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Kötz

09.11.2019

Das hat die Gemeinde mit dem Alko-Gründerhaus vor

In diesem ehemaligen Bauernhaus hat Alois Kober 1931 den Grundstein für das heute weltweit erfolgreiche Unternehmen Alko gelegt. Jetzt will die Gemeinde das Gebäude generalsanieren und zu einem Dorfgemeinschaftshaus machen.
Bild: Irmgard Lorenz

In diesem Gebäude in Kötz wurde das heute weltweit tätige Unternehmen gestartet. Zuschüsse für das 1,2 Millionen-Euro-Projekt erleichtern die Entscheidung für die Sanierung.

Im dritten Anlauf haben die Kötzer Gemeinderäte eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen: Das Alko-Gründerhaus in Großkötz soll generalsaniert werden. Nachdem schon mehrfach diskutiert worden war, ist dieser Beschluss im Oktober einstimmig gefasst worden. Jetzt haben die Gemeinderäte das Ingenieurbüro Degen mit der Planung für die Generalsanierung beauftragt. Das ist die Voraussetzung dafür, dass für das Projekt Zuschüsse vom Amt für ländliche Entwicklung fließen.

Sanierungsstau im Alko-Gründerhaus

Unstrittig war bislang vor allem dies: Dem Gebäude an der Kurzen Gasse in Großkötz, in dem Alois Kober 1931 als Schlossermeister den Grundstein für das global agierende Unternehmen gelegt hat, ist ein großer Sanierungsstau zu attestieren. Das haben Hubert Kuhn und Daniel Lanzendörfer vom Ingenieurbüro Degen den Kötzer Gemeinderäten schon im Juni gesagt, nachdem sie eine Bestandsaufnahme gemacht und sich auch intensiv mit dem Brandschutz in dem ehemaligen Bauernhaus befasst haben. Weitere Stichworte waren Feuchtigkeit, mangelnde Gebäudedämmung und eine für öffentliche Nutzung wenig geeignete Raumhöhe von 2,20 Meter im Obergeschoß.

Über die Frage, ob man auf die Schnelle nur das Nötigste erledigt oder lieber gründlich saniert, wurde intensiv diskutiert. Geld spielte dabei eine große Rolle. 48 000 Euro hatten die Planer veranschlagt, um das Erdgeschoss verkehrssicher zu machen, 33 000 Euro für das Obergeschoß und 60 000 Euro für die Fassade und die Außenanlagen, macht insgesamt 140 000 Euro. Die Kosten für eine Generalsanierung schätzten Kuhn und Lanzendörfer auf 1,2 Millionen Euro.

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Wie viel Platz brauchen die einzelnen Gruppen?

Eine weitere wesentliche Rolle in den Beratungen spielte die Frage, wie groß der Raumbedarf verschiedener Gruppierungen ist. Mit Blick auf die inzwischen erarbeitete Bedarfsanalyse sagt Sabine Ertle, die Geschäftsstellenleiterin der Verwaltungsgemeinschaft Kötz: „Wir haben einen Wahnsinnsbedarf“. War anfangs nur von zwei Gruppen die Rede, die aktuell das Gründerhaus nutzen – Kirchenchor und Krabbelgruppe – und der Musikschule, für die eine Nutzung des Obergeschoßes angedacht war, so zählt Sabine Ertle jetzt noch viel mehr potenzielle Nutzer auf: Volkshochschule, Männergesangverein, Obst-und Gartenbauverein, evangelische Kirche, kleinere Parteigruppierungen. Die Raumsituation all dieser möglichen Interessenten in Kötz bezeichnet sie „bisher wie die Reise nach Jerusalem“, das Spiel also, bei dem immer ein Platz weniger vorhanden ist, als es Teilnehmer gibt.

Auch wenn es noch zu früh ist, um über Einzelheiten zu sprechen, steht doch fest: Um möglichst vielen Gruppen eine Nutzung des Gründerhauses zu ermöglichen, sollen die Räume multifunktional eingerichtet und genutzt werden. Der Standort sei geradezu ideal, sagt Geschäftsstellenleiterin Ertle, zusammen mit dem benachbarten Dorfplatz und dem gegenüberliegenden Rathaus, der Bank und der Apotheke – auch eine Bäckerei ist in der Nähe – „gibt das eine kleine neue Mitte“.

Im Firmenmuseum könnte auch ein kleines Kino entstehen

Das Konzept für ein solches Dorfgemeinschaftshaus im Alko-Gründerhaus hat die Gemeinde Kötz schon mit dem Amt für ländliche Entwicklung besprochen. Noch nicht abschließend geklärt ist, wie sich das von Alko gewünschte kleine Firmenmuseum – angedacht ist ein Kino mit 20 Plätzen – so einbinden lässt, dass die Zuschüsse nicht gefährdet sind. Das sei ein wenig „diffizil“, sagt Sabine Ertle, „aber auch ein Museum ist tendenziell allgemein.“

Dass das Amt eine stattliche Förderung in Aussicht gestellt hat, hat den Kötzer Gemeinderäten die Entscheidung für die Generalsanierung deutlich erleichtert. Zwischen 55 und 60 Prozent Zuschuss für alle Kostengruppen wurden der Gemeinde in Aussicht gestellt. Das heißt im Klartext: Bei geschätzten Sanierungskosten von 1,2 Millionen Euro darf die Gemeinde Kötz zwischen 660000 und 720000 Euro Fördergelder erwarten. Voraussetzung dafür ist, dass dem Amt für ländliche Entwicklung eine Planung bis einschließlich Leistungsphase 5 vorgelegt wird, also einschließlich Ausführungsplanung. Damit haben die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung das Ingenieurbüro Degen beauftragt, knapp 106 000 Euro sind dafür bewilligt worden. Auch diese Planungsleistung ist förderfähig.

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