Newsticker

Termin für Olympische Spiele 2021 in Tokio steht fest
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Er ist einer der beliebtesten Musiklehrer Bayerns

Wettenhausen

12.02.2020

Er ist einer der beliebtesten Musiklehrer Bayerns

Markus Putzke, der am St.-Thomas-Gymnasium in Wettenhausen unterrichtet, wurde zu einem der beliebtesten Musiklehrer Bayerns gewählt. Die Mädchen und Buben der Klasse 6a schätzen ihren Klassenleiter sehr. Seine musikalische Leidenschaft ist ansteckend.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Markus Putzke unterrichtet am St.-Thomas-Gymnasium Wettenhausen. Warum er nominiert wurde, was es ihm bedeutet - und wer hinter der Aktion steckt.

Wenn Markus Putzke schwungvoll in die Tasten des schwarzen Flügels greift, springt der Funke seiner musikalischen Leidenschaft spürbar auf seine Schüler über. Obwohl die Sechstklässler nur ein kurzes Begrüßungslied auf spanisch anstimmen, singen sie mit erstaunlicher Inbrunst. Bei ihrem Lehrer, der am St.-Thomas-Gymnasium in Wettenhausen Musik unterrichtet, könnten sie es länger aushalten. Das wird klar, als der 40-Jährige sie wieder aus dem Klassenzimmer schickt und ein Schüler ganz enttäuscht fragt: „Können Sie nicht noch die ganze Stunde hierbleiben?“

Nicht nur seine sechste Klasse hängt an ihm, Putzke scheint viele zu begeistern – so sehr, dass er bei der jüngsten Aktion des Radiosenders BR-Klassik die Auszeichnung mit dem Titel „Best-Note“ bekam und zu einem der beliebtesten Musiklehrer Bayerns gewählt wurde. Die Urkunde übergab ihm Rektor Andreas Eberle kürzlich während des Neujahrskonzerts der Schule (wir berichteten). Auch er ist voll des Lobes: „Es ist eine Auszeichnung für seine gute Arbeit und gleichzeitig ein Qualitätssiegel für unser musisches Gymnasium.“

Der Schulleiter sagt: "Es trifft den Richtigen"

Von der Nominierung hatte Markus Putzke nichts mitbekommen, nichts geahnt. Er sei vollkommen überrumpelt worden. Auch der Schulleiter war nicht eingeweiht worden, war aber „im positiven Sinn überrascht“, als die Urkunde von BR-Klassik in seinem Poststapel auftauchte. „Es trifft den Richtigen“, findet er. Und was die Schüler an ihrem Lehrer so schätzen, könne er nur unterstreichen. „Empathie und Nachsichtigkeit bei gleichzeitiger Perfektion, umfassend gebildet, zielgerichtet, impulsiv, immer optimistisch, empathisch.“ In genau dieser Reihenfolge sind die Eigenschaften auf der Urkunde aufgelistet. Wer die Worte gewählt und wer Putzke nominiert hat – er ist übrigens der einzige im Landkreis, der vorgeschlagen wurde –, war zumindest an der Schule nicht bekannt.

Er ist einer der beliebtesten Musiklehrer Bayerns
Bild: Bernhard Weizenegger

Und was genau steckt hinter der Aktion? „Best-Note“ fand zum ersten Mal statt und ging vom Radiosender BR-Klassik aus. Wie Projektleiterin Kathrin Hasselbeck auf Anfrage mitteilte, konnten im Rahmen der „ARD-Themenwoche Bildung“ bayerische Musiklehrer im großen Stil nominiert werden. Es sei nicht um ein Ranking gegangen, sondern darum, Personen, die sich für musische Bildung einsetzen, ein Danke auszusprechen. Dazu musste ein Online-Fragebogen ausgefüllt werden, die Resonanz sei überwältigend gewesen. Den Radiosender erreichten Ende vergangenen Jahres mehr als 1000 Einsendungen.

