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Energiekolumne
31.01.2022

So kann man sofort den Gasverbrauch senken

Wenn der Gaszähler im Keller immer schneller läuft, hilft nur eins: Schauen, wo man sparen kann.
Foto: Jan Woitas, dpa

Für Verbraucher kommt es gerade knüppeldick. Die Energiepreise explodieren und erste Anbieter gehen pleite. So kann man im eigenen Heim auf die Kostenbremse treten.

Zum Schrecken vieler Kunden sind in jüngster Vergangenheit die Gaspreise gleich mehrmals drastisch gestiegen. Nicht zuletzt wegen der Eskalation in der Russland-Ukraine-Krise gehen Experten davon aus, dass sich die Preisspirale weiter nach oben drehen kann. Um die Mehrkosten abzufedern, gilt es jetzt, möglichst schnell den Gasverbrauch zu senken. Bis zu einem gewissen Grad helfen hier einfache Maßnahmen, die sich sofort umsetzen lassen.

Wer nicht schon im Herbst seine Heizkörper entlüftet hat, sollte das jetzt tun. Denn Luft in den Leitungen ist nicht nur nervig, sondern auch energetisch ineffizient. Mit Hilfe eines Entlüftungsschlüssels kann man das Entlüftungsventil am Heizkörper selbst öffnen. Dass die Luft aus dem Heizkörper entweicht, erkennt man dabei an einem Zischen. Wenn sich keine Luft mehr im Heizkörper befindet, entweicht Wasser – dann gilt es das Ventil schnell wieder zuzudrehen.

Heizkörper und Thermostage nicht durch Vorhänge verdecken

Wichtig ist auch, dass die Heizkörper und Thermostate nicht durch Vorhänge verdeckt werden oder ein Sofa beziehungsweise ein anderes Möbelstück davorstehen. Der Abstand muss mindestens zehn bis 15 Zentimeter betragen. Der Heizkörper sollte die Wärme gut abgeben können und der Fühler guten Kontakt zur Raumluft haben. Zudem sollten alle Thermostate im Raum immer auf dieselbe Stufe eingestellt werden – einen Heizkörper voll auf und den anderen ganz zuzudrehen, ist ineffizient. Etwas komplizierter, aber mindestens genauso wichtig ist, das richtige Einstellen der Heizkurve an der Heizungsanlage. Den Test, ob alles passt, kann man selbst durchführen.

Dazu dreht man im Haus sämtliche Heizkörper für mehrere Stunden voll auf. Ist die Raumlufttemperatur deutlich zu hoch, sollte die Heizungskurve nach unten angepasst werden. Letzteres überlässt man entweder dem Fachmann oder studiert selbst die Bedienungsanleitung.

Solarkollektoren aufs Dach?

Neben diesen Sofortmaßnahmen sollte man sich als Hausbesitzerin oder Hausbesitzer darüber Gedanken machen, wie mittel- und langfristig der Gasverbrauch gesenkt werden kann. Dazu zählt beispielsweise die Installation von Solarkollektoren auf dem Dach als Ergänzung zur Gasheizung. Bereits mit kleineren Solarthermie-Anlagen (so werden die Solarkollektoren in Fachkreisen genannt) kann von Mai bis September das Warmwasser bereitgestellt werden. Die Gasheizung bleibt in dieser Zeit komplett abgeschaltet. Circa 1,5 Quadratmeter Kollektorfläche pro Person reichen hierfür aus. Mit einer Kollektorfläche von zehn bis 14 Quadratmetern lässt sich in den Übergangsmonaten zusätzlich die Heizungsanlage für die Wärmegewinnung unterstützen. Der Staat übernimmt dabei 30 Prozent der Investitionskosten für die Solarthermie.

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Steht ein Heizungstausch an, sollte man über einen Brennstoffwechsel nachdenken. Weg von fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas, hin zu erneuerbaren Energien sollte das Ziel sein. Für Häuser mit hohem Wärmebedarf, die in absehbarer Zeit nicht energetisch saniert werden, bietet sich hier insbesondere eine Pelletsheizung an. Möglicherweise besteht auch die Anschlussmöglichkeit an ein Fern- oder Nahwärmenetz, das auf Basis klimafreundlicher Brennstoffe betrieben wird. Und wer schon eine Fußbodenheizung hat und nur niedrige Vorlauftemperaturen für seine Heizung benötigt, für den ist eine Wärmepumpe interessant.

Die aufwändigste, aber nachhaltigste Maßnahme zur Senkung des Gasverbrauchs ist eine energetische Optimierung der Gebäudehülle. Dach und Fassade dämmen, die alten Fenster austauschen – das kostet zwar viel Geld, erhöht aber den Wohnkomfort ungemein und senkt auf lange Sicht die Energieausgaben am deutlichsten. Mit Hilfe einer energetischen Gebäudesanierung lässt sich der Wärmebedarf um 70 bis 80 Prozent reduzieren. Energiepreiserhöhungen verlieren damit auf Dauer ihren Schrecken. Und vom Staat wird es dafür sicher bald wieder attraktive Zuschüsse geben, auch wenn derzeit die Förderung gerade unterbrochen wurde.

Zur Person: Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

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