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Handball
14.10.2021

Der VfL Günzburg und die Kunst, die Köpfe freizukriegen

Die Kommunikationsfähigkeiten von Gábor Czakó sind derzeit gefragt wie selten zuvor. Hier schwört der Trainer des Handball-Drittligisten VfL Günzburg seinen Linksaußen Balász Tóth auf eine neue Situation im Heimspiel gegen Söflingen ein.
Foto: Ernst Mayer

Niemand erwartet einen Erfolg, wenn die Handballer des VfL Günzburg beim Drittliga-Primus antreten. Ihr Trainer steht in Konstanz vor einem Familienduell.

Sportlich krasse Gegensätze begegnen sich, wenn die Drittliga-Handballer des VfL Günzburg bei der HSG Konstanz antreten. Die Bodensee-Anrainer thronen nach sechs Partien ohne Punktverlust an der Tabellenspitze, die Schwaben haben erst einen Zähler eingefahren und befinden sich beinahe am Südpol der Rangliste. Eine Zahl, die den Unterschied vielleicht am besten verdeutlicht: Konstanz erzielte bislang pro Begegnung satte elf Tore mehr als die Weinroten. Anspiel in der Schänzle-Sporthalle ist an diesem Freitagabend um 20.30 Uhr.

Konstanz am Übergang zwischen zweiter und dritter Liga

Die Südbadener stiegen vergangene Saison aus der 2. Liga ab. Leistungsmäßig befindet sich die HSG seit vielen Jahren am Übergang zwischen zweiter und dritter Spielebene. Das dokumentieren die Tabellenbilder. Insgesamt kann man auf sieben stolze Zweitliga-Jahre zurückblicken.

Der Konstanzer Weg ist bundesweit viel beachtet und ein echtes Erfolgsmodell, das irgendwann einmal wieder die Etablierung in der 2. Liga ermöglichen sollte. Es gibt eine Kooperation des Konstanzer Spitzenhandballs mit der Exzellenzuniversität Konstanz und der Fachhochschule HTGW Konstanz. Exklusive Stipendien können an Kaderspieler, die sich der HSG anschließen, verliehen werden. Ein Traumstudienplatz am schwäbischen Meer zieht natürlich; das niedrige Durchschnittsalter der Mannschaft erklärt sich auch so.

Vater der Konstanzer Erfolgsgeschichte ist Otto Eblen, seit 1991 Präsident der HSG. Dessen Sohn Daniel stand sage und schreibe 18 Spielzeiten zwischen dritter und zweiter Liga auf der Kommandobrücke der Konstanzer Ersten. Auf eigenen Wunsch ging er als Co-Trainer nach der vergangenen Saison zurück ins zweite Glied.

Das Spiel wird auch ein Familienduell. Aaron Czakó, der ältere Sohn von VfL-Trainer Gábor Czakó, spielt im Konstanzer Drittliga-Team pfeilschnell und erfolgreich auf Linksaußen. Der Papa wird sich bestimmt etwas einfallen lassen. Darauf hofft man beim VfL auf jeden Fall.

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VfL Günzburg in der Rolle des Außenseiters

Bei dieser Ausgangsposition bleibt für den VfL natürlich nur die Außenseiterrolle. Am Bodensee muss man nicht gewinnen. Vielleicht ein Vorteil, die Bürde des Unbedingt-Gewinnen-Wollens bei den jüngsten Heimspielen gegen die TSG Söflingen und den TSV Neuhausen tat den Günzburgern gar nicht gut. Zumindest dieser Druck ist diesmal weg. Aber schaffen es die Spieler in der Vorbereitung, die Köpfe wirklich freizukriegen?

Die Ruhe nach dem saftlosen Auftritt

Vonseiten der VfL-Abteilungsleitung gibt es nach dem zuletzt saft- und kraftlosen Heim-Auftritt keine Kritik an der Mannschaft. Im Gegenteil: Es wird ordentlich mitgelitten. Man weiß, wie groß der Sprung von der Bayernliga in die 3. Liga ist und wie viel die Jungs und Trainer investieren. Mit Ausnahme dieses wirklich merkwürdigen Erlebnisses und des Oppenweiler-Debakels – auch solche Ergebnisse gehören zum harten Leben eines Liga-Neulings – entschieden sich alle Spiele erst in den Schlussphasen. Wenn ruhig weitergearbeitet wird, werden sich auch Erfolgserlebnisse einstellen; so zumindest die feste Überzeugung der Verantwortlichen. Jeder Fan, der bislang die VfL-Spiele verfolgte, erkannte, dass da eine Mannschaft mit allerletztem Einsatz zu Werke geht. Im falschen Moment werden einfach noch eine oder zwei Fehlentscheidungen zu viel getroffen.

Bescheidenheit und Qualität des Günzburger Wegs

Das Spiel in Konstanz ist der nächste Entwicklungsschritt in der Rolle des Außenseiters. Es ist eine Situation, mit der sich die Mannschaft gut auskennt. Wäre sie nicht schon oft genau dann über sich hinausgewachsen, stünde sie nicht da, wo sie heute steht auf ihrem neben der Konstanzer Panorama-Hochstraße bescheiden anmutenden Günzburger Weg. (AZ)

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