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Ichenhausen

22.03.2020

Biomarkt in Ichenhausen gibt es nicht mehr lange

Wieder eine Geschäftsschließung in Ichenhausen: Über etwas mehr als drei Jahrzehnte gehörte der Biomarkt zur Stadt dazu. Viele Kunden sind entsetzt, berichten die Verkäuferinnen, dass es ihn bald nicht mehr geben wird.
Bild: Wolfgang Kahler

Plus Das Fachgeschäft an der Marktstraße existiert seit drei Jahrzehnten. Ende vergangenen Jahres hätte Schluss sein sollen. Warum jetzt das Aus bevorsteht.

In den Regalen sind bereits einige Lücken erkennbar: untrügliches Zeichen für das kommende Aus eines langjährigen Fachgeschäfts im Ichenhauser Stadtzentrum. Ende März wird der Naturavit Biomarkt im Haus der Kronen-Apotheke geschlossen. Eigentlich sollte schon Ende 2019 Schluss sein, doch aus organisatorischen Gründen wurde der Termin noch einmal verschoben. Für zwei dort seit 22 Jahren beschäftigte Mitarbeiterinnen kommt dieses Ende nicht ganz so überraschend wie für viele treue Kunden.

Das Fachgeschäft wurde ursprünglich als Reformhaus unter dem gleichen Namen von Dr. Konrad Eberhardt, dem früheren Besitzer der Apotheke, an der Marktstraße 1987 eröffnet. In dem circa 100 Quadratmeter großen Verkaufsraum befand sich zuvor eine Bankfiliale. Aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen wurde das Reformhaus ab den 90ern als Biomarkt weitergeführt. 2014 übernahm der aus München kommende Marco Melzer die Kronen-Apotheke mit dem Naturavit-Geschäft.

Claudia Maier und Marlene Späth sind seit 22 Jahren im Biomarkt beschäftigt

Schon fast zum Inventar gehören Claudia Maier und Marlene Späth, seit 22 Jahren dort als Teilzeit-Kräfte beschäftigt. Maier ist gelernte Gesundheitsberaterin, Späth Drogistin und Reformhaus-Fachverkäuferin. Beide sind außerdem Fastenleiterinnen. Als sie die ersten größtenteils langjährigen Kunden über das Aus des Geschäftes informierten, reagierten diese „mit Enttäuschung und Entsetzen“.

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Claudia Maier und Marlene Späth verlieren mit dem Aus des Biomarktes im Haus der Ichenhauser Kronen-Apotheke nach 22-jähriger Beschäftigung als Fachverkäuferinnen ihre Arbeitsplätze.
Bild: Wolfgang Kahler

Das spezielle Sortiment an biologisch und umweltfreundlich erzeugten Waren aus dem Ernährungs-, Kosmetik- und Nahrungsergänzungsmittel-Bereich mit intensiver Beratung war in der 9200 Einwohner-Stadt einmalig. Und trotzdem ließ sich der Geschäftsbetrieb vor allem aus zwei Gründen nicht mehrweiterführen, wie Apotheker Melzer gegenüber unserer Zeitung sagte.

Zum einen das Personalproblem: Im September vergangenen Jahres hatte eine dritte Teilzeit-Mitarbeiterin im Biomarkt gekündigt und eine entsprechend geschulte Fachkraft als Nachfolgerin war nicht zu finden. Ein weiterer Schwerpunkt ist der wachsende Wettbewerbsdruck in dem Geschäftsbereich.

Warenangebot in Drogerie-Ketten wurde ständig ausgedehnt

So wurden in Günzburg und Krumbach gleich zwei größere Märkte, einer davon als Bio-Discounter, eröffnet und das Warenangebot an Bio-Produkten in den Drogerie-Ketten ist in den vergangenen Jahren ständig ausgedehnt worden.

Apotheker Marco Melzer sieht keine Zukunft mehr für das Geschäft.
Bild: Wolfgang Kahler

Diese ungünstigen Rahmenbedingungen mit reduzierten Öffnungszeiten angesichts von lediglich zwei Stammkräften wenigstens teilweise aufzufangen, konnte die Schwierigkeiten jedoch nicht auflösen. So entschloss sich Apotheker Melzer schließlich in Absprache mit den beiden Mitarbeiterinnen zum letztlich unvermeidbaren Schritt. Im Biomarkt hat in den vergangenen Tagen bereits der Räumungsverkauf des Warensortiments begonnen, bevor das Geschäft voraussichtlich am Freitag, 27. März, endgültig schließt.

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