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Fußball-Landesliga

11.02.2020

Marco Schlittmeier: Vom Traumstrand in die Viererkette

Der Strand Kelingking auf der Insel Nusa Penida. „Da war ich öfter“, erzählt Marco Schlittmeier mit einem wissenden Lächeln. Das Badevergnügen sei aufgrund des knackigen Ab- und Aufstiegs allerdings mit einem Fitness-Test verbunden, merkt der Landesliga-Fußballer des SC Ichenhausen an.
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Der Strand Kelingking auf der Insel Nusa Penida. „Da war ich öfter“, erzählt Marco Schlittmeier mit einem wissenden Lächeln. Das Badevergnügen sei aufgrund des knackigen Ab- und Aufstiegs allerdings mit einem Fitness-Test verbunden, merkt der Landesliga-Fußballer des SC Ichenhausen an.
Bild: Sammlung Schlittmeier

Plus Zu Studienzwecken war Marco Schlittmeier auf Bali. Was der Abwehrspieler des SC Ichenhausen dort erlebte und wie er sich auf die Frühjahrsrunde vorbereitet.

Was muss man studieren, um für ein Auslandssemester nach Bali zu kommen, Herr Schlittmeier?

Schlittmeier: Ich studiere Immobilienwirtschaft. Aber man kann im Prinzip alles studieren, wenn man nach Indonesien möchte – sofern man wie ich als sogenannter Freemover hingeht, also alles selbst organisiert. Der Großteil der anderen Studenten dort kam allgemein aus der Betriebswirtschaftslehre, es waren aber auch Studenten des Bauingenieurwesens dort.

Was genau haben Sie dort gemacht – und was hat es Ihnen gebracht?

Marco Schlittmeier: Vom Traumstrand in die Viererkette

Schlittmeier: Für mein Englisch war es schon mal sehr gut, denn das ist dort Unterrichtssprache. Ich habe internationales Management studiert, es ging also darum, Geschäftsabwicklungen und Gebiete über Deutschland und Europa hinaus kennenzulernen. Die Bereiche Makroökonomie und Marketing aus dem Grundstudium habe ich dort abgelegt und das wird beides auch in Deutschland anerkannt.

Der Verkehr in Indonesien: "Wahnsinn"

In Indonesien haben Sie sicher ein völlig anderes Umfeld erlebt als hier in der Heimat. Wie schnell haben Sie sich auf Bali eingelebt?

Schlittmeier: Als ich Mitte August hingeflogen bin, war ich an sich völlig blank. Ich hatte nur ein Hotel für eine Woche gebucht mit der Hoffnung, dass ich schnell Anschluss finde. Über Social Media konnte ich aber keine Kontakte in dem Umfang herstellen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es galt also, mir eine Unterkunft zu suchen. Da kommt man schnell aus der Komfortzone. Was auch für den Verkehr gilt: Ich habe mir einen Roller besorgt, aber dass es auf der Straße so zugeht, hatte ich mir nicht vorgestellt. Das ist eine Menschenmasse, Wahnsinn.

Wie ging’s dann in Sachen Unterkunft weiter?

Schlittmeier: Gut war, dass ich schnell mit anderen Studenten zusammen ein Haus mieten konnte. Für die Haushaltsdinge hatten wir Hilfen, weil das dort halt so ist. Da muss ich zu Hause in Schwaben mehr machen.

Wie lief es mit den Einheimischen?

Schlittmeier: Am Ende hatte ich aus dem Fitnessstudio oder vom Strand tatsächlich mehr indonesische als internationale Freunde. Auch ausgegangen bin ich am Ende mehr mit Indonesiern.

"Was mir fehlt, ist Spielpraxis"

Als Sie im Hochsommer des vergangenen Jahres Richtung Bali aufbrachen, gaben Sie Ihrem Trainer und Ihren Teamkollegen beim Fußball-Landesligisten SC Ichenhausen das Versprechen, fit zurückzukehren. Wie sieht’s aus: Sind Sie bereit für die Frühjahrsrunde?

