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Neuvorstellung

10.04.2019

Die Lust an der Unvernunft: das neue BMW 8er Cabrio

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3 Bilder
So schwer und doch so leicht: Trotz seiner gut zwei Tonnen Gewicht saust das BMW 8er Cabriolet behände um die Ecken. Das gilt insbesondere dann, wenn unter der Motorhaube ein Achtzylinder werkelt.
Bild: BMW AG

Cabrios machen keinen Sinn, aber umso mehr Spaß. Das gilt erst recht für den offenen BMW 8er. Eine erste Ausfahrt - mit erstaunlicher Leichtigkeit.

Die Luft wird dünner – zwar nicht im, aber fürs Cabrio. Die Absatzzahlen der Offen-Flitzer sind im Sinkflug, wer früher seine Rebellion gegen das biedere Stufenheck mit einem Cabriolet zum Ausdruck gebracht hat, greift inzwischen zum SUV. Und auch die Hersteller selbst haben einiges daran gesetzt, dem Segment den Garaus zu machen: Die Schwemme wenig ansehnlicher Blechdach-Cabrios, die mit der Jahrtausendwende einsetzte und in Auswüchsen wie dem offenen Ford Focus gipfelte, hat vielen Frischluft-Fans die Lust am Cabrio verlitten; selbst Klassiker wie das 3er Cabrio oder der Z4 von BMW traten plötzlich mit Klappdach auf.

Die Rückkehr zum klassischen Stoffdach

Die Münchner, immerhin, kamen zur Raison: Der Roadster ist zur Stoffhaube zurück gekehrt, der nächste offene Mittelklässler – seit einiger Zeit 4er genannt – wird ebenfalls wieder mit klassischem Dach vorfahren. Auch beim neuen 8er Cabriolet war ein Blechdach zum Glück keine Option. Der noble Zweitürer soll schließlich das Premium-Segment aufmischen und die Lust an der Unvernunft wieder wecken - die dank Nackenheizung auch bei kühlen Temperaturen ausgelebt werden darf.

Über den Sinn eines Cabrios braucht man freilich nicht zu diskutieren: Es ist alles andere als alltagstauglich. Spätestens aber wenn mit mindestens 108.000 Euro ein sechsstelliger Betrag dafür aufgerufen wird, wird es eine Demonstration purer Lebensfreude.

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Das kostet das neue BMW 8er Cabrio

Wer’s richtig krachen lassen will, muss sogar noch tiefer in die Tasche greifen: Für den Basispreis gibt’s „nur“ einen Sechszylinder-Diesel, der standesgemäße Benziner M850i mit acht Töpfen fährt erst für 133.700 Euro vor. Seine Gegner? Der Aston Martin DB11, ein offener Porsche 911 oder das S-Klasse Cabrio von Mercedes; die Tage des letztgenannten sind allerdings gezählt, eine Neuauflage wird es wahrscheinlich nicht geben.

Der 8er BMW eilt der Mercedes-Konkurrenz davon

Da erscheint es fast wie ein Wink des Schicksals, dass das 4,85 Meter lange 8er Cabrio dem Benz auf der Straße davon eilt. Zumindest im kurvigen Geläuf offenbart der deutlich über zwei Tonnen schwere BMW dynamische Talente, die man ihm auf den ersten Blick nicht zutraut. Der serienmäßig mit Allrad ausgestattete Bayer gerät selbst wenn er mit Verve in die Kurve geworfen wird kein bisschen aus der Fassung. Vor allem hat der Fahrer mit dem dicken Volant in den Händen hier stets das Gefühl, Herr der Lage zu sein, während ihn vergleichbare Schwergewichts-Sportler oft zum Spielball der Physik machen. Und natürlich steht genug Kraft für solche Gangarten bereit: Der 4,4 Liter große Achtender entwickelt 530 PS und stemmt 750 Newtonmeter auf die Kurbelwelle; die dafür nötigen 1800 Umdrehungen stellt die Achtgang-Automatik im Sport-Modus standepete bereit. Getrübt wird die Fahrfreude höchstens vom grünen Gewissen, das die in der Praxis nicht seltenen 15 Liter Verbrauch anmahnt.

BMW 8er Cabrio: technische Daten

  • Spezifikation: BMW M850i xDrive Cabriolet
  • Zylinder/Hubraum: 8/4395 ccm
  • Leistung: 530 PS bei 5500–6000/min
  • Drehmoment: 750 Nm bei 1800–4600/min
  • Getriebe: Achtgang-Automatik
  • Länge/B./H.: 4,85/1,90/1,35 m
  • Leergewicht/Zuladung: 2015 kg/500 kg
  • Kofferraum: 350 l
  • Anhängelast gebremst: k. A.
  • 0–100 km/h: 3,9 Sek.
  • Top-Tempo: 250 km/h
  • Normverbrauch: 10,0–9,9 l Benzin
  • CO2-Ausstoß: 229–225 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-TEMP
  • Energieeffizienzklasse: E
  • Preis ab: 133.700 Euro

Wer sich der spaßigen Wedelei hingibt, freut sich über den festen Halt der Sitze. Geht’s allerdings ums entspannte Cruisen – was der V8 ebenfalls hervorragend beherrscht und seinen Fahrer nie zur Eile treibt – kommt einem das Gestühl plötzlich ein bisschen eng vor. Überhaupt geht es in dem 8er nicht gerade großzügig zu, von der Rückbank ganz zu schweigen. Die ist einmal mehr eine edel belederte Ablage. Erfreulich dagegen der recht üppige Stauraum im Gepäckabteil: 350 Liter klingen zwar nicht viel, doch ist der Kofferraum ziemlich tief - und wer die Rücksitze umklappt, kann problemlos auch zwei Golfbags unterbringen.

Das BMW 8er Cabrio fährt alleine rückwärts

Den Weg zum nächsten Abschlag findet der 8er dank des neuen Sprachassistenten im Nu: Auf den Sprachbefehl „Hey, BMW, wo ist der nächste Golfplatz?“ liefert das System in Windeseile die Antwort und fängt mit der Navigation an. Und wer sich dann doch in einer engen Gasse festfährt, braucht nicht mehr umständlich – und mit bei geschlossenem Dach recht wenig Sicht nach hinten – rangieren: Wie BMW 7er, X5 und X7 merkt sich auch der 8er die letzten 50 Meter des Weges und rollt per Tastendruck genau diese Strecke wieder von alleine rückwärts.

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