Newsticker

Corona-Test-Panne in Bayern: Infizierte sollen am Donnerstag informiert werden
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Zu wenig Personal in Leipheimer Altenheim: Leider kein Einzelfall

Zu wenig Personal in Leipheimer Altenheim: Leider kein Einzelfall

Zu wenig Personal in Leipheimer Altenheim: Leider kein Einzelfall
Kommentar Von Angela Brenner
24.01.2020

Im Rummelsberger Stift in Leipheim gilt derzeit ein Aufnahmestopp: Es können keine neuen Bewohner aufgenommen werden, weil nicht genug Pflegepersonal vorhanden ist.

Seit Jahren wird diskutiert: In den Pflegeeinrichtungen fehlt Personal, junge Menschen sind immer weniger bereit im Gesundheitsbereich eine Ausbildung zu beginnen, die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich immer weiter.

Die Probleme sind seit Langem bekannt, Lösungen gibt es bislang keine. Jetzt sind die Auswirkungen aber sehr deutlich und ganz direkt vor Ort spürbar: Im Leipheimer Altenheim Rummelsberger Stift können keine weiteren Bewohner aufgenommen werden. Nicht, weil alle Betten bereits belegt sind – der Platz wäre sogar vorhanden. Es fehlt schlichtweg an Personal, das die Menschen betreuen kann. Einrichtungsleiter Jürgen Kühn musste daher die Notbremse ziehen und hat einen Aufnahmestopp verhängt. (Personalmangel: Aufnahmestopp im Leipheimer Altenheim)

Überstunden für Pflegekräfte

In der großen Politik und mit den Krankenkassen wird diskutiert ohne Ergebnis, ausbaden müssen es die „kleinen Leute“ vor Ort: Die Pflegekräfte, die Überstunden schieben müssen, die Angehörigen, die verzweifelt einen Betreuungsplatz für einen geliebten Menschen suchen und einfach nicht finden und natürlich auch die Bewohner selbst, die auf einmal nur noch eine Zahl sind, ein „Fall“ oder ein „Vorgang“ über den entschieden wird. Das muss aufhören.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Leiter des Rummelsberger Stifts in Leipheim, Jürgen Kühn, hat ganz konkrete Lösungsvorschläge, was sich in der Pflege ändern muss, damit wieder mehr Menschen diesen Beruf ergreifen. Er hat jahrelange Erfahrung und weiß: Wer diesen Beruf ausübt, macht dies aus voller Überzeugung. Doch die Arbeit ist mittlerweile geprägt von einer Dokumentationspflicht, die Ausmaße angenommen hat, die nicht mehr rechtzufertigen sind.

Die Rahmenbedingungen müssen stimmen

„Der Mensch muss wieder im Vordergrund stehen“, ist eine klare Forderung des Einrichtungsleiters. Recht hat er. Wenn es um die Pflege und Betreuung von älteren oder kranken Menschen geht (Krankenhäuser haben ja mit ähnlichen Problemen zu kämpfen), darf es nicht mehr um Pflegegrade oder um Einsparmöglichkeiten gehen. Die Pflegekräfte brauchen die passenden Rahmenbedingungen, um ihren wichtigen Beruf ausüben zu können – ein Beruf, der in Zukunft wohl an Bedeutung noch mehr zunehmen wird.

Den Bürgern aus der Region um Leipheim nutzt das im Moment wenig. Wer gerade einen Betreuungsplatz sucht, hat ein Problem. Es wird Zeit, die Diskussionen zu beenden und endlich zu handeln, damit sich die Situation nicht noch weiter verschärft. Denn Leipheim ist bei weitem kein Einzelfall – auch nicht in der Region.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren