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Bezirkskrankenhaus

21.04.2015

Der Ingenieur unter den Medizinern

Prof. Dr. Bernhard Widder, der langjährige Leiter der Klinik für Neurologie und neurologische Rehabilitation am Bezirkskrankenhaus Günzburg, wird heute offiziell verabschiedet. Als Gutachter wird der Mediziner dem BKH jedoch weiterhin erhalten bleiben.
Bild: Walter Kaiser

Prof. Bernhard Widder leitete die Neurologie und das Schmerzzentrum am Günzburger BKH. Heute wird er verabschiedet – und bleibt der Klinik doch noch erhalten.

Günzburg Es war und es ist ein Abschied auf Raten. Bereits im vergangenen Sommer hatte Prof. Dr. Bernhard Widder die Leitung der Klinik für Neurologie und neurologische Rehabilitation am Bezirkskrankenhaus Günzburg in jüngere Hände übergeben. Nun gibt er auch die Leitung des Interdisziplinären Schmerzzentrums am BKH ab. Ganz in den Ruhestand geht der Mediziner aber nicht – als Gutachter will er der Günzburger Klinik weiter verbunden bleiben. Am heutigen Dienstag wird Bernhard Widder bei einem Symposium im Festsaal der Klinik gewürdigt und offiziell verabschiedet.

Nicht nur Mediziner leiden bisweilen am sogenannten Sauerbruch-Syndrom. Solche Menschen arbeiten noch, auch wenn ihre Glanzzeit erkennbar längst abgelaufen ist. Prof. Widder, Jahrgang 1951, wollte diesem Schicksal entgehen. Deshalb hat er die Leitung der BKH-Klinik für Neurologie und neurologische Rehabilitation zum 1. Juli 2014 an seinen Nachfolger Prof. Gerhard Hamann übergeben. Kommissarisch führte er bis heute das Interdisziplinäre Schmerzzentrum des Bezirkskrankenhauses weiter. Auch diese Ära geht nun zu Ende. Im Festsaal des BKH werden ihm heute Kollegen und Weggefährten ihre Reverenz erweisen und Widder im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums würdig verabschieden.

Bernhard Widder ist so etwas wie ein Quereinsteiger. Geboren im südbadischen Lörrach und aufgewachsen in Radolfzell am Bodensee hat er zunächst Maschinenbau und Medizintechnik studiert. Anschließend hat er als Ingenieur an den Uni-Kliniken in Ulm gearbeitet. „Fast nebenher“ hat Widder sein Medizin-Studium sowie seine Ausbildung als Neurologe und Psychiater absolviert. 1996 wechselte der damalige Oberarzt ans BKH Günzburg – als Leiter der Klinik für Neurologie und neurologische Rehabilitation.

Drei Meilensteine in der Entwicklung des Bezirkskrankenhauses schreibt Widder sich auf seinen Fahnen: den Aufbau des Schlaganfallzentrums (Stroke Unit), die flächendeckende neurologische Versorgung der Patienten über Günzburg hinaus in Richtung Allgäu und Donau-Ries sowie den Aufbau des Schmerzzentrums für Patienten mit neurologischen und psychosomatischen Erkrankungen.

„Es war schön, in Günzburg arbeiten zu dürfen“, versichert der in Elchingen wohnhafte Mediziner. Mit seinen Einrichtungen verfüge das BKH über internationalen Standard, die Teams seinen engagiert und motiviert. „Es gibt kaum eine Fluktuation“. Die vom Bezirk Schwaben vorgegebenen Rahmenbedingungen seien überdies in Deutschland nicht selbstverständlich. „Wir können in Günzburg operative und therapeutische Behandlungsmethoden anbieten, die vor Jahren noch undenkbar waren.“

Offiziell wird sich Bernhard Widder heute aus den Leitungsgremien des BKH verabschieden. Der Klinik will er aber noch für einige Jahre verbunden bleiben – als Gutachter in medizinischen Streitfällen.

Die Hoffnung bleibt, dass bei alldem auch ein wenig mehr Muße für das Hobby bleibt – die Musik. Widder ist Pianist in mehreren Jazz-Bands, neuerdings hat er auch Akkordeon-Unterricht genommen. Womöglich ist die Mischung aus Arbeit und Hobby genau die Balance, die Körper, Geist und Seele heilt.

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