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Blasmusik

17.03.2015

Experiment geglückt

Gelungener Auftakt zu einem Gemeinschaftswerk: Dirigent Christian Weng zeigte mit seiner Jugendkapelle Mindeltal, dass starker musikalischer Nachwuchs auf die Kapellen wartet. Danach gaben die Trachtenkapelle Scheppach und die Musikkapelle Freihalden-Oberwaldbach ihr erstes Gemeinschaftskonzert.
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Gelungener Auftakt zu einem Gemeinschaftswerk: Dirigent Christian Weng zeigte mit seiner Jugendkapelle Mindeltal, dass starker musikalischer Nachwuchs auf die Kapellen wartet. Danach gaben die Trachtenkapelle Scheppach und die Musikkapelle Freihalden-Oberwaldbach ihr erstes Gemeinschaftskonzert.

Trachtenkapelle Scheppach und Musikkapelle Freihalden-Oberwaldbach machen erstmals gemeinsame Sache. Der Versuch entstand aus einer Notlage, die viele Kapellen kennen

Es war ein Experiment, auf das sich die Kapellen aus Scheppach und Freihalden-Oberwaldbach einließen: gemeinsam ein Konzertprogramm einstudieren und es unter einem Dirigenten, nämlich Raimund Stocker, auf die Bühne bringen. Die Umstände, die dazu geführt haben, dürften vielen Blaskapellen der Region bekannt vorkommen. „Wir haben derzeit mit einem größeren Musikermangel zu kämpfen. Die jüngeren Musiker gehen zum Studieren und neben Familienplanung oder Hausbau sind die meisten Musiker im Alltag und beruflich sehr eingespannt. Leider kommen auch noch mehrere Krankheitsausfälle hinzu“, bedauerte die erste Vorsitzende der Trachtenkapelle Scheppach, Alexandra Sturm.

„Schnell waren die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Kapellen gefunden“, wie Posaunist Philipp Lintner, der charmant durch das Programm führte, darlegte. Die Instrumentenkoffer seien ja nahezu identisch, was schon mal zu Verwechslungen führte. Einem Scheppacher Bassist seien jedoch auch Unterschiede aufgefallen, eher in kulinarischer Hinsicht. „Dia essat ja viel mehr Käs’ als Wurscht“, bemerkte er bei der gemeinsamen Brotzeit.

Musikalisch harmonierten die beiden Kapellen jedenfalls bestens, was die Zuhörer bereits beim Auftaktstück „Herndon Exaltations“ von Robert W. Smith erkennen konnten. Leichtfüßig und beschwingt ging es weiter mit „Bohemia“ von Kurt Pascher. Dirigent Stocker verlangte mit diesem anspruchsvollen Konzertmarsch ein hohes Niveau von seiner neu entstandenen Musikertruppe. Anders als in gewöhnlichen Märschen, die aus mehreren Abschnitten bestehen, schien in diesem Marsch alles zu einem großen, stimmigen Ganzen zu verschmelzen. Beim „Portrait of a Clown“ gab Moderator Lintner den Zuhörern als Aufgabe, sich die Hauptfigur des Stücks – einen mal lustigen, mal traurigen Clown – vor das innere Auge zu holen. Für die Überraschung des Abends sorgte Thomas Unger, der tatsächlich im Clownsgewand zur Musik auf der Bühne agierte.

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Ein Stück Sommer, Sonne, Strand und Meer holten die Musiker mit „Italo Pop Classics“ von Erwin Jahreis in die gut gefüllte Grundschulturnhalle Scheppach. An bella Italia erinnerten Klassiker wie „Azzuro“ oder „Gloria“. Zu zweit die Welt einmal hinter sich lassen und die Zeit genießen, war das Motto des moderneren Stücks „We can leave the world behind“, arrangiert von Jan van Kraeydonck. Das bekannte Pop-Lied des Interpreten Sasha war 15 Wochen in den Top 10 der Charts. Nach einer rhythmisch und stimmungsvoll gelungenen Darbietung von Klaus Rustlers Polka „Böhmischer Himmel“ entließen die Musikkapellen ihr applaudierendes Publikum mit zwei Zugaben, unter anderem mit der beliebten Polka „Wir Musikanten“ in den Abend. Ein letzter Beweis dafür, dass Musik imstande ist, die Herzen, Menschen und sogar ganze Kapellen zu verbinden.

Dirigent Christian Weng bewies, dass im Mindeltal der Nachwuchs bereits in den Startlöchern zu Großem steht. Seine Jugendkapelle der Bläserschule Mindeltal durfte im Vorprogramm des Konzerts ihr Können mit vier Stücken unter Beweis stellen. Weng hatte abwechslungsreiche und anspruchsvolle Konzertstücke vorbereitet. „Fanatic Winds“ von Thomas Doss ist geprägt von einem Mix aus ruhigen Passagen mit eher lauen Lüftchen und raschen Sausewinden. Die Musiker selbst verglichen das Stück mit der Probearbeit. „Es ist schon eine Art positiver Fanatismus, nach der Arbeit oder der Schule gemeinsam zu musizieren“, stellte Weng mit großem Stolz auf die Leistung seiner Sprösslinge fest.

In „Tales of the Bay“ entführten die Jungmusiker ihre Zuhörer in die frühe Besiedlungszeit der USA. Mit der Filmmusik zu „Spirit der wilde Mustang“ von Hans Zimmer und zu Walt Disneys Zeichentrickfilm „Aladdin“ bewiesen die Nachwuchsmusiker, was rhythmisch und klanglich bereits jetzt in ihnen steckt. Eine vielversprechende Hoffnung, dass sich die Reihen der umliegenden Musikkapellen wieder etwas mehr füllen.

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