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Einsatzübung

19.10.2017

Fünf Feuerwehren, drei Szenarien

Löschen, retten, besprechen: Die Großübung von fünf Feuerwehren auf einem großen Firmengelände an der A 8 war für 80 Einsatzkräfte mit großen Herausforderungen verbunden. Drei verschiedene Szenarien wurden trainiert.

Auf dem neuen Günzburger Firmengelände an der Autobahn trainieren 80 Helfer. Das nutzt auch dem Unternehmen

Großübungen der Feuerwehr auf Firmengeländen sind für beide Seiten eine wichtige Sache: Zum Einen für die Verantwortlichen eines Betriebes, die dabei sehen, wie so ein Einsatz ablaufen kann und was die Einsatzkräfte und das eigene Personal fordern und erwarten. Zum Anderen für die Kräfte selbst, über die Besonderheiten, die die jeweilige Firma aufweist. Auch die gemeinsame Übung mehrerer Feuerwehren auf dem Gelände des neuen Peri-Werks in Günzburg fiel unter diese Kategorie.

In der Legoland-Allee in Deffingen stellten sich Fahrzeuge mehrerer Feuerwehren auf. Zum Start der Übung gegen 19.15 Uhr forderte Einsatzleiter Achim Senser, 2. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Günzburg, erste Fahrzeuge an. Das fiktive Szenario: Es wurde angenommen, dass es in der Produktionshalle bei der Firma Peri bei Reparaturarbeiten mit einem Gasbrenner zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung gekommen war. Zwei Arbeiter galten als vermisst, alle übrigen Mitarbeiter hatten die Halle verlassen und sich am Sammelpunkt getroffen. Die ersten Trupps begannen bereits auf der Anfahrt, sich mit Atemschutzgeräten auszurüsten. Da Menschenrettung vor Brandbekämpfung geht, wurden als erstes die Vermissten gesucht und gerettet. Die übrigen Feuerwehrler bauten eine Wasserversorgung zur Brandbekämpfung über eine Tragkraftspritzenpumpe aus einem der im Boden eingelassenen Löschwasserbehälter auf.

Die Übung in der Halle war noch in vollem Gange, als im Verwaltungsgebäude ein technischer Defekt simuliert wurde, der zu einem Schwelbrand führte. Eine Nebelmaschine produzierte starken Rauch im Treppenhaus – dieses schied somit als Fluchtweg für die zehn Mitarbeiter im Gebäude aus. Sie retteten sich auf die Dachterrassen oder konnten ihre Büros gar nicht verlassen. Einsatzleiter Senser forderte die Drehleiter und weitere Feuerwehrfahrzeuge an. Alle Vermissten mussten gefunden werden.

Dem nicht genug, musste ein weiteres Übungsszenario auf dem Firmengelände von den Feuerwehrkräften gelöst werden. Hier wurde eine Situation gestellt, bei der ein mit Gasflaschen beladener Lastwagen durch überhitzte Bremsen in Brand geriet. Daneben lag eine Puppe, die den Fahrer darstellen sollte, der mittels Feuerlöscher versucht hatte, das Feuer einzudämmen. Durch die Hitze platzte ein Reifen, wodurch der Fahrer weggeschleudert wurde und bewusstlos neben seinem brennenden Fahrzeug lag. Jetzt kamen auch die letzten Feuerwehrkräfte zum Einsatz. Es galt, die Lage richtig zu erkunden und den Verletzten schnell zu finden.

Kräfte der Kreisfeuerwehrinspektion Günzburg nahmen als Beobachter an den drei parallel laufenden Übungen teil. Sie bewerteten das Geleistete und gaben konstruktive Anregungen. Die Dinge, die dabei angesprochen werden mussten, sollten keine Kritik darstellen, sondern Verbesserungspotenzial aufzeigen. Wichtige Erkenntnisse, sowohl für die Einsatzkräfte, als auch für die Mitarbeiter der Firma. Erkenntnisse, die in einem echten Ernstfall Leben retten können.

Laut Christian Eisele, Stadtbrandinspektor und Kommandant der Feuerwehr Günzburg, nahmen 80 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Günzburg, Deffingen, Denzingen, Kleinkötz, Leinheim und der Kreisfeuerwehrinspektion Günzburg an der Übung teil. (obes)

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