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Günzburg

13.02.2020

Günzburg arbeitet an einem Konzept für Fahrradstadt

In Günzburg sollen mehr Leute aufs Fahrrad umsteigen.
Bild: Peter Wieser (Archivfoto)

Zur Auftaktveranstaltung in der Großen Kreisstadt kommen mehr als 100 Interessierte. Wie es jetzt weitergeht.

Günzburg soll bis 2025 Fahrradstadt sein. So lautet jedenfalls das Konzept der Stadt. Dies bedeutet natürlich nicht, dass innerhalb von fünf Jahren alle Günzburger aufs Fahrrad umsteigen müssen, sondern vielmehr: „Egal ob acht oder 88 Jahre: 2025 soll jeder in Günzburg sicher, bequem, einfach und gerne radeln können.“ Das hatte Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig schon im Januar betont, als die Pläne vorgestellt wurden (wir berichteten).

Gemeinsam mit dem Institut für innovative Städte in Röthenbach an der Pegnitz möchte Günzburg zusammen mit Bürgern, Stadtrat und Stadtverwaltung ein auf die Stadt individuell zugeschnittenes Radverkehrskonzept erstellen. Ein dafür erarbeiteter Katalog soll dem Stadtrat als Entscheidungsgrundlage dienen. Am Mittwoch fand im Günzburger Forum am Hofgarten die Auftaktveranstaltung statt, mehr als 100 Bürger waren der Einladung gefolgt. „Wenn man schon mit eingebunden wird, dann soll man auch hingehen“, bemerkte eine Reisensburgerin, eine leidenschaftliche Radlerin, wie sie sagte. Einige waren tatsächlich mit dem Fahrrad gekommen.

Die Infrastruktur für Fahrradfahrer wird immer wichtiger

Oberbürgermeister Jauernig betonte: „Die Mobilität der Zukunft wird neu ausgerichtet. Konzepte und Mobilitätsverhalten werden sich komplett verändern.“ Was ist zu tun, damit die Entscheidung dabei öfter für das Fahrrad fällt? Wo gibt es Situationen, bei denen Radfahrer ausgebremst werden? „Die Menschen steigen auf das Fahrrad um, wenn radeln schnell, einfach und bequem ist“, betonte Lydia Hufmann-Bisping, Projektleiterin beim Institut für innovative Städte.

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Dabei werde die entsprechende Infrastruktur immer wichtiger. Die Zahl der Radfahrer steige, Fahrräder würden schneller, auch gebe es immer mehr und breitere Lastenräder. Ein Radverkehrskonzept umfasse nicht nur Radwege, sondern alle wichtigen Aspekte, um Menschen zum Radfahren zu animieren. Ein übergeordnetes Hauptnetz verbinde die zentralen Orte mit bequem befahrbaren Routen, ein engmaschiges Basisnetz sorge an dessen Anbindung und für kurze Wege innerhalb der Stadt.

Ein Vorschlag: Abstellplätze für Fahrräder in den Tiefgaragen

Wie sieht das in der Großen Kreisstadt aus? Welche Bedürfnisse haben die Radler und wie sehen mögliche Lösungen aus? In vier Arbeitsgruppen wurden diese Fragen im Hinblick auf vier spezielle Gruppen erörtert: Pendler, Familien und Kinder, Pedelecs und Lastenfahrräder sowie Radtouristen. Ideen gab es zahlreiche, von einem vollständigen Radwegsystem mit breiten Querungshilfen, ausreichend Fahrradstellplätzen über fahrradanhängerfreundliche Durch- und Übergänge, Lademöglichkeiten für E-Bikes bis hin zu Fahrradrastplätzen.

Ab sofort besteht bis zum 5. April die Möglichkeit, eigene Vorstellungen online einzubringen: Auf http://guenzburg-fahrradstadt.de können Bürger ihre Anregungen mitteilen, sie werden gesammelt und fließen in das Konzept ein. Nach der Bestandsaufnahme wird Ende Mai eine Steuerungsgruppe, bestehend unter anderem aus Polizei, ADFC, Verwaltung und Mitgliedern des Stadtrats, erste Vorentscheidungen treffen. Im Juli soll ein Netzplanentwurf entwickelt werden, bei dem die Bürger wieder mit eingebunden sind. Eine Idee wurde schon am Mittwoch vorgetragen: Warum nicht in den vorhandenen Tiefgaragen Fahrradabstellplätze schaffen?

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