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20.10.2009

Alters-Armut: Immer mehr Rentner müssen jobben

Landkreis (AZ) - Rentner im Un-Ruhestand: Im Kreis Neu-Ulm müssen immer mehr Rentner arbeiten. Sie sind zum Jobben gezwungen, weil ihre Rente nicht reicht. Darauf weisen die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hin.

Sie sprechen von einer "alarmierenden Entwicklung". In den vergangenen Jahren habe die Zahl der Rentner mit Mini-Jobs im Kreis Neu-Ulm um 31 Prozent zugenommen. Schon 2003 verdienten 1 212 Rentner durch eine geringfügige Beschäftigung dazu. Vier Jahre später gab es bereits 1 587 Renten-Jobber - und damit rund 380 "Senioren-Arbeiter" mehr. Die Gewerkschaften berufen sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Um diese Entwicklung zu stoppen, fordern die beiden Gewerkschaften die schnelle Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 7,50 Euro pro Stunde. Dieser müsse dann jedoch rasch auf neun Euro steigen. Nur der Mindestlohn könne künftigen Rentnern ausreichende Altersbezüge sichern.

Pure Not zwingt ältere Menschen zum Arbeiten

Alters-Armut: Immer mehr Rentner müssen jobben

"Es ist meistens die pure Not, die ältere Menschen zum Arbeiten zwingt. Sie sind auf den Job neben der Rente angewiesen", sagt Tim Lubecki. Der Gewerkschaftssekretär der NGG-Region Schwaben befürchtet, dass die Zahl der Senioren, die von ihrer Rente allein nicht mehr leben können, in den kommenden Jahren drastisch zunehmen werde. "Wer heute schon zu wenig verdient, um über die Runden zu kommen, für den ist das leere Portemonnaie im Alter programmiert."

"Das größte Problem dabei sind Dumpinglöhne. Mit einem viel zu niedrigen Einkommen lässt sich keine existenzsichernde Rente aufbauen", sagt Helmut Schwering. Der Geschäftsführer vom ver.di-Bezirk Augsburg macht deutlich, dass Vollzeitbeschäftigte ein Einkommen benötigten, das ihnen später auch eine ausreichende Rente sichere.

"Genau deshalb brauchen wir einen gesetzlichen Mindestlohn", erklärt Tim Lubecki. Dies könne die Schwarz-Gelbe Regierung nicht ignorieren. Ver.di und NGG fordern Beschäftigte mit einem Stundenlohn von unter sechs Euro auf, ihre Löhne per Internet zu melden unter: www.dumpinglohn.de.

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