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UWB-Dämmerschoppen

25.07.2012

Damit der Schuss nicht nach hinten losgeht

Sie bestritten den Diskussionsabend zum Thema Waffenrecht: (von links) UWB-Fraktionsvorsitzender Ferdinand Munk, Johannes Stötter, Roman Gepperth (beide Landratsamt Günzburg), 1. Schützenmeister Joachim Tillmann und Vorsitzender Hans Kaltenecker.
Bild: Skrebbas

Lebhafte Diskussion zum Thema Waffenrecht im Schützenheim

Günzburg Das Thema „Schusswaffen in privater Hand“ stand im Mittelpunkt des dritten Dämmerschoppens, den der Unabhängige Wählerblock Günzburg (UWB) ausgerichtet hat. UWB-Fraktionsvorsitzender und Schützenkommissar Ferdinand Munk konnte im gut gefüllten Schützenheim der Günzburger Schützengesellschaft an der Heidenheimer Straße eine ganze Reihe von Schützen und Jägern sowie Interessierte begrüßen.

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Zunächst stellte 1. Schützenmeister Joachim Tillmann den Besuchern das Schützenheim der einzigen Kaiserlich-Königlich-privilegierten Schützengesellschaft Deutschlands vor. Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer des Rundgangs von den Ausmaßen der Anlage. Mit einem Vortrag über den Rechtsrahmen zum Führen und den Besitz von Waffen durch Privatpersonen eröffneten Roman Gepperth und Johannes Stötter vom Landratsamt den Diskussionsabend. Dabei informierten die beiden Vertreter der Überwachungsbehörde über waffenrechtliche Bedürfnisse genauso wie über die Aufbewahrungspflichten von Waffen sowie deren Überprüfung und die Einrichtung eines nationalen Waffenregisters. Fragen der persönlichen Eignung zum Führen von Waffen wie auch die Möglichkeit des Entzugs von Besitz- und Führungsgenehmigungen kamen zur Rede.

Sehr enge Auflagen insbesondere im Jugendbereich

Damit der Schuss nicht nach hinten losgeht

Schützenmeister Tillmann verdeutlichte, welch finanzieller Aufwand durch den Einhalt der rechtlichen Vorgaben auf die einzelnen Vereine zukommt. So haben die Günzburger Schützen etwa 5000 Euro allein für eine ordnungsgemäße, sichere Aufbewahrung der Waffen ausgegeben. Stötter bestätigte, dass die Aufbewahrung von Waffen sowohl bei den Vereinen als auch im privaten Besitz durch angekündigte Kontrollen überwacht wird.

Um die Größenordnung des Waffenmissbrauches mit registrierten und legal erworbenen Waffen zu verdeutlichen, stellte Tillmann fest, dass nicht einmal ein Prozent der erfassten Straftaten mit solchen Waffen ausgeübt worden ist. Ein besorgter Gymnasiallehrer erkundigte sich nach der Regelung des Waffenbesitzes von Jugendlichen. Beruhigend nahm er zur Kenntnis, dass jugendliche Sportschützen unter 18 Jahren keine eigenen Waffen erwerben können und der Sportbetrieb nur über Vereinswaffen läuft. „Gerade für den Jugendbereich sind die Auflagen sehr, sehr eng gefasst“, so der Schützenmeister. Der 1. Gauschützenmeister Otto Regele erklärte sich bereit, bei Interesse eine Informationsveranstaltung besonders für Schulen zu diesem Thema abzuhalten. Ein Infoblatt dazu sei bereits erstellt.

„Müssen Jäger, wie in der Schweiz üblich, ähnlich der Sportschützen eine jährliche Schießübung nachweisen?“, wollte ein um seine Gesundheit besorgter Jogger wissen. Sowohl Geppert vom Landratsamt als auch der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins Günzburg, Manfred Borchers, verneinten dies. Borchers versicherte dem Sportler, dass es dafür zwar keine gesetzliche Vorschrift gebe. Aber auch die Jäger hielten sich durch Übungsschießen in Form, so auf der Günzburger Sportschützenanlage. Im Übrigen werde ein Jäger zu einer Drückjagd nur zugelassen, wenn er in seinem Schießbuch solche Übungen nachweisen könne.

Ein bisschen hörte man den Amtsschimmel wiehern, als festgestellt wurde, dass der Transport eines gekauften Küchenmessers mit mehr als zwölf Zentimeter Messerlänge bei genauer Auslegung der Vorgaben des Waffenrechts nicht erlaubt ist. In seinem Schlusswort stellte der UWB-Vorsitzende Hans Kaltenecker zufrieden fest, dass es mit dieser Veranstaltung offensichtlich gelungen sei, nicht nur ein problematisches Thema aufzugreifen, sondern auch Kontakte zwischen den Betroffenen zu knüpfen. (pm)

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