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Babenhausen

24.08.2017

Hotel Sailer soll abgerissen werden

Nach Angaben von Jürgen Ganz soll das Gebäude des Hotels Sailer abgerissen werden. Detaillierte Pläne zum neuen Bauvorhaben liegen bisher noch nicht vor. Auch das Haus der Kist hinter dem gelben Hotel und das ehemalige Wohnhaus der Familie Sailer sollen abgebrochen werden.

Die Judengasse in Babenhausen könnte bald schon komplett anders aussehen. Denn drei Häuser sollen verschwinden. Konkrete Pläne zu dem Projekt liegen noch nicht vor

Ein Teil im Babenhauser Ortskern wird sich in wenigen Jahren komplett verändern. Der Grund: Das markante gelbe Gebäude des Hotels Sailer in der Judengasse soll abgerissen werden. Zuletzt waren vor allem Zeitarbeiter in den Zimmern untergebracht worden.

Im Dezember 2016 kaufte die Firma Mang Wohnbau, ein Kooperationsunternehmen aus den Betrieben Josef Mang Bauunternehmung und Beraterhaus Babenhausen, das Gebäude. Wie Jürgen Ganz – der neben Roland Mang und Ejnar Kahric Geschäftsführender Gesellschafter der Mang Wohnbau GmbH ist – auf Nachfrage sagt, werde das Haus mit Sicherheit abgerissen. „Sobald die Räumung stattgefunden hat, gehen wir in die Planung“, so der Unternehmer. Betroffen von diesem Vorhaben sind auch zwei weitere Gebäude: Laut Ganz soll das Haus in der sich die sogenannte Kist befindet und das ehemalige Wohnhaus der Familie Sailer abgerissen werden. „Das gesamte Areal hat dann eine Fläche von etwa 2000 Quadratmetern“, sagt Ganz. Konkrete Pläne würden noch nicht vorliegen. Aber: „Wir planen eine gemischt genutzte Bebauung, also gewerbliche Bauflächen und Wohnbebauung mit Tiefgarage.“ Es habe bereits Gespräche mit potenziellen Mietern und ein paar Nachbarn gegeben, aber es gäbe eben noch keine Detailpläne.

Deshalb wurde das Bauvorhaben mit dem Abbruch der alten Häuser auch noch nicht dem Marktgemeinderat vorgestellt. Babenhausens Zweiter Bürgermeister, Dieter Miller, sagt gegenüber unserer Zeitung, er wisse noch nichts Genaues zu den Maßnahmen, ein Bauantrag für einen Neubau liege der Gemeinde bisher nicht vor. Miller sieht nach eigenen Angaben mögliche Pläne, die das Sailer-Areal betreffen, positiv. In Illertissen habe sich beispielsweise in den vergangenen Jahren auch einiges getan.

Auch Jürgen Ganz ist sich sicher, dass der geplante Neubau nur als Bereicherung für den Fuggermarkt angesehen werden kann. „Wir haben Referenzobjekte: Die Alte Molke in Babenhausen haben wir gebaut und auch die Wohnanlage Gartenweg“, sagt er. „In diese Richtung wird der Bau auf dem Areal des Gasthofs Sailer gehen.“ Der Neubau soll nach den Worten von Ganz hochwertig werden und neuen Wohnraum im Ortskern schaffen. „Mir ist es wichtig, dass wir eine Ortsentwicklung schaffen.“ Das Grundstück befände sich in der Judengasse in einer ausgesprochen guten Lage.

Dieser Meinung schließt sich die Gemeinderätin und Vorsitzende des Historischen Vereins Babenhausen, Barbara Kreuzpointner, an. „So wie das Gebäude jetzt da steht, ist damit nicht mehr viel anzufangen“, sagt sie. „Ich kenne das Gebäude von oben bis unten in und auswendig und weiß, dass es eine Privatperson nicht richten kann. Die Kostenrechnung würde weit über einer Million Euro liegen.“ Werde das Haus abgerissen und ein neues gebaut, bekäme die Judengasse endlich ein schönes Ambiente, sagt sie.

Die erfasste Geschichte des Gebäudes reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Nach den Recherchen von Kreuzpointner wurde Xaver Sailer im Jahr 1898 als Eigentümer genannt. Etwa um 1900 brannte das Haus nieder, es wurde wiederaufgebaut und die Gaststube nach den Plänen des ungarisch-deutschen Architekten Andor Ákos gestaltet, so Kreuzpointner. Ákos wirkte seit den 20er Jahren vor allem in Kempten, er entwarf in ganz Süddeutschland etwa 250 Bauwerke und Inneneinrichtungen.

Bis in die 80er Jahren waren laut Kreuzpointner Ludwig und Marianne Sailer die Wirtsleute. Nach mehreren Wechseln wurde Eugen Braun zwischen 2008 und 2009 Pächter von Gasthof und Hotel. Das bestätigen auch die Einträge auf der Internetseite des Historischen Vereins Babenhausen (www.babhist.de).

Das Restaurant wurde nach Recherchen von Kreuzpointner vor etwa drei Jahren geschlossen und die Zimmer vor allem an Zeitarbeiter vermietet.

Vor ungefähr zwei Jahren kochte im Marktgemeinderat eine Debatte um die Unterbringung von Flüchtlingen in dem Gebäude hoch. Die anfangs geplante Unterbringung kam allerdings nie zustande.

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