Die Auszeichnung ist ihm fast ein bisschen unangenehm

Putzke, einer von acht Musiklehrern am St.-Thomas-Gymnasium, freut sich „wahnsinnig“ über die Auszeichnung – auch wenn sie ihm fast ein bisschen unangenehm ist. Er sei neugierig, wer hinter der Aktion stecke und ihn bewertet habe. Aber da lasse keiner etwas heraus, trotz seiner Nachfragen. In seinen Augen hätten andere diese Ehre genauso verdient, schließlich ist sein Credo: „Als Lehrer kann man nur im Team bestehen.“ Ein Musiklehrer habe es immer leichter, bei den Schülern zu punkten, als einer, der „die bösen Fächer wie Mathe und Latein“ lehrt. An die große Glocke hängen möchte Putzke es lieber nicht. Aber spätestens seit der öffentlichen Übergabe der Urkunde auf dem Neujahrskonzert hat es sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen.

Was den 40-Jährigen am meisten freut: Eine Reihe ehemaliger Schüler habe sich bei ihm gemeldet, sogar der ehemalige Schulleiter Albert Reile habe ihm Glückwünsche samt einer Collage geschickt. Wie viele andere auch habe dieser es bedauert, nichts von der Abstimmung gewusst zu haben. Sonst hätte Reile natürlich auch sein Kreuzchen bei Putzke gesetzt, habe er geschrieben.

Es ist eine Bestätigung seiner Arbeit

Auch die 31 Mädchen und Buben der Klasse 6a, deren Klassenleiter Putzke ist, wollen von der Abstimmung, die online lief, nichts erfahren haben. Eine Schülerin mit Brille und rotem Pullover betont, dass sie ihn sofort gewählt hätte, „weil er einen so tollen Unterricht und immer etwas Neues macht“.

Bild: Bernhard Weizenegger

Andere Finger schnellen in die Höhe, jeder will eine Antwort auf die Frage beisteuern, was den Lehrer Putzke von anderen unterscheidet. „Er hat immer ein offenes Ohr“, sagt der eine. Der Nächste: „Er hat so viel Humor und nimmt nicht alles so bierernst.“ Und wieder eine andere fügt hinzu: „Er singt viel mit uns.“ Putzke ist stolz, es sei eine Bestätigung seiner Arbeit, das „tollste Lob, das man von Schülern bekommen kann“ und ein Anreiz, „noch mehr im Unterricht zu geben“.

Markus Putzke ist Thomasianer durch und durch

Seit zwölf Jahren unterrichtet der Vater dreier Kinder im Gymnasium in Wettenhausen, von den Fünft- bis zu den Zwölfklässlern, leitet den Unterstufenchor und das Orchester, bringt den Schülern Klavier-, Orgel- und Saxofonspielen bei. An seiner Seite hat er Kollegen, die ihn einst selbst als Schüler unter ihren Fittichen hatten, von denen Putzke sagt, dass sie ihn geprägt haben. Er ist Thomasianer durch und durch. Nach dem Abitur leistete er hier auch seinen Zivildienst. Nach zwei Semestern evangelischer Theologie entschied er sich für ein Musikstudium in Weimar. Unmittelbar, nachdem er das Referendariat beendet hatte, folgte er dem Ruf zurück in die Heimat und kann sich seitdem „keine schönere Stelle vorstellen“.

Nach langer Suche weiß Markus Putzke allerdings immer noch nicht, wem er seine Nominierung zu verdanken hat. Die Projektleiterin von BR-Klassik, Kathrin Hasselbeck, lässt auf Nachfrage unserer Zeitung nur so viel heraus: Der Wettenhauser Lehrer sei von zwei Personen bewertet worden, jedoch nicht von derzeitigen Gymnasiasten, sondern von Mitgliedern eines Chors, den Putzke geleitet hat. „Skurril“, findet der Lehrer. Die Auszeichnung kann ihm trotzdem keiner mehr nehmen.

Lesen Sie auch zu Wettenhausen:

Elf Millionen Euro für das Kloster Wettenhausen

Kiermasz fordert mehr Wertschätzung für Ehrenamtliche

Nur noch 25 dürfen in den Kaisersaal

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren