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Holzwirtschaft

25.04.2015

In keiner guten Verfassung

Der Waldweg bei Landensberg ist in einem sehr schlechten Zustand.
Bild: Emil Neuhäusler

Ein Waldweg bei Landensberg ist unpassierbar. Das kann auch gravierende Folgen bei einem Notfall haben

In der Jagdversammlung der Gemeinde Landensberg hat Bauernobmann Georg Fink eindringlich an die Privatwaldbesitzer appelliert, den wichtigsten Waldweg der Gemeinde durch das Waldstück Schluchtberg endlich „neuzeitlich“ zu erschließen. Fink zählte viele Gründe auf und hatte auch einen Finanzierungsvorschlag parat.

Im gemeindlichen Kataster ist der Weg als unbefestigter Waldweg aufgeführt. Als solcher präsentiert er sich seit vielen Jahren auch und genüge damit nicht mehr den Anforderungen einer zeitgemäßen Holzwirtschaft. Darüber hinaus stelle er ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Denn, so argumentierte Fink, das Waldstück ist derzeit bei einem Unfall oder Waldbrand weder von Notarzt, Krankenwagen oder Feuerwehr zu erreichen. Wie lebensnotwendig das schnelle Eintreffen der Rettungskräfte ist, habe sich erst unlängst bei einem Motorsägeunfall in Landensberg gezeigt.

Fink stellte die Frage: „Wer soll denn in Zukunft die Windbrüche und Durchforstungen vorneh-men?“ Noch sei die ältere Generation im Wald anzutreffen, von den Jungen habe er noch keinen bei der Waldarbeit gesehen. Die Zukunft gehöre ganz sicher den schnell, sicher und kostengünstig arbeitenden Holzerntemaschinen und dem Abtransport mit Rücke- und Lastwagen. Dazu seien aber tragfähige Waldwege mit vier Metern Breite und einem entsprechenden Randstreifen erforderlich. Derzeit könnten moderne Holzerntemaschinen das betroffene Waldstück über den einzigen Waldweg nicht erreichen. Auch der Abtransport der gefällten Stämme sei auf dem teilweise nur 2,20 bis 2,50 Meter breiten, unbefestigten Waldweg nicht möglich. Außerdem kann der gemeindliche Holzlagerplatz bei den großen Eichen, wenn Wiesen zu Ackerland oder eingezäunt werden, nicht mehr durch schwere Holzfuhr-Lastwagen angefahren werden. „Wir brauchen einen Lkw-tragfähigen Hauptwaldweg, der durch alle privaten Waldgrundstücke führt“, sagte Fink.

Eine Flurbereinigung der Privatwälder, wie sie das Forstamt 2012 empfahl, habe es leider nicht gegeben, bedauert er. So bewirtschaften weiterhin 37 Waldbesitzer 201 Flurstücke, die meist eine Breite von fünfeinhalb, elf oder 22 Metern haben und bis zu einem Kilometer lang sein können. An dem Weg, dessen Ausbau zur Debatte steht, liegen 25 Grundstücksbesitzer mit 52 Flurstücksnummern. Da dieser Weg schon seit 100 Jahren nicht mehr gepflegt werde und fast gänzlich unpassierbar ist, gestalte sich auch die Pflege des Waldes schwierig.

Um ihn für alle Waldbesitzer bewirtschaftbar zu machen, habe es bereits im Dezember mit den für Privatwald zuständigen Förstern vom Amt für Land- und Forstwirtschaft Krumbach sowie Vertretern der Waldbesitzer und Jagdgenossen eine erste Besichtigung gegeben. Die beiden Forstmänner hätten fassungslos den Kopf geschüttelt, weil sie einen Waldweg in einem solchen Zustand noch nie gesehen hätten. Auch der neue Leiter des Forstreviers Ettenbeuren sehe dringenden Handlungsbedarf. Neben den Sicherheitsaspekten verweist er auf die vielen ausgewachsenen Bäume im Wald, die bald gefällt oder abtransportiert werden.

Das Staatliche Forstamt rechne mit etwa 100000 Euro Erschließungskosten für den rund 970 Meter langen Weg. Davon betrage der staatliche Zuschuss etwa 50000 Euro. Ein staatlich geförderter Waldweg dürfe aber keine Steigung von mehr als acht Prozent haben. Die restlichen Kosten wären von den Privatwaldbesitzern oder durch einen Zuschuss der Gemeinde aufzubringen. Ideal wäre es, hofft Fink, wenn die Gemeinde den Weg nach dem Neuausbau übernehmen und als öffentlichen Weg widmen würde, sodass dieser auch von Radfahrern und Spaziergängen genutzt werden kann.

Wie geht es nun weiter? Zuerst wird Fink alle Waldeigentümer aufsuchen in der Hoffnung, dass diese mitziehen und bereit sind, den notwendigen Grund zur Verbreiterung des Weges zur Verfügung zu stellen. Ein überzeugendes Argument sei sicher die Tatsache, dass der Wald durch den Straßenbau eine deutliche Wertsteigerung erfahre. „Wer kauft schon ein Grundstück ohne ordentliche Zufahrt?“, fragt Fink. Danach soll es eine Informationsveranstaltung für alle betroffenen Waldbesitzer geben. Dabei soll auch ein Vorstand für das Projekt gewählt werden. Dies wäre der dritte Anlauf zum Neuausbau dieses Waldweges, eine weitere Chance werde es auf Jahre hinaus nicht geben.

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