnen muss er sich dran. Ein paar Tipps.

Für manche Hunde ist das Autofahren eine Tortur - aus Stress winseln und bellen sie oder übergeben sich sogar. Hier ist der Halter gefragt. „Man kann sein Tier langsam und behutsam ans Autofahren gewöhnen“, sagt der TV-Hundetrainer Martin Rütter aus Köln. Der Hund müsse erst lernen, dass das Autofahren nicht gefährlich ist und er keine Angst haben muss.

Oft liege der Grundstein des Übels im Welpenalter. Denn fast immer wird der junge Hund von seinen neuen Haltern mit dem Auto abgeholt. Er ist abrupt von Geschwistern und Mutter getrennt. Hinzu kommen die ungewohnten Fahrgeräusche. Der empfindliche Gleichgewichtssinn des Welpen kann durch die Bewegung des Fahrzeugs durcheinander geraten. „Wenn er sich dann auch noch übergeben muss, kann er diese unangenehme Erfahrung mit dem Autofahren verknüpfen“, sagt Rütter.

Mit einem Trick können Halter dem Hund das Auto und das Fahren aber „schmackhaft“ machen. „Als ersten Schritt kann man Futterstücke ins Auto legen“, rät der Hundetrainer. Futtersuch- und Apportierspiele bieten sich ebenfalls an. Steigt der Hund ohne Zögern ins Auto und bleibt cool, trainiert man bei laufendem Motor. Der Experte rät, sich dabei auch selbst ins Auto zu setzen, sich anzuschnallen und so zu tun, als würde man losfahren.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

„Der Wagen fährt aber erst an, wenn der Hund keine Stresssymptome wie Hecheln oder Speicheln zeigt“, betont Rütter. Nach und nach könne die Strecke ausgedehnt und die Geschwindigkeit erhöht werden - immer vorausgesetzt, das Tier bleibt entspannt.

„Grundsätzlich sollte jedes Training mit einem guten Moment aufhören“, rät Yasmin Diepenbruck, Tierärztin aus Bernkastel-Andel an der Mosel. „Spätestens, wenn der Hund erste Anzeichen von Stress oder Unwohlsein zeigt, muss man abbrechen.“ Um äußere Reize beim Autofahren zu minimieren, könnten die hinteren Fenster abgedunkelt werden, rät sie.

Diese Transportsysteme gibt es im Handel

Um den Hund sicher im Auto zu transportieren, gibt es im Handel verschiedene Systeme. Gepolsterte Sicherheitsgeschirre zum Beispiel verschaffen dem Hund auf dem Rücksitz einen gewissen Bewegungsfreiraum, wirken aber bei einem Crash auf den Körper des Tieres. Ein stabiles Trennnetz oder Trenngitter hält den Hund im Laderaum - allerdings kann das Tier bei einem Unfall umher geschleudert werden. Der ADAC rät, Gitter nach der Norm DIN 75410-2 zu verwenden, die vom Dachbereich bis zum Ladeboden reichen und stabil verankert sind.

Laut Experten reist der Hund am sichersten in einer Transportbox hinten im Kofferraum mit. Der Tipp vom ADAC: Die Box sollte quer zur Fahrtrichtung hinter der Rücksitzlehne stehen und die Sicherheitsgurte vom Rücksitz sollten geschlossen sein - auch, wenn dort keiner sitzt. Das erhöhe die Stabilität der Lehne bei einem Crash. Kleine Boxen können im Fußraum hinter den Vordersitzen stehen.

„Die Transportbox sollte so groß sein, dass der Hund darin aufrecht stehen kann“, sagt Martin Rütter. Aber mit der Devise „Hopp, rein in die Kiste und Klappe zu“ ist es nicht getan. Wie ans Autofahren muss der Hund mit Geduld und Motivation an die Box gewöhnt werden. „Sie kann anfangs im Haus stehen und auch als Rückzugsort dienen.“

Zu Beginn des Trainings kann das Lieblingsspielzeug oder der Belohnungskeks ganz vorne in der Box liegen und später immer ein Stück weiter nach hinten gelegt werden, so dass der Hund Schritt für Schritt die Box erobert. „Bleibt der Hund in der Box entspannt, kann man ihn dort füttern, so dass er eine Zeit darin bleiben muss“, sagt der Hundetrainer. Aber Achtung: Die Box bleibt offen - noch.

Im nächsten Schritt darf der Hund in der Box einen Kauknochen verzehren. Rütter erläutert: „Will der Hund die Box damit verlassen, nimmt man ihm den Kauknochen wieder ab. Er darf nur in der Box gefressen werden.“

Geht der Hund nun gerne und ohne Zögern in die Box hinein, kann man die Tür zum ersten Mal schließen, allerdings nur für wenige Sekunden. Wichtig: Steht die Box später im Auto, muss sie so befestigt sein, dass sie beim schwungvollen Ein- und Aussteigen nicht verrutscht.

Und wenn der Hund bei der Fahrt ständig am Bellen ist, weil er - statt ängstlich zu sein - eher aufgeregt vor Freude ist? „Dann fahren Sie mit Ihrem Hund an eine ruhige Stelle. Lesen Sie dort eine Zeitung und bleiben Sie gemütlich im Auto sitzen. Erst wenn sich Ihr Hund nach einer Zeit beruhigt hat und hinlegt, fahren Sie wieder nach Hause und beenden das Training“, sagt Rütter.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren