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Günzburg

14.07.2018

Im Haus der Bildung geht es weiter aufwärts

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Seit zehn Jahren ist die Volkshochschule Günzburg im Dossenbergerhaus, dem „Haus der Bildung“ zuhause.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die selbst gesteckten Ziele hat die Einrichtung wieder übertroffen. Dafür gibt es auch eine Erklärung.

Die Volkshochschule Günzburg schreibt weiter an ihrer Erfolgsgeschichte. Nicht nur die für 2017 selbst gesteckten Ziele einer stabilen Finanzlage, erfolgreichen Integrationskursen, der Zertifizierung nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) und einem Vhs-Angebot in gewohntem Umfang und Qualität wurden erreicht, sondern darüber hinaus eine glänzende dritte Dekade mit Geschäftsführerin Petra Demmel abgeschlossen. Demmel, seit 30 Jahren im Amt, untermauerte das in ihrem Jahresbericht mit Zahlen.

Die vielen Besucher der Mitgliederversammlung im Haus der Bildung in Günzburg erfuhren, dass im Jahr 2017 794 Veranstaltungen stattfanden, 16544 Besucher wurden gezählt und 6363 Doppelstunden abgehalten. Knapp 950 000 Euro wurden für das „ABC des lebenslangen Lernens“, wie sich Demmel ausdrückte, ausgegeben. Größter Ausgabeposten waren das Personal (382 000 Euro), darunter zwei festangestellte Kursleiter, die Kursleiterhonorare (191 000 Euro) und Investitionen für den Lehrbetrieb (71 000 Euro). Es wurde ein Medienwagen, ein Medienboard und zusätzliche Tische und Stühle gekauft. Auf der Einnahmenseite machen Zuschüsse in Höhe von 530 000 Euro, darunter auch die des Bamf für die Integrationskurse, und Kursgebühren (310 000 Euro) den Löwenanteil aus. Um Einnahmen und Ausgaben auszugleichen wurden 13 000 Euro an Mehreinnahmen aus 2016 benötigt. Die Bilanzsumme beträgt 144 000 Euro. Im Vergleich zu 2008 weist das Haushaltsvolumen ein Plus von 93 Prozent aus, die Doppelstunden ein Plus von 44 Prozent.

Petra Demmel hat eine schlüssige Erklärung: „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann man sich entwickeln.“ Für die Vhs-Familie gehört dazu auf jeden Fall das Haus der Bildung. Seit zehn Jahren hat die Volkshochschule im Dossenbergerhaus im Herzen von Günzburg eine feste Bleibe. Auch wenn es für Vorsitzenden Walter Czech schmerzlich ist, dass die Räume im zweiten Stock wohl für einen zweiten Anlauf von Günzburg als Hochschulstadt abgegeben werden müssen.

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Am beliebtesten sind bei der Vhs Günzburg die Sprachen mit 51 Prozent der Doppelstunden, gefolgte von Gesundheit (19 Prozent) und Kultur (13 Prozent). Die Kasse wurde von Wolfgang Strehle geprüft, die von ihm empfohlene Entlastung einstimmig gewährt.

Vhs-Vorsitzender Walter Czech ging vor allem auf die überdurchschnittlichen Erfolge der Integrationskurse ein. Durchschnittlich 22 Teilnehmer sind in einem Kurs, drei brechen im Schnitt ab und stolze 63 Prozent legen die B1-Prüfung erfolgreich ab. „Das sind Werte über dem Bundesschnitt, eine ganz tolle Sache.“ Beeindruckt zeigten sich die Mitglieder von Mahmud Abou Al Shaer, einem Syrer aus Damaskus, der 2015 in Deutschland ankam, seinen Asylantrag stellte und nach einer langen Wartezeit mit dem positiven Asylbescheid auch Zugang zu den Integrationskursen bekam. In fehlerfreiem Deutsch erzählte er seine Erfahrungen und sagte: „Ein normales Leben zu leben und mit den Leuten zu sprechen, ist ohne Integrationskurs nicht möglich.“ Zurzeit arbeitet er bei der Deutschen Post als Zusteller.

Von Oberbürgermeister Gerhard Jauernig gab es das Versprechen, die Volkshochschule in hohem Maß partnerschaftlich zu begleiten und zu unterstützen, um allen Menschen Zugang zu Bildung ermöglichen. Er sagte aber auch, dass Integrationskurse nicht Aufgabe der Stadt, sondern in gesellschaftspolitische Verantwortung lägen. Ein deutlicher Wink dahingehend, dass die Stadt die Räume im zweiten Stock, die speziell für Integrationskurse gebraucht werden, zukünftig wieder an eine Hochschule vergibt.

Gerne übernahm Vorsitzender Walter Czech die Ehrung von Persönlichkeiten, die sich teils über Jahrzehnte bei der Vhs engagiert hatten. Hans-Jürgen Sattler, Peter Baumer, Hans Wolff, René Mick, Otto Seiler, Anneliese Poppel, Heribert Schretzenmayr und Petra Demmel freuten sich über Blumen oder Buchgeschenke.

Die turnusgemäße Neuwahl leitete Günter Treutlein, alle Entscheidungen fielen einstimmig. Gewählt wurden 1. Vorsitzender Walter Czech, 2. Vorsitzender Berthold Lipp (neu), 3. Vorsitzende Andrea Reichhardt, Schriftführerin Elisabeth Bacherle, Rechnungsprüfer Wolfgang Strehle, stellvertretender Rechnungsprüfer Gerhard Jauernig, sowie die zu wählenden Beiräte Miriam Albrecht, Alois Bäuchl, Berthold Feil, Andreas Finken (neu), Alfred Geißler, Gerhard Jauernig, Laetizia Mainetti, Albert Reile (neu), Ursula Seitz, Wolfgang Strehle und Ursula Walz. Neu sind ebenfalls die Schulvertreter des Maria-Ward-Gymnasiums Christian Hörtrich und des Beruflichen Schulzentrums Elke Warnecke.

Gitarrenklängen der „Voggbrothers“ aus Ichenhausen leiteten über in einen Sommerabend, an dem sich die Vhs-Familie viel zu erzählen hatte.

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