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Roggenburg

25.08.2018

Bei Diademus wird Alte Musik jung gedacht

Benno Schachtner dirigiert: Auch bei der dritten Auflage von Diademus steht der Intendant einmal selbst am Pult.
Bild: Sabine Truchsäß

Im Kloster Roggenburg startet am Sonntag die dritte Auflage von Diademus. Das Festival hat dieses Jahr ein besonderes Thema - und bietet ungewöhnliche Hörerlebnisse.

Seit etwa zwei Wochen kann Benno Schachtner durchatmen: Die Gerüste in der Roggenburger Klosterkirche sind – sie störten nicht nur das Gesamtbild, sondern raubten auch Platz. Platz, den Schachtner für Diademus braucht. Am Sonntag, 26. August, beginnt die dritte Auflage des jungen Festivals für Alte Musik, das längst einen guten Namen hat – auch in der Szene. „Wir bekommen große Bewunderung“, sagt der 33-jährige Intendant.

Das Programm der dritten Auflage kann sich ebenso sehen lassen wie das der ersten beiden, verzichtet diesmal aber auf Ensembles und Werke mit großem Namen: also kein Tölzer Knabenchor, kein „Messias“ von Händel. Das Eröffungskonzert am Sonntag um 16 Uhr im Innenhof des Klosters (bei schlechtem Wetter in der Kirche) zeigt die Idee: Dort erklingen unter dem Motto „Komponist gesucht!“ Vivaldis „Jahreszeiten“, aber in einer ungewohnten Besetzung, unter anderem mit Drehleier und Blockflöte, einst von dem Nicolas Chédeville als „Il Pastor Fido“ unter Antonio Vivaldis Namen herausgegeben. Auch bei den restlichen Werken ist die Autorschaft entweder ungeklärt oder kompliziert.

Das ganze Festival steht unter dem Motto „Plagiat, Kopie, Parodie – gestohlen?“. Diesen Faden nehmen auch die beiden anderen Veranstaltungen auf. Bei „Nachtaktiv“ (Freitag, 31. August, 19 Uhr) gibt es zunächst zu einer Lesung aus Dostojewskis „Der Großinquisitor“ mit dem Ulmer Theaterintendanten Kay Metzger im Chorraum der Klosterkirche improvisierte Klänge über eine Toccata von Frescobaldi. Danach (ab 20.45 Uhr) illustriert die Capella de la Torre bei ihrem Auftritt im Refektorium verschiedene Formen des Plagiats in der Musik der Frühen Neuzeit. Das große Abschlusskonzert „Pasticcio“ (Sonntag, 2. September, 16 Uhr) in der Klosterkirche bildet ein von Schachtner zusammengestelltes barockes Oratorium. Der Festivalleiter dirigiert, es spielt das Händelfestspielorchester Halle, es singen die Diademus Vocalisten.

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Für alle Konzerte gibt es noch Karten. (mgo)

Vorverkauf Tickets bei Musik Reisser in Ulm, im Klosterladen Roggenburg und an der jeweiligen Tageskasse. Für „Nachtaktiv“ und das Abschlusskonzert sind auch noch Online-Karten unter diademus.de verfügbar.

Lesen Sie zum Diademus-Festival auch: So locker kann der Umgang mit Alter Musik sein , Alte-Musik-Festival setzt 2018 auf Qualität im Kleinen und Diademus: Alles nur geklaut?

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