Newsticker

Bayern will erst am 1. September über Maskenpflicht im Unterricht entscheiden
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Bunter Ferienspaß in Illertissen: Tanzen, Turnen, T-Shirts batiken

Illertissen

31.07.2020

Bunter Ferienspaß in Illertissen: Tanzen, Turnen, T-Shirts batiken

Nagelbilder gestalten, tanzen, batiken: Auch in diesem Jahr gibt es für die Teilnehmer am Illertisser Ferienspaß viele Angebote. Dafür war viel Planung und Organisation nötig.
Bild: Regina Langhans

Plus 140 Kinder toben um die Vöhlinhalle und durchlaufen 20 Workshops beim Ferienspaß. Es gibt umfangreiche Vorschriften - doch die Freude überwiegt.

Die Sommerferien sind da – und dennoch toben auf dem Gelände des Schulzentrums an der Dietenheimer Straße in Illertissen viele Kinder. Die Stadtranderholung findet wieder statt; doch durch die Corona-Pandemie hat sich heuer einiges geändert.

Lange war fraglich, ob der Ferienspaß in Illertissen überhaupt stattfinden kann

Jugendpflegerin Kathrin Grimm ist froh, dass die auf 20 Gruppen verteilten 140 Kinder an einem Ferienspaß teilnehmen können: „Es schien lange fraglich, ob es klappt – obwohl viele gerade jetzt dringend Bewegungsfreiheit und einen Ortswechsel benötigen.“ Ein Besuch in der Vöhlinhalle und drum herum zeigt: Vieles ist kompliziert, aber Spiel und Spaß rechtfertigen den Aufwand für diese zwei Ferienwochen.

Freude hat etwa Lina-Marie Schneider aus Illertissen am Ringeturnen. Es scheint aufregend zu sein, an den herabhängenden Seilen hin und her zu schwingen. „Das ist toll, viel besser als in der Turnhalle der Bischof-Ulrich-Schule“, ruft die Elfjährige aus luftiger Höhe. Manches sei schon umständlicher wegen Corona, doch sie sagt: „Eigentlich ist alles gut.“

Bunter Ferienspaß in Illertissen: Tanzen, Turnen, T-Shirts batiken

Die Jugendpflegerin berichtet: „Um heuer den Ferienspaß anbieten zu können, müssen wir auf Bewährtes wie den Standort der Bischof-Ulrich-Schule in direkter Nachbarschaft zum Jugendbüro oder auf die begehrte Kinderspielstadt verzichten.“ Auch das freie Wechseln zwischen einzelnen Attraktionen falle den Hygienevorschriften zum Opfer. Stattdessen seien feste Kleingruppen vorgeschrieben. Tag für Tag durchlaufen die Kinder andere Stationen des Programms, um am Ende an sämtlichen Angeboten teilgenommen zu haben.

Die Kinder verhalten sich diszipliniert, auch im Umgang mit ihren Masken

Am jeweiligen Schauplatz können sich die Kinder frei bewegen. Wird der Ort gewechselt, heißt es Hände desinfizieren und Masken aufsetzen. Nicht zu vergessen: Das Dokumentieren, wer wann was gemacht hat, sagt Grimm. Auch das regelmäßige Reinigen der Toilettenanlagen gehöre dazu, was sie und ihre beiden Teamleiter Tobias Kolb und Dominik Mayer übernähmen.

Die Jugendpflegerin sagt, man merke den Kindern die vorausgegangenen Einschränkungen an: „Es ist eine Dankbarkeit zu spüren. Sie verhalten sich diszipliniert und der richtige Umgang mit den Masken erscheint ihnen selbstverständlich.“

Für die Entwicklung des Konzepts und die Teambildung hätten sie sich sonst im Voraus ein Wochenende lang zusammengesetzt, erzählt Mayer. „Diesmal war alles an einem einzigen Tag untergebracht.“ Und der dauerte von acht Uhr morgens bis 20 Uhr abends, ergänzt Kolb. Neben dem Zusammenstellen der Workshops galt es, Unterweisungen in Erster Hilfe sowie zu Recht und Arbeitspflicht zu absolvieren.

Insgesamt sind 29 Gruppenleiter im Einsatz

Die Jugendpflegerin und ihre beiden 24 Jahre alten ehrenamtlichen Teamleiter betreuen keine eigenen Gruppen, sondern halten den Betreuern den Rücken frei, wie sie sagen. Ständig sind sie auf Achse auf dem bewusst weitläufigen Gelände, das neben der Vöhlinhalle auch Bereiche der Realschule umfasst. Sie kümmern sich um Wehwehchen, kaufen ein, bauen Sonnenschutz auf, organisieren dies und das. „Gleich am ersten Tag habe ich 18.000 Schritt gezählt“, sagt Dominik Mayer, der Sport studiert. Beide Helfer haben früher selbst Gruppen geleitet und sind jetzt, unter den erschwerten Umständen, wichtige Unterstützer. 29 Gruppenleiter, darunter drei von der Kindersportschule des Turnvereins, sind im Einsatz – mehr als sonst. Umgekehrt hätten aber früher bis zu 240 Kinder mitmachen können, weiß die Illertisser Jugendpflegerin.

Manuel Mißbach, der als neuer Stadtjugendpfleger den Ferienspaß erstmals miterlebt, bewundert Aufwand und Mühe: „Ich habe noch nie einen derart durchgeplanten und funktionierenden Ferienspaß erlebt.“ In den abgetrennten Turnbereichen ist viel Gelegenheit, um sich zu bewegen. Im Freien locken Aufgaben und Materialien zum Basteln und Bauen. In einer Ecke stecken angehende Detektive verschwörerisch die Köpfe zusammen. Eine Gruppe übt vor dem großen Spiegel Tanzschritte, eine andere klopft konzentriert Nägel in Bretter für Nagelbilder. Die zehnjährige Charlotte Alt aus Illertissen erzählt, wie die Batikkunst geht: „Zuerst haben wir uns ein passendes weißes T-Shirt ausgesucht. Das wird zerknüllt und mit mehreren Gummis abgebunden.“ Dann werde Batikfarbe darüber geschüttet, wahlweise in mehreren Farbtönen. Nach 20 Minuten kommen die Gummis weg, das Shirt wird auseinandergefaltet, gespült – fertig ist das Kunstwerk.

Das könnte Sie auch interessieren:

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren