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Geburtstag

26.06.2017

Die Töpfe mussten größer werden

Sie wird heute 90 Jahre und ist rundum zufrieden: Hilde Wachholz.
Bild: Wieser

Hilde Wachholz aus Günzburg wird heute 90 Jahre alt

Hildegard Wachholz stammt aus Seitendorf, einem kleinen Dorf im ehemaligen Bezirk Troppau im Sudetenland. „Wir waren zwei Mädchen und zwei Buben. Der Vater war Maurer und die Mutter hat das Haus gehütet“, erzählt die Jubilarin. Aufgrund seines Berufes sei ihr Vater im Dorf immer sehr beliebt gewesen. Jeder sei gekommen, um etwas machen zu lassen. Nach dem Krieg wurde die Familie ausgesiedelt und kam nach Günzburg. Hildegard Wachholz war damals gerade 17 Jahre alt. „Es hat wehgetan, von zuhause weg zu müssen und in eine ungewisse Zukunft zu gehen“, erinnert sie sich daran, wie sie und viele Andere in einem Viehwaggon abtransportiert wurden. Bei einem Bauer in Leip-heim fand die Familie anschließend eine Wohnung.

Neun Kinder hat Hildegard Wachholz großgezogen. „Es war immer was los und mit der Zeit sind natürlich auch die Töpfe immer größer geworden“, sagt sie und lacht. Zum Essen seien immer alle „reingeschossen wie ein Lastzug“. Und auf das Kartoffelgulasch oder den „Scheiterhaufen“ hätten sie sich immer riesig gefreut. „Die Kinder haben absolut zusammengehalten, Streitigkeiten gab’s nie“, erzählt die Jubilarin weiter. Ein großes Hobby hatte Hildegard Wachholz damals auch: Sie nähte Kleider und strickte Pullover und Socken, mit denen sie die Kinder ausstattete.

Seit 33 Jahren lebt die Jubilarin in Günzburg, geht zwischendurch noch selbst zum Einkaufen oder zum Marktplatz. Bis vor einem Jahr war sie sogar noch mit dem Fahrrad unterwegs. Heute hält sie sich am liebsten im Garten auf. Er ist zwar nicht groß, dafür gibt es dort umso mehr Blumen. „Für mich ist es ein Paradies, das brauche ich und das hält mich jung“, betont sie. Und wenn sie einmal Hilfe benötige, stünden ihr ihre Kinder zur Seite. Zu ihrem Geburtstag werden sie ihr nach und nach alle gratulieren. Nicht die ganze Familie gleichzeitig, sondern etwas verteilt. Denn immerhin hat Hildegard Wachholz auch noch zwölf Enkel und zehn Urenkel.

Ach ja, dann gibt es noch etwas, und das ist ihr Heiligtum: Das sind ihre Fotografien, die sie fein säuberlich geordnet in 50 Fotoalben aufbewahrt. Das älteste Bild stammt aus dem Jahr 1939. Auf die Frage, was sie sich wünscht, antwortet sie: „Ich möcht’ noch lange leben, denn schöner als hier geht es wirklich nicht.“

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