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Illertissen

24.02.2014

Faschingskonzert mit Überraschungen

Anna Maria Kaufmann in der voll besetzten Illertisser Kollegsaula. Rechts Juri Gilbo, Leiter der Kammerphilharmonie St. Petersburg.
Bild: Wilhelm Schmid

Anna Maria Kaufmann serviert bunte Mischung aus Oper, Operette und Musical bei ihrem Auftritt in Illertissen

„Faschingskonzert“ stand als Motto über dem Auftritt von Anna Maria Kaufmann mit der Russischen Kammerphilharmonie Sankt Petersburg beim „Freundeskreis Kultur im Schloss“ in der voll besetzten Kollegs-Festhalle. Nur mit diesem Motto lässt sich auch die ausgesprochen bunte Mischung aus Oper, Operette und Musical erklären, die durch überraschende Änderungen noch bunter wurde. Doch nicht nur die Vortragsfolge war eine Überraschung; zu den genannten Mitwirkenden kam René Giessen als Moderator, der seine Mundharmonika mitgebracht hatte. Überraschend war auch, dass an diesem Abend nicht alles perfekt klang.

Aber zuerst ging es ins Reich der Oper: Mit der Ouvertüre zu Bizets „Carmen“ eröffneten Juri Gilbo und sein Orchester den Abend schwungvoll, und Anna Maria Kaufmann ließ die berühmte „Habañera“ folgen. Hier und in der folgenden Arie „O mio babbino caro“, der Leoncavallo-“Mattinata“ sowie dem spanischen „Hijo de la luna“ hatte die Deutsch-Kanadierin hörbare Intonationsprobleme, aber je näher es ins Reich der „leichten“ Muse mit Musical- und Operettenmelodien ging, um so mehr fand Anna Maria Kaufmann zu der Klasse, derentwegen sie als Weltstar gilt. Dafür gab es begeisterten Applaus. Ehe sie mit dem Trinklied „Libiamo“ aus „La Traviata“ den ersten Teil beschloss, hatte das Orchester dazwischen den „Krönungsmarsch“ von Meyerbeer, den „Säbeltanz“ aus Chatchaturians „Gayaneh“ und die „Petersburger Schlittenfahrt“ eingestreut; eine nicht unbedingt zwingende Vortragsfolge, die sich nur mit dem Motto „Faschingskonzert“ erklären ließ. Die sechzehn Damen und Herren im Orchester zeigten sich als Meister ihres Faches, wobei der Schlagzeuger sowohl in Bezug auf die Lautstärke als auch den blechernen Klang seines Instruments deutlich aus diesem Rahmen fiel.

Den zweiten Teil eröffnete René Giessen, indem er sich mit dem „Czardás“ von Monti auf der Mundharmonika als echter Könner erwies, und das bestätigte er später mit der Titelmelodie aus „Spiel mir das Lied vom Tod“. Anna Maria Kaufmann kam mit dem „Schwipslied“ aus der Strauß-Operette „Eine Nacht in Venedig“ durch den Mittelgang spaziert und beglückte dabei zwei Herren im Publikum mit ihrem Besuch. Dann war sie ganz in ihrem Element und bot „I could have danced all night“ aus „My Fair Lady“ und „Se tu fossi nei miei occhi“ aus Morricones „Cinema Paradiso“, wobei ihre Bemühungen, den Saal zum Mitklatschen zu animieren, nicht immer vom gewünschten Erfolg gekrönt waren.

Schließlich gewann die Sängerin die Herzen der Publikumsmehrheit mit Vorträgen aus Andrew-Lloyd-Webber-Musicals, mit denen sie ihre Weltkarriere begründet hatte. Die Begeisterung wäre gewiss noch größer ausgefallen, wenn sie auf die höchsten und doch recht dünnen Töne am Schluss verzichtet hätte. Warum das Orchester hier die Strauß-Polka „Unter Donner und Blitz“ dazwischen setzte, ließ sich wiederum nur mit „Faschingskonzert“ deuten. Leonard Cohens „Hallelujah“ – auch eine „Überraschung“ anstelle mehrerer Songs, die aus dem gedruckten Programm fehlten – und der Titelsong aus „Hello, Dolly“ beendeten das Programm und nach einer freundlichen Einladung von Dirigent Juri Gilbo, dass durchaus noch Zugaben möglich seien, wenn nur genügend Applaus käme, gab es „Zorbas Tanz“, die „Champagner-Arie“ („Im Feuerstrom der Reben“) und ein Dacapo von „Hello Dolly“, womit ein Konzert endete, das gewiss vielen gefiel, aber auch zwiespältige Eindrücke hinterließ.

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