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23.04.2018

Einfach mal gemeinsame Sache gemacht

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Eine geglückte Premiere war das erste Gemeinschaftskonzert der drei Günzburger Kapellen im Forum, hier dirigiert von Gerhard Kratzer (Reisensburg).

Blasmusik Die drei Günzburger Kapellen verschmelzen auf der Bühne im Forum zu einem fast 100-köpfigen Klangkörper. So gelang die Zusammenarbeit

Von Martin Gah

Günzburg Unter dem Motto „In Harmonie vereint“ haben die Blaskapellen aus dem Günzburger Stadtgebiet erstmals gemeinsame Sache gemacht. Ebenso voll wie auf der Bühne war es im Zuschauerraum beim ersten Gemeinschaftskonzert der drei Günzburger Kapellen. Die Idee dazu war aus einer Notlage heraus entstanden.

Zurzeit wird die Herrenwaldhalle im Stadtteil Reisensburg saniert, sodass dem dortigen Musikverein kein Konzertsaal zur Verfügung steht. Also griff der Dirigent Gerhard Kratzer zum Telefon und unterbreitete seinen Kollegen Lukas Weiss von der Stadtkapelle und Achim Götz vom Musikverein Wasserburg seine Idee, zu dritt das Forum zu belegen. Die beiden waren sofort dabei. „Wir kennen uns schon seit Jahren und kommen persönlich gut miteinander klar“, erzählt Götz. Die Musikerinnen und Musiker zogen mit Begeisterung und Disziplin mit.

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„Trotz fast 100 Teilnehmern war es bei den gemeinsamen Proben überraschend still“, erinnert sich Lukas Weiss. Zusammen geprobt wurde nur zweimal, und zwar in den neuen Probenräumen der Stadtkapelle im ehemaligen Naturfreundehaus. Jede Kapelle für sich hatte sich schon seit Januar intensiv auf das Konzert vorbereitet.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig begrüßte die Gäste im Forum. Als Moderator fungierte Joe Gleixner, selbst Kapellmeister und Leiter der städtischen Musikschule Günzburg.

Im ersten Teil des Konzerts präsentierten sich jede der drei Kapellen noch als eigenständige Klangkörper. Auf der Bühne saß links die Stadtkapelle, in der Mitte Reisensburg und rechts Wasserburg. Jeder Verein trug zwei eigene Stücke vor. Dabei zeigten die Stadtkapelle und die Reisensburger die reizvollen Wechsel zwischen dramatischen und melancholischen Passagen in der Filmmusik, zu hören bei „Harry Potter“ (Stadtkapelle) und dem Medley „Movie Block Busters“ (Reisensburg). In einem Vortrag der Wasserburger wurden die verschiedenen Klänge der Insel Mallorca zusammengeführt, und zwar von Jacob de Haan in seinem Werk „Sa Musica“ („Ihre Musik“).

In der Pause wurde die Sitzordnung umgebaut. Danach saßen die Musiker vereinsmäßig durchmischt, aber nach Registern geordnet auf der Bühne. Der Taktstock wechselte zwischen den drei Dirigenten hin und her. Mit viel Schwung und Elan kam der Marsch „In Harmonie vereint“ von Siegfried Rundel zu Gehör (Dirigent: Achim Götz). Dieser Titel war auch das Motto des Abends. Gefühlvoll wurde die Polka „Böhmische Liebe“ von Mathias Rauch vorgetragen, dirigiert von Lukas Weiss. In den Soli von Holz und hohem Blech spürte der Zuhörer das vor Freude hüpfende Herz der Verliebten. Dazwischen verteilte das tiefe Blech Streicheleinheiten mit seinem Soli.

Gerhard Kratzer schickte die drei Kapellen auf Entdeckungsreise mit Alexander Pflugers Konzertmarsch „Abel Tasman“. Das Stück ist dem niederländischen Seefahrer und Entdecker Tasmaniens gewidmet. Am Anfang des Stückes steht der erwartungsfrohe Aufbruch im Hafen. Dann manövrieren die Seeleute das Schiff durch brausende Wogen, dargestellt von einem mächtigen Bass Solo. Das letzte melodische Thema erinnert an ein neugieriges Umherblicken im neu entdeckten Land. Dieses wird zunächst vom Holz vorgetragen, dann von tiefen Blech, und anschließend noch mit Trompetensignalen garniert.

Das jubelnde Publikum forderte und bekam Zugaben, von jedem Dirigenten eine. Lukas Weiss bot Variationen über Johannes Brahms „Guten Abend, gute Nacht“ im Polka-Rhythmus. Gerhard Kratzer und Achim Götz hatten Stücke zum Mitsingen ausgesucht, nämlich Kurt Gäbles Bearbeitung des Volksliedes „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“ (Kratzer) und die Bayernhymne (Götz). Danach wurden die Musiker mit nicht enden wollendem begeisterten Applaus verabschiedet.

Nicht nur die Dirigenten, auch die Musiker empfanden den ersten gemeinsamen Auftritt als sehr gelungen, wie Michael Hartl, Schlagzeuger und Vorsitzender der Stadtkapelle, bestätigt. Es soll auch eine Neuauflage geben, wann, steht noch nicht fest.

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