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Landkreislauf

24.06.2017

Fast 600 Jahre Laufvergnügen

Auf beinahe 600 Jahre Lebenserfahrung bringen es die Mitglieder des Laufteams „SV Mindelzell Ü60“, Manfred Seitz, Georg Glogger, Paul Veit, Hans Schiefele, Franz Steinle und Ludwig Schedel (im Bild von links) sowie Josef Leeb, Peter Rudolf und Robert Streit.

Im Team „SV Mindelzell Ü60“ bündeln sich Routine und Spaß an der Bewegung. Am 1. Juli werden die Oldies wieder einigen Jüngeren die Hacken zeigen

An den teilweise wenig gewordenen, grau melierten Haaren ist unschwer zu erkennen: Diese neun Herren, die sich da zu einem Laufteam für den Landkreislauf zusammengefunden haben, sind nicht mehr die Jüngsten. In der Tat verrät es schon der Name des Teams. Als „SV Mindelzell Ü60“ gehen die acht Läufer plus Ersatzmann am Samstag, 1. Juli, bei der beliebten Breitensportveranstaltung in Mindelzell an den Start. Jeder der neun Sportler hat bezüglich seines Alters bereits eine Sechs vorne stehen. Hochgerechnet kommt man bei der lauffreudigen Truppe auf ein Gesamtalter von fast 600 Jahren.

Georg Glogger (72), Hans Schiefele (65), Manfred Seitz (64), Franz Steinle (63), Josef „Charly“ Leeb (64), Ludwig Schedel (63), Peter Rudolf (65), Robert Streit (63) und Paul Veit (63) sind längst ein eingeschworener Haufen. Die meisten Laufeinheiten bestreiten sie zu festen Zeiten gemeinsam. Georg Glogger, mit seinen 72 Jahren der Senior unter den Senioren, zieht darüber hinaus manchmal schon in aller Herrgottsfrüh die Laufschuhe an, um gegen sechs oder halb sieben ein paar Runden im Mindeltal zu drehen.

Die Ü60er scheuen sich nach wie vor nicht, ihre Schnelligkeit bei diversen Laufveranstaltungen mit anderen Gleichgesinnten zu messen. Dabei müssen sie sich mit ihren Zeiten nicht verstecken. Zwar kommen sie an den Kilometerschnitt ihrer Glanzzeiten, der zum Beispiel über die 5000-Meter-Distanz bei Hans Schiefele bei 3:24 und bei Manfred Seitz bei 3:40 Minuten lag, nicht mehr heran. Aber das ist für sie kein Problem. Zwischen viereinhalb und sechs Minuten sind ihre momentanen, beachtlichen läuferischen Referenzen. Das hat schon manch jüngerer Läufer zu spüren bekommen, wenn er plötzlich von einem der älteren Herrn die Hacken zu sehen bekam. „Wenn’s geht, dann pack mer die schon“, verrät Georg Glogger feixend, dass es schon mächtig Spaß macht, wenn man es den Jungen zeigen kann.

Falscher Ehrgeiz hat bei den Ü60ern freilich keinen Platz, wie Manfred Seitz unterstreicht: „In erster Linie laufen wir, weil es uns Spaß macht. Und was uns ältere Leute besonders bei der Stange hält, ist die Gemeinschaft.“

Die sieht nicht selten so aus, dass nach einer Laufeinheit die teilweise bis zu 40 Mann/Frau starke Laufgruppe noch gemütlich beieinander bleibt und das eine oder andere Glas Sekt trinkt. Es hat sich nämlich längst eingebürgert, dass Geburtstagskinder automatisch dafür sorgen, dass der Flüssigkeitsverlust nach dem Lauf mit dem prickelnden Getränk ausgeglichen werden kann.

Trotz allem: Keineswegs aus einer Sektlaune heraus hat sich vor drei Jahren die erste Teilnahme am Landkreislauf ergeben, schon damals unter dem Namen „SV Mindelzell Ü60“. Den hat ganz einfach das Alter mit sich gebracht. Alle Teammitglieder freilich waren schon landkreislauf-erprobt, sind zuvor in anderen Mannschaften gestartet. Hans Schiefele und Manfred Seitz zum Beispiel sind (abgesehen von einer beziehungsweise bzw. zwei verletzungs- oder krankheitsbedingten Ausnahmen) seit 1990 bei jedem Landkreislauf dabei. Und sie wollen es noch länger sein. So wie ihre Teamkollegen auch.

Die Frage, ob sich der eine oder andere gedanklich schon mit dem Rückzug aufs läuferische Altenteil befasst, wird einheitlich mit einem klaren „Nein“ beantwortet. Der Leichtathletik-Abteilungsleiter des SV Mindelzell und Mannschaftführer der Ü60er, Manfred Seitz, gibt eine noch deutlichere Antwort: „Wenn es sein muss, machen wir eben eine Rollator-Laufgruppe auf…!“

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