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01.07.2010

"Eine Verschärfung ist nicht nötig"

Landkreis Jens Hagg wird sein Kreuzchen am Sonntag bei "Nein" machen. Wo auch sonst? Denn in seinem Pub, dem Fiddler's Green in Pfaffenhofen, funktioniert dank des gelockerten Rauchverbots alles bestens: Die Nichtraucher tummeln sich im rauchfreien Hauptraum, die Raucher nebenan im Raucherzimmer. "Und alle kommen bestens miteinander aus, keiner fühlt sich von den anderen gestört." Eine erneute Verschärfung des Rauchverbots hält Hagg deshalb nicht für erforderlich.

Von Stefanie Schuster und Regina Langhans

Zumal die ihm einige Probleme bescheren könnte: Der Pub liegt mitten im Wohngebiet. "Wenn die Leute spät abends zum Rauchen rausgehen, bekommen wir Ärger mit den Anwohnern wegen des Lärms." Nach 23 Uhr müsse man zusätzlich ein Auge darauf haben, dass die Gäste ihre Getränke nicht mit nach draußen nehmen.

Johann Britsch, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, ist mit der aktuellen Situation sehr zufrieden. Denn es sollte auch Eckkneipen geben, wo die Leute zum Bier ihre Zigarette rauchen können, meint Britsch - auch wenn er als Chef des Landgasthofs Hirsch in Finningen nicht von einer Verschärfung des Rauchverbots betroffen wäre, bei ihm wird ohnehin nicht geraucht. "Die Gäste sind mündig genug, um selbst zu entscheiden, wo sie hingehen oder nicht."

"Eine Verschärfung ist nicht nötig"

Ute Ünal, Wirtin im Vöhlin in Illertissen hat bereits per Briefwahl mit Nein gestimmt. In einer Bierkneipe wollen die Leute schließlich auch rauchen. Und viele ihrer Stammgäste hätten es ihr schon gleichgetan, erzählt sie. Egal ob sie Raucher sind oder nicht. "Denn wenn ein Stammtisch ständig auseinandergerissen wird, weil die einen zum Rauchen rausgehen, kommt einfach keine gute Stimmung auf."

"Ich hoffe, dass die Regelungen für Raucher so bleiben, wie sie jetzt formuliert sind", wünscht sich Philip Nissan, Wirt des Illertisser "Café am Markt". Denn ein Wirt kenne am besten die Bedürfnisse seiner Gäste. "Es kommt ganz darauf an, ob ich ein Speiselokal habe, ein Café oder eine Kneipe. Wenn ich beispielsweise meinen Nebenraum vermiete, möchte ich es der Gesellschaft selbst überlassen, ob sie rauchen will oder nicht." Da seine Stammgäste zumeist ältere Herrschaften sind, nimmt er an, dass ihnen ein unverrauchter Gastraum lieber ist und argumentiert: "Wir sind ja auch keine Kneipe". Sich selbst bezeichnet Philip Nissan als Gelegenheitsraucher, der mal zu einem guten Glas Wein abends eine Zigarette raucht. "Doch für mich als Wirt bedeutet die strenge Raucherregelung schlichtweg eine Berufseinschränkung."

Von gegenteiligen Erfahrungen kann Anneliese Bader vom Gasthof "Zur Linde" in Altenstadt-Illereichen berichten. "Seit bei uns nicht mehr geraucht wird, ist die Luft viel besser, die Vorhänge muffeln nicht und unsere älteren Gäste sind begeistert." Bei den jüngeren, rauchenden Besuchern gebe es Verständnis dafür. "Wenn diese rauchen wollen, gehen sie vor die Türe oder in den Biergarten, im Winter können sie auch im Gang bleiben."

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