Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Liebherr baut Standort in Dettingen: Neue Arbeitsplätze entstehen

Dettingen an der Iller

27.01.2021

Liebherr baut Standort in Dettingen: Neue Arbeitsplätze entstehen

In Dettingen baut die Firma Liebherr eine neue Niederlassung. Im Gegensatz zum bisherigen Standort im benachbarten Kirchdorf soll es hier eine Werkstatt geben, in der auch ausgebildet wird.
Foto: Liebherr

Plus Liebherr investiert rund 20 Millionen Euro in Dettingen. Warum nun die Ausbildung für Monteure in den Fokus rückt und welche Erfahrungen die Firma mit der Kommune machte.

Wer die A7 entlangfährt, sieht auf der Höhe von Dettingen, dass sich im dortigen Gewerbegebiet etwas tut. Auf einer Fläche von insgesamt 3,4 Hektar entsteht ein großer Gebäudekomplex. Bauherr ist die Firma Liebherr-Baumaschinen Vertriebs- und Service GmbH (LBV). Investiert werden in das Projekt etwa 20 Millionen Euro.

Bis Herbst 2021 soll die neue Niederlassung bezugsfertig sein. Laut Klaus Kühner, einem der beiden LBV-Geschäftsführer, werden dann etwa 80 Mitarbeiter am Standort in Dettingen arbeiten. „In Dettingen entstehen etwa 20 neue Arbeitsplätze. 60 Mitarbeiter wechseln hierher.“ Denn mit der Fertigstellung verlagert die LBV ihre Zentrale von Kirchdorf in die Nachbargemeinde. Kühner sieht darin zwei wesentliche Vorteile: „In Dettingen kann sich die LBV als eigenständiger Standort weiterentwickeln. Gleichzeitig werden die flächenmäßig ausgeschöpften Kapazitäten in Kirchdorf entlastet.“

Insgesamt sind bei der Liebherr-Baumaschinen Vertriebs- und Service GmbH in Kirchdorf und an zwölf weiteren Standorten rund 520 Mitarbeiter beschäftigt. „Die LBV gibt es seit zehn Jahren. Wir sind der Liebherr-eigene Händler. Unser Hauptaufgabengebiet ist der Verkauf, die Vermietung und der Service für Erdbewegungs- und Materialumschlagmaschinen – also für Radlader, Mobil- und Raupenbagger, knickgelenkte Muldenkipper und Ähnliches“, erklärt Kühner. Etwa zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten im Service, ein Drittel in der Verwaltung und im Vertrieb beziehungsweise der Vermietung.

Liebherr baut Werkstatthalle in Dettingen

„Die Nähe zum Kunden spielt für uns eine zentrale Rolle. Deshalb haben wir auch in den Neubau investiert: Damit wir unseren Service insbesondere hier in der Region ausbauen und verbessern können“, sagt Kühner. Weshalb der Service in dieser Branche eine so große Rolle spielt, erklärt er an einem Beispiel. „Wenn auf einer Baustelle eine Maschine ausfällt, kostet das den Kunden viel Geld – an jedem Tag, an dem er sie nicht nutzen kann.“ Daher sei es wichtig, dass die Reparatur schnell erfolge und Ersatzteile zügig zur Verfügung stünden.

„In Dettingen sind wir nun auch in der Lage, selbst auszubilden“, freut sich Kühner. Vor allem Monteure seien im Fokus. In Kirchdorf gab es keine eigene Werkstatt. Ein Teil der 20 neuen Arbeitsplätze werden daher für Azubis sein. Die Ausbildung soll im September 2022 starten.

Für Dettingen als neuen Standort sprachen mehrere Gründe

Laut Kühner wird in Dettingen eine technisch hochwertig ausgestattete Werkstatthalle gebaut. „In der Halle wird es zwei Kräne geben: einen mit 32 Tonnen Hubkraft und einen zweiten mit 20 Tonnen Hubkraft. Zusammen können sie mehr als 50 Tonnen heben.“ Zudem wird die Halle über eine 17 Meter lange Montagegrube, eine große Waschhalle und einen eigenen Schlossereibereich verfügen – und über eine Fußbodenheizung. In den Büros des Verwaltungsgebäudes wird die Wärme oder Kühle nicht von unten oder der Seite kommen, sondern von oben. „Es werden Heiz- beziehungsweise Kühldecken in die Büros eingebaut“, sagt Kühner.

Für Dettingen als neuen Standort sprachen aus Sicht der Geschäftsführung mehrere Gründe: „Eine sehr breite Straße führt direkt zur A7, ohne dass Lastwagen vorher durch ein Wohngebiet fahren müssen. Das war uns wichtig.“ Weitere Pluspunkte seien die Nähe zu Oberopfingen, wo das Zentral-Ersatzteillager der Firmengruppe ist, und die Nähe zum Liebherr-Werk in Kirchdorf. Nicht zuletzt lobt Kühner die Gemeinde Dettingen und ihren Bürgermeister Alois Ruf als „gute Partner“ bei der Verwirklichung des Bauprojekts. Neben der LBV werden noch einige Bereiche weiterer Firmen der Liebherr-Gruppe in die Gebäude einziehen: die Liebherr-Mietpartner GmbH, das Liebherr-Gebrauchtmaschinenzentrum und eine Mieteinheit der Liebherr-Werk Nenzing GmbH.

Trotz Corona sei im Tiefbau-Bereich laut Kühner die Auftragslage stabil geblieben. Auch in die Zukunft blickt der Geschäftsführer optimistisch. „Wir investieren in Dettingen und schaffen neue Arbeitsplätze, weil wir glauben, dass sich die Wirtschaftslage für das Marktsegment Tiefbau in Deutschland positiv weiterentwickeln wird.“

Lesen Sie dazu auch: Homeoffice: Hat sich mobiles Arbeiten bewährt? Das sagen Firmen aus der Region

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren