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Babenhausen
24.11.2020

„Haus der Geschichte“: Historischer Verein stellt Museumskonzept vor

In dem Gebäude wurde bei der Sanierung altes Fachwerk entdeckt, das wohl noch aus der Erbauungszeit des Gebäudes, aus den Jahren 1569 und 1570 stammt.
Foto: Fritz Settele

Das Babenhauser „Haus der Geschichte“ nimmt Form an. Einige Arbeiten verzögern sich, doch die Pläne de Historischen Vereins für die Innenräume stehen bereits.

Auch der Historische Verein Babenhausen konnte heuer coronabedingt keine öffentlichen Veranstaltungen durchführen. Deshalb präsentierte die Vorsitzende Barbara Kreuzpointner in den „Blättern zur Geschichte“ das Nutzungskonzept für das „Haus zur Geschichte“, in Babenhausen besser bekannt als Meisingerhaus. Spätestens im Frühjahr, wenn die Verputz- und Malerarbeiten fertiggestellt sind, so Kreuzpointner, soll „zügig mit dem Innenausbau begonnen werden“. Das plant der Verein in den Räumen.

Die Arbeiten an der Außenhülle des „Haus der Geschichte“ in Babenhausen verzögern sich

Allerdings verzögerten sich die Abschlussarbeiten an der Außenhülle. Dies liege laut Kreuzpointner einerseits an den vollen Auftragsbüchern der Handwerksbetriebe, andererseits aber auch an coronabedingten Verzögerungen. Die für die Fertigstellung notwendigen Fördermittel (wir berichteten) seien jedenfalls geflossen.

Gleichzeitig stellt Kreuzpointner das Konzept für die zukünftige Nutzung des „Haus der Geschichte“ vor. Im sogenannten Haupthaus (Tirolerstraße 3 und 5) wird im Erdgeschoss ein Bibliotheksstüble eingerichtet, in dem alle Bücher, Fotos, Unterlagen und Dokumente des Historischen Vereins aufbewahrt und dem interessierten Publikum zugängig gemacht werden. Der südwestliche Raum ist als Ausstellungsraum für die Musikerfamilie Jochum vorgesehen.

Noch fehlt die Treppe des Zugangs zum Fachwerkanbau.

Im „Haus der Geschichte“ sollen Ausstellungen und Vorträge stattfinden

Im Obergeschoss entsteht ein großer Raum, in dem Ausstellungen zu wechselnden Themen und Vorträge stattfinden werden. Das Thema der ersten Ausstellung stehe laut Kreuzpointner bereits fest, werde aber noch nicht verraten, zumal der Termin noch unklar ist. Er hängt nicht zuletzt von den finanziellen Möglichkeiten des Historischen Vereins ab. Hierbei erhofft sie sich weitere Unterstützung durch die Babenhauser Bürger und Geschäftsleute. Bei den Ausräumarbeiten kam im Obergeschoss eine Fachwerkecke zum Vorschein, die wohl aus der Zeit der Erbauung 1569/70 stammt.

Im Fachwerkanbau (Am Schlossberg 16) wird es einen Raum für die Geschichte der Familie Stury geben. Aus dieser Babenhauser Familie, die im Fuggermarkt ihren Unterhalt als Seiler verdiente, sind einige Künstler hervorgegangen, beispielsweise der Kunstmaler Wilhelm Stury oder der Hofschauspieler Richard Stury. Im sogenannten Weber-Keller wird zukünftig wieder ein Webstuhl stehen. Graf Markus Fugger hat den Webstuhl seiner Mutter, Fürstin Gunilla Fugger, dem Historischen Verein geschenkt. So wird sich die „Weber-Dunke“, so der geschichtliche Namen dieses Gebäudebereichs, wieder wie zur Erbauungszeit präsentieren.

Noch warten einige Arbeiten im Innenbereich.

Der Historische Verein Babenhausen ist für das Projekt auf Spendengelder angewiesen

Dies treffe laut Kreuzpointner insgesamt für den Fachwerkanbau zu. Der Historische Verein habe bei den Restaurierungsarbeiten „streng auf Material und handwerkliche Arbeit geachtet, sodass sich der Besucher einen Eindruck von den damaligen Wohnverhältnissen verschaffen kann“.

Wann das aber der Fall sein wird, steht noch in den Sternen. Schließlich sind die finanziellen Mittel des Vereins durch die aufwendigen bisherigen Sanierungsarbeiten weitgehend aufgebraucht. Auch staatliche Fördermittel dürften laut Historischem Verein nur spärlich fließen. So sind die engagierten Hobbyhistoriker beim Innenausbau weiterhin auf Spendengelder angewiesen. Hierfür hat der Verein bei der Sparkasse Memmingen–Lindau–Mindelheim ein eigenes Spendenkonto eingerichtet.

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