Schlittmeier: Was mir sicher fehlt, ist Spielpraxis. Aber ich war auf Bali regelmäßig, vor allem zum Sonnenaufgang, am Strand joggen. Surfen und Strandfußball habe ich ebenfalls gemacht. Allerdings hat mich ganz am Ende eine Mandelentzündung etwas zurückgeworfen.

SCI-Routinier Benjamin Sturm muss nach einem Platzverweis aus dem Derby in Gundelfingen eine lange Spielsperre absitzen. Der Plan ist, dass Tim Dopfer seine Position auf der linken Seite der Vierer-Abwehrkette übernimmt. Sie sind als Rechtsverteidiger vorgesehen, eine Rolle, die Sie auch zuvor meistens eingenommen hatten. Ist das auch Ihre Lieblingsposition?

Schlittmeier: Tatsächlich fühle ich mich rechts hinten am wohlsten. Und wenn mich jetzt nichts mehr zurückwirft, habe ich schon den Anspruch, wieder dort zu spielen.

Sie sind momentan der dienstälteste Spieler im königsblauen Trikot. Was gefällt Ihnen bei den Königsblauen so gut, dass Sie dem Verein seit Sommer 2014 die Treue halten?

Schlittmeier: Klar, man hat sich im Lauf der Zeit auch andere Sachen angehört. Aber ich genieße, dass ich Bindeglied zwischen Mannschaft und Funktionären bin. Es hat mir gefallen, dass ich diese Verantwortung bekommen habe. Mit Trainer Oliver Unsöld kann ich gut und mit Sportleiter Rudi Schiller pflege ich von Beginn an ein gutes Verhältnis.

Im Hindenburgpark sind bauliche Verbesserungen nötig

Gibt es so gar nichts, was besser sein könnte?

Schlittmeier: Das Einzige, das ich als störend empfinde, sind die baulichen Anlagen. Langsam passiert da ja ein bisschen was, aber bis wann zum Beispiel die Kabinen gemacht werden... Auch ein paar Zuschauer mehr wären schön.

In 124 Landesliga-Spielen für Ichenhausen haben Sie nur einen Platzverweis in Form einer zweimaligen Verwarnung kassiert. Wie kommt ein Verteidiger zu so einer Bilanz?

Schlittmeier: Ich bin natürlich nicht für besondere Härte bekannt und ich weiß auch meine Klappe zu halten gegenüber dem Schiedsrichter. Ich versuche, größtenteils dem richtigen Zweikampf aus dem Weg zu gehen, indem ich schon das Anspiel auf den Gegenspieler unterbinde. Da habe ich als kleinerer, aber antrittsschnellerer Fußballer oft die Nase vorn. Und wenn ich doch hinterherlaufen muss, habe ich ja noch Innenverteidiger.

Lernen, die Möglichkeiten besser zu nutzen

Ihre Mannschaft überwinterte als Tabellenzwölfter, nur vier Punkte trennen den SC Ichenhausen von den unteren Relegationsplätzen. Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass es diesmal nicht nach Wunsch läuft?

Schlittmeier: Ich war zwar weit weg, hatte aber ständig Kontakt zu den Jungs. Ich habe auch die Spiele größtenteils per Live-Stream gesehen. Warum es ständig bergab ging? Vieles kann man der Chancenverwertung zuteilen. Wenn wir lernen, unsere Chancen besser zu nutzen und wenn wir von hinten raus nicht mehr ganz so viele katastrophale Fehlpässe spielen, dürften wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Unser Plan ist, dass wir uns im oberen Mittelfeld festsetzen und am Ende einen einstelligen Tabellenplatz belegen. Es macht ja auch mehr Spaß, ins Training zu gehen, wenn man positive Ergebnisse sammelt.

Interview: Jan Kubica

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