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Austausch

17.04.2015

Von der Partnerstadt lernen

Vertreter der Stadtverwaltung und französische Stadträte aus Lannion haben beim gemeinsamen Fachaustausch auch über das Zuschusswesen für Vereine beraten: (von links) Kulturamtsleiter Peter Bannwarth, Fanny Chappé, Jakez Giquel, Fabien Canavet, Christine Tanguy, Mitglied des Partnerschaftskomitees Günter Treutlein, Sonya Nicolas und Oberbürgermeister Gerhard Jauernig.
Bild: Sabrina Schmidt/Stadt Günzburg

Wie funktioniert die Verwaltungsarbeit in der französischen Partnerstadt Lannion? Diskussion mit den Stadträten aus der Bretagne ergänzte diesmal das Besuchsprogramm

Gestern sind sie wieder nach Hause gefahren, die Gäste aus Günzburgs französischer Partnerstadt Lannion, die seit dem Wochenende zu Besuch in der Großen Kreisstadt waren. Neben dem traditionellen Besuch der Gäste im Rathaus stand diesmal auch ein Fachaustausch im Stadtturm mit Vertretern der Günzburger Verwaltung und den mitgereisten französischen Stadträten über die tägliche Arbeit sowie über die Themen Finanzen, Vereinszuschüsse und Schulwesen.

„Wir haben viele Parallelen in der alltäglichen Praxis, aber auch manche Unterschiede festgestellt“, berichtet Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Anders als in Günzburg, wo zu Beginn jeder Wahlperiode bestimmten Fachgebieten Referenten zugewiesen werden, stehen dem Bürgermeister in Lannion neun Beigeordnete als direkte Stellvertreter zur Seite. Auch Amtsleiterposten werden in Lannion von gewählten Politikern besetzt. „Entscheidungen auf Verwaltungsebene sind dadurch zwangsläufig stärker politisch geprägt“, so der Oberbürgermeister.

Einigkeit herrscht über die Vergabe von Zuschüssen für Vereine. „Aktive Vereine machen eine Stadt erst lebenswert“, betont der Rathauschef. Ein reges Vereinswesen, das alle Freizeitsparten abdecke, sei ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil. „Deswegen finden wir es richtig und wichtig, Vereine bei ihrer Arbeit auch weiterhin zu unterstützen“, bekräftigt auch Sonya Nicolas, französische Stadträtin und lange Zeit Vorsitzende des Partnerschaftskomitees in Lannion. Diese Wertschätzung spiegle sich in Günzburg auch in den regelmäßigen Veranstaltungen wie dem Runden Tisch der Vereine oder dem Forum der Vereine wider, die den Vorständen und Mitgliedern als Plattform zum Austausch und zur Information dienen sollen, erklärt der Oberbürgermeister. Bei der Zusammenkunft lobte Jauernig die Städtepartnerschaft als Motor für den Jugendaustausch und die Völkerverständigung. In diesem Zusammenhang hob der Rathauschef auch den Wert des Fachaustauschs hervor: „Beide Seiten können von den Erfahrungen der jeweiligen Partnerstadt profitieren. Indem wir Einblicke in unsere Verwaltungspraxis gewähren, stärken wir gleichzeitig unsere Beziehung zu Lannion.“

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Die Vertreter der Stadtverwaltung und die französischen Stadträte kamen zum Ergebnis, dass die beiden Komitees in Günzburg und Lannion auch weiterhin finanzielle und ideelle Unterstützung erfahren müssen. „Das wird sicherlich auch für das 35-jährige Jubiläum der Partnerschaft gelten, die nächstes Jahr in Lannion gefeiert werden wird“, bekräftigte der Oberbürgermeister.

Auch der traditionelle Zwischenstopp im Rathaus der Stadt durfte nicht fehlen. Zweiter Bürgermeister Anton Gollmitzer empfing die 58 französischen Gäste, die gemeinsam mit Mitgliedern des Günzburger Partnerschaftskomitees das Rathaus besichtigt haben, im Münzkabinett. Er berichtete über die wechselhafte Geschichte der Großen Kreisstadt.

Bis zu ihrer Abreise, am gestrigen Donnerstag, haben die Bretonen nach der Einweihung des neuen Spielschiffes „Espérance 3“ im Stadtgarten (wir berichteten) auch einen Ausflug nach München mit Besuch der KZ-Gedenkstätte in Dachau sowie eine Besichtigung des Audi-Werks in Ingolstadt unternommen. Außerdem besichtigten sie die Günzburger Radbrauerei im Donauried und die historische Altstadt Günzburgs. (zg)

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