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Blasmusik

12.12.2017

Mutter Erde im Mittelpunkt

Am Sonntag fand in der Kirche St. Peter und Paul in Großkötz das Konzert des Blasorchesters Kötz statt. Über 60 Musikerinnen und Musiker brachten den Zuhörern eine musikalische Botschaft nahe – von Mutter Erde, dem Mond und den großen Zusammenhängen im Leben.
Bild: Peter Wieser

Bei seinem Konzert in der Kirche St. Peter und Paul vermittelt das Blasorchester Kötz eine Botschaft – und glänzt mit gewaltigen Klängen

Innehalten und sich Zeit nehmen – Zeit für eine musikalische Stunde, in der die Erde, der Mond und die großen Zusammenhänge des Lebens im Mittelpunkt stehen. Musik, in der auch nahegebracht werde, dass Gott sich der Erde zuwende, bemerkte Pfarrer Johannes Rauch. Das „adventliche Wetter“, wie er es nannte, hatte die Zuhörer am Sonntag nicht vom Besuch des traditionellen Konzerts des Blasorchesters Kötz in der Kirche St. Peter und Paul abgehalten. Auch um den Altar war es eng geworden: Gut über 60 Musikerinnen und Musiker hatten um ihn ihre Plätze eingenommen.

Nicht mit Ansagen zu den Musikstücken, sondern mit Gedanken, die sich in der Musik wiederfinden sollten, wandte sich Benjamin Markl, der musikalische Leiter des Blasorchesters, an die Zuhörer: „Es gibt Gesänge, die nur in unserer Seele schlummern.“ Eben diese Momente vermittelte die festliche Blechbläsermusik von Giovanni Gabrieli (Canzon duodecimi toni a 10) und Philip Sparke’s „Ouverture for Woodwinds“ – die feierliche Eröffnung eines Konzerts, das schon zu Beginn Großartiges versprach. Gleichsam einem Dank für die Schönheit der Natur beschrieb das Blasorchester das Tal und den Fluss namens Shenandoah im US-Bundesstaat Virginia: Mit dem gleichnamigen Volkslied nach dem Arrangement von Frank Ticheli, inspirierte es die Zuhörer zum Zurücklehnen, gleichzeitig zu einem sanften Dahingleiten durch unberührte Natur. Sanfte, bewegende harmonische Melodieführungen, aber auch kraftvolle Passagen symbolisierten bei „Saturnus“ (Ben Arden) die Angst vor dem Unergründlichen – vieles zu wissen, aber im Grunde genommen doch erst am Anfang zu stehen. Jetzt zeigte sich die Mächtigkeit des Blasorchesters darin, wie gewaltig dieses die Hoffnung auf eine bessere Welt interpretierte.

Kann man die Mutter Erde kontrollieren? Nein, sie regiert und geht ihren eigenen Weg. Die musikalische Botschaft der Verantwortung für das Leben auf der Erde, wie auch der sorgsame Umgang mit ihr, brachten die Musiker in der Fanfare „Mother Earth“ bestimmend und voller Dramatik den Zuhörern entgegen. Bei Michael Jackson’s „Earth Song“ dagegen ließ Benjamin Markl nicht seine Gedanken, sondern die des „King of Pop“ sprechen: „Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen, wie diese Erde schreit, diese Küsten weinen?“

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Umso friedvoller war die Botschaft im Anschluss bei dem Stück „Abendmond“ von Thiemo Kraas. Die Intonation und das Zusammenspiel in den beiden Volksliedern „Abend wird es wieder“ und „Der Mond ist aufgegangen“ ließ Ruhe und Geborgenheit einkehren. Dafür ließ Tschaikowskys Marsch aus der Nussknackersuite die Erwartung auf die kommenden Festtage schon einmal erahnen. Festlich war auch die Zugabe: „Oh du Fröhliche“ – die Vorfreude auf die Weihnachtszeit aus den Instrumenten der Masse an Musikern.

„Am Ende können Sie Ihrem Applaus freien Lauf lassen“, das hatte Pfarrer Rauch schon zu Beginn angemerkt. Dem folgten nun die Zuhörer, die nach einem großartigen Konzert höchster Ansprüche an Beifall nicht sparten.

Mit seinem Konzert unterstützt das Blasorchester Kötz das von ihm ins Leben gerufene Projekt „Jeki – Jedem Kind ein Instrument“ und damit deren musikalische Förderung bereits in der Grundschule. Der Erfolg zeigte sich am Sonntag vor allem in der Vielzahl junger Musiker im Zusammenspiel mit älteren und erfahrenen. Benjamin Markl führte diese zu einer gewaltigen Einheit zusammen. Eines ist gewiss und damit hatte Vorstand Ludwig Wörle am Sonntag recht: Der Advent und das Blasorchester Kötz kommen immer wieder.

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