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Fußball

13.03.2019

Fußball-Kreis Donau will Mannschaften mit weniger als elf Spielern zulassen

Sieht das „Flex-Modell“ als Chance für Vereine an der Fußball-Basis: Spielleiter Franz Bohmann.
Bild: Ernst Mayer

Im Kreis Donau könnte bald das „Flex-Modell“ eingeführt werden. Spielleiter Franz Bohmann gefällt die Idee. Doch sie hat Tücken – etwa beim Aufstiegsrecht.

Es braucht nicht viel, damit eine Fußballmannschaft nicht antreten kann. Ein paar Verletzungen, die eine oder andere Familienfeier oder ein Urlaub: Schnell geht das Personal vor allem in den B-Klassen aus. Das bedeutet auch: Immer wieder können Mannschaften nicht antreten, müssen Spiele verlegt werden oder gehen Begegnungen kampflos verloren.

Dieser Problematik möchte der Fußball-Kreis Donau ab der kommenden Saison mit dem sogenannten „Flex-Modell“ des Bayerischen Fußballverbands (BFV) entgegenwirken. Es sieht vor, dass Spiele auch mit einer reduzierten Mannschaftsstärke bestritten werden können. Kreis-Spielleiter Franz Bohmann (Bliensbach) favorisiert einen alternativen Spielbetrieb mit neun Mann. Den Vereinen in der Region hat er das Modell unlängst bei den Spielgruppentagungen vorgestellt.

Es geht auch mit zehn, acht oder sieben Spielern

Welche Idee steht hinter dem „Flex-Modell“?

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Die Vereine müssen zu einem bestimmten Stichtag melden, mit welcher Mannschaftsstärke sie generell in den Punktspielbetrieb starten möchten. Wer beispielsweise nur eine Neuner-Mannschaft gemeldet hat, kann in den Spielen gegen die Konkurrenz zwar voll punkten, hat am Ende der Saison aber kein Aufstiegsrecht. Teams mit voller Mannschaftsstärke können sich an einzelnen Spieltagen vor der Begegnung auf eine reduzierte Spieleranzahl einigen. Möglich wäre nach den BFV-Statuten auch eine Mannschaftstärke von zehn, acht oder sieben Spielern. Bohmann spricht sich dafür aus, entweder mit einer kompletten Mannschaft – also mit elf Spielern – oder nur mit neun Mann anzutreten. Das Team, welches die Anzahl der Spieler ändern möchte, steht in der Pflicht, Gegner und Spielleiter zu benachrichtigen. Der Zeitraum für die Benachrichtigung sollte spätestens am zweiten Tag vor Spielbeginn erfolgen. Der Schiedsrichter trägt das im Spielbericht unter „Sonstige Vorkommnisse“ ein. Es bleibt bei drei beziehungsweise vier Auswechslungen.

In welchen Fußball-Spielklassen im Kreis Donau soll das „Flex-Modell“ eingeführt werden?

Zunächst in den fünf B-Klassen (West 1 bis 4 und Nord) sowie in den Reserve-Gruppen der Kreisliga Nord, Kreisklasse Nord 1, A-Klasse West 3, A-Klasse Nord und B-Klasse Nord. Die Vereine im Landkreis Günzburg spielen ausschließlich mit Mannschaften im aufstiegsberechtigten Spielbetrieb.

Was passiert, wenn eine Mannschaft nicht vor der vorgesehenen Frist mitteilen kann, mit wie vielen Spielern sie in das Duell geht?

Erfolgt die Mitteilung zur Veränderung der Mannschaftsstärke nicht rechtzeitig oder soll eine Veränderung noch am Spieltag erfolgen, ist die Zustimmung des Gegners erforderlich. Die einvernehmliche Änderung der Mannschaftsstärke ist durch die beiden Spielführer dem Schiedsrichter mitzuteilen.

Ein Spiel Neun gegen Neun dauert nur 80 Minuten

Wie muss dann das Spielfeld aufgebaut sein?

Bei Neun gegen Neun kann das Spielfeld um einen Strafraum verkürzt werden. Die Spielzeit wird unabhängig von der Größe des Spielfeldes auf 2x40 Minuten reduziert. Die Linien müssen bei einem verkleinerten Platz mit Markierungshütchen angedeutet werden.

Wenn eine Elfer-Mannschaft einmal mit reduzierter Mannschaftsstärke spielt, verliert sie dann ihr Aufstiegsrecht?

Nein. Die Vereine, die generell keine Neuner-Mannschaft gemeldet haben, behalten das Aufstiegsrecht unabhängig davon, ob sie öfters mal mit einer reduzierten Mannschaft antreten. Wird dagegen eine reine Neuner-Mannschaft Meister, übernimmt die nächstplatzierte Elfer-Mannschaft das Aufstiegs- bzw. Relegationsrecht.

In Niederbayern läuft‘s gut

Gibt es Erfahrungswerte aus anderen Fußball-Regionen Bayerns?

In Niederbayern wurden in der vergangenen Saison an die 300 Spiele mit reduzierter Mannschaftsstärke ausgetragen. Meistens wurde dabei mit neun gegen neun gespielt. Das „Flex-Modell“ hat sich dort dem Vernehmen nach bewährt.

Wer entscheidet, wie ab der neuen Saison gespielt wird?

Der BFV überlässt die Entscheidung den Vereinen. Sie sollen bei einer außerordentlichen Tagung im späten Frühjahr abstimmen. Dabei zählt die einfache Mehrheit.

Der Kreis Augsburg wartet noch ab

Wird es das Modell auch in benachbarten Fußball-Kreisen geben?

Reinhold Mießl, Spielleiter im Kreis Augsburg, bezeichnet den Kreis Donau als „Pilot“. Er möchte die Erfahrungen aus dem Nachbar-Kreis abwarten und sagt: „Für die Saison danach könnte man das auch hier ins Auge fassen.“ Das Flex-Modell könnte dazu führen, dass weniger Mannschaften vom Spielbetrieb abgemeldet werden. Allerdings bleibe „abzuwarten, wie es in der Praxis läuft“.

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