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19.01.2015

Linde muss Zebrastreifen weichen

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Von Schülern waren am Tag des Baumes vor über 20 Jahren die Linden an der Kreisstraße NU9 gepflanzt worden. Jetzt musste eine von ihnen weichen, weil an der Stelle ein Fußgängerüberweg angelegt wird – zur Sicherheit der Schüler.
Bild: Dieter Baur

Im Illertisser Stadtteil soll es nun doch eine Querungshilfe für die Schulkinder geben

Die Aufregung war groß, als der Landkreis in der vergangenen Woche in Tiefenbach am Rand der Kreisstraße NU9 eine gut 20 Jahre alte, kerngesunde Linde fällen ließ. Doch gestern glätteten sich die Wogen wieder. denn es zeichnete sich ab, dass ein lang gehegter Wunsch Tiefenbacher Eltern teilweise in Erfüllung gehen könnte.

Im Oktober 2012 hatten sie sich mit ihrer Sorge an die Öffentlichkeit gewandt und waren dabei von der damaligen Schulleiterin Sabine Grau-Schöppel unterstützt worden. „Das Verkehrsaufkommen ist der helle Wahnsinn“, hatte die Schulleiterin erklärