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Günzburg

05.09.2019

Poller am Markt funktionieren weiter nicht richtig

Es klappt derzeit nicht immer so wie in diesem Fall: Der Marktplatz ist abgesperrt, kein Verkehr kommt durch – außer in den beiden, an Werktagen angebotenen Zeitfenstern. Einsatzfahrzeuge der sogenannten BOS-Dienste und Stadtbusse sind die Ausnahme.
Bild: Till Hofmann

Weil der Betrieb noch nicht automatisiert läuft, hält die Probephase nach wie vor an. Über Ausnahmen, Regelungen und den radikalen Vorschlag eines Günzburger Geschäftsmannes.

Eigentlich sollten die Poller, die bis auf zwei Anlieferzeiten einen Teil des Marktplatzes für den Verkehr absperren, schon automatisiert funktionieren. Das tun sie aber nach wie vor nicht. Deshalb gibt es keinen automatisierten Betrieb. Die aktuelle Phase wird von der Stadtverwaltung als „Probebetrieb“ bezeichnet. Wir haben „Pollerfragen“ an die Stadt Günzburg, die uns Sprecherin Julia Ehrlich beantwortet hat:

Betrieb Momentan befindet sich der Betrieb der Polleranlagen noch im Test. Bevor in den Automatik-Modus geschaltet wird, müssen aus Sicherheitsgründen erst alle Feinabstimmungen erfolgen. Am Dienstag waren die Poller beispielsweise bis 12 Uhr ausgefahren.

Sondergenehmigung zur Absenkung Eine Genehmigung zur Absenkung der Polleranlagen mittels technischer Vorrichtung haben, entsprechend dem Beschluss des Stadtrats, neben dem Stadtbus die sogenannten BOS-Dienste, das sind Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Dazu gehören die Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz.

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Verfahren Der Marktplatz ist für die Einheimischen wie für die Gäste das pulsierende Herz der Stadt. Im Sommer ist er das vor allem wegen der Fußgängerzone, die umgeben von den historischen Gebäuden, dem Brunnen und der Freiluft-Gastronomie eine einladende Atmosphäre schafft. Zu viele Durchfahrten zwangen zum Handeln, um den Status „Fußgängerzone“ zu erhalten. Eine Verkehrszählung im Mai 2018 ergab, dass ein Drittel der Autofahrer, also fünf bis zehn pro Stunde, den Marktplatz unerlaubt überquerten. Im November 2018 beschloss der Günzburger Stadtrat, den Marktplatz mit einer automatischen Polleranlage zu schützen.

Regelungen Bis zum 31. August 2019 galt Folgendes für die Belieferung in der Fußgängerzone: von 6 bis 10 Uhr konnte ohne Genehmigung in der Altstadt beliefert werden. Für die Andienung zu einem späteren Zeitpunkt bedurfte es einer Sondergenehmigung der Stadt Günzburg. Zum 1. September 2019 wurden diese Ausweise der Lieferanten widerrufen. Die Anhörungsschreiben hierzu gingen bereits Anfang Juni direkt an die Betroffenen. Die neue Regelung sieht vor, dass nun acht Stunden täglich ohne Genehmigung die Geschäfte, Gastronomie und Anlieger in der Fußgängerzone beliefert werden können: vor 11 Uhr und zwischen 14 und 17 Uhr. Somit hat sich das tägliche Fenster verdoppelt. Die Anlieger wurden zusätzlich zur Pressearbeit der Stadt mittels Posteinwurf am 15. Mai und am 19. August informiert.

Kleine Umwege müssen in Kauf genommen werden

Um die Interessen der Wirtschaftsvereinigung sowie der Cityinitiative, die in die Planung und Begehungen eingebunden waren, zu berücksichtigen, plante die Stadtverwaltung ein zweites Lieferfenster am Nachmittag ein. Dieser Anregung kam der Stadtrat mit seiner Entscheidung nach. In anderen Kommunen besteht oft nur vormittags ein Anlieferfenster in den gesperrten Bereich. Die Andienung der Fußgängerzone ist mit der Durchfahrt des Stadttors und der Benutzung der neu eingerichteten Ladezone vor der Fußgängerzone jederzeit gewährleistet. Die Fahrt über die Hofgasse ist dagegen verboten. Für alle motorisierten Fahrzeuge gilt zwischen dem Stadtturm sowie der Einmündung in die Augsburger Straße und in den umliegenden nördlichen Altstadtgassen als verkehrsberuhigten Geschäftsbereich Tempo 10.

Anwohner, Geschäftsinhaber und Berechtigte gelangen selbstverständlich zu jeder Zeit zu ihren Anwesen. In den Zeiten, in denen die Poller den Marktplatz als Fußgängerzone sichern, nehmen sie über die Marktplatz-flankierenden Straßen kleine Umwege in Kauf. In den Lieferzeiten dürfen Anwohner mit ihren vorhandenen Ausnahmegenehmigungen den Marktplatz mit Schrittgeschwindigkeit befahren.

Geschäftsmann fordert Tiefgarage unter dem Günzburger Marktplatz

Robert Hopperdietzel ist einer der Geschäftsleute am Günzburger Marktplatz. Sein Weinhandel hat durch die Verschiebung des zeitweise gesperrten Terrains profitiert. Denn nun liegt sein Laden nicht mehr in diesem Bereich. Die Kritik des Apotheker-Kollegen Jan Jaud, der diesen Standortvorteil nicht hat, kann er zwar nachvollziehen. Auf die Dauer aber überzeugt ihn diese „halbscharige“ Lösung nicht.

Langfristig profitierten alle davon, wenn die Fußgängerzone ganz und ganzjährig für den Verkehr gesperrt sei und damit als solche auch wahrgenommen werde. Das ist Hopperdietzels Überzeugung, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung sagte. Zugleich müssten zum Ausgleich weitere zentrumsnahe Parkplätze geschaffen werden. „Das Nonplusultra wäre eine Tiefgarage unter dem Marktplatz.“

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