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Babenhausen

03.03.2020

Ein Gründervater der Versehrtensportgruppe wird 90

Pioniere des Prellballsports in der Versehrtensportgruppe (von links): Michel Schütz, Franz Sauter, Georg Sauter, Jakob Spengler, Dr. Martin Schrode, Otmar Schmiedt, Georg Plattner, Vinzenz Einzinger und Paul Garad.
Bild: TSV-Archiv/Repro: Settele

Martin Schrode aus Babenhausen feiert am Dienstag einen runden Geburtstag. Er blickt auf fast ein halbes Jahrhundert als Sportarzt zurück.

Im April 1966 hob eine Handvoll Kriegsversehrter unter „tatkräftiger Mithilfe des VdK “, so die Vereinschronik , die Versehrtensportgruppe (VSG) Babenhausen aus der Taufe. Praktisch als Geburtshelfer betätigten sich der damalige VdK-Vorsitzende Anton Sauter und Dr. Martin Schrode , der heute seinen 90. Geburtstag feiert. Er ist das älteste noch lebende Gründungsmitglied dieser TSV-Sparte, die sich heute Behinderten-, Versehrten-, Rehabilitations- und Herzsportgruppe (BVRS) nennt.

Allein schon die Namensänderung zeugt von einem Wandel dieses Angebots. Dass aus den rund zehn Männern, großteils Kriegsversehrte, einmal eine mehr als 100 Mitglieder zählende TSV-Sparte wird, hätte Martin Schrode damals wohl nicht zu träumen gewagt.

Um damals vonseiten des Versorgungsamts die Anerkennung als Versehrtensportgruppe zu bekommen, gab es strenge Auflagen. Dazu gehörte unter anderem die ärztliche Betreuung. Da bot es sich an, dass Martin Schrode , damals Oberarzt am Babenhauser Krankenhaus, diesen Part übernahm. Als Sportarzt engagierte er sich bis zu seinem 85. Geburtstag vor fünf Jahren, also fast ein halbes Jahrhundert lang. Noch heute besucht er BVRS-Übungsabende und springt ein, wenn ein Sportarzt verhindert ist.

Ein Gründervater der Versehrtensportgruppe wird 90

Da die Versehrtensportgruppe damals schon einen Monat nach ihrer Gründung dem TSV Babenhausen beitrat, wurde auch Martin Schrode Mitglied des Vereins, dem er bis jetzt die Treue hält – als Sportarzt, aber auch einige Jahre lang als Spartenschriftführer und als stellvertretender Vorsitzender. Über Jahrzehnte war Schrode zudem Garant dafür, dass die jeweils zwei Reha- und Herzsportgruppen eine ärztliche Betreuung erhielten. Dabei wechselte er sich nicht zuletzt mit dem inzwischen verstorbenen Dr. Georg Hipp ab.

Doch auch selbst beteiligte er sich am sportlichen Leben der BVRS-Gruppe. Das galt vor allem, als sich die ersten Mitglieder kurz nach der Gründung dem Prellballsport widmeten. Nach holprigem Beginn erkämpfte sich die VSG Babenhausen den einen oder anderen überregionalen Erfolg, darunter Bezirksmeistertitel, Bayerische Vize- und Meistertitel samt Qualifikation zur Deutschen Prellball-Versehrtenmeisterschaft. Auch dabei war Martin Schrode aktiv. Er beantragte nicht nur die Spielerpässe, die über die Schwere der jeweiligen Behinderung Auskunft gaben, sondern überwachte auch den Übungsbetrieb. Doch auch Geselligkeit und Kameradschaft zeichnen die BVRS-Sparte bis heute aus und waren Schrode stets ein Anliegen. Heute noch enden Übungseinheiten oftmals mit einem „Einkehrschwung“.

Dazu passt der Satz des ehemaligen Vorsitzenden, Georg Sauter , bei der 50-Jahr-Feier, nämlich, dass die „Ideen der Gründungsväter auf fruchtbaren Boden gefallen sind und dass in der Gemeinschaft von Gleichgesinnten oder Personen mit Handicaps keiner allein bleibt“. TSV-Präsident Martin Gleich und Bürgermeister Otto Göppel ergänzten, dass die Spartengründung „eine mutige und zukunftsorientierte Entscheidung war, die gleichzeitig eine kostengünstige Gesundheitsquelle darstellt“. Außerdem wurde bereits Inklusion betrieben, als noch niemand dieses Wort im Sprachgebrauch verwendete. Kein Wunder, dass Martin Schrode mit zahlreichen Ehrenzeichen des TSV Babenhausen , aber auch des Bayerischen Landessportverbands ausgezeichnet wurde, beispielsweise in Silber, Gold und Gold mit Brillanten.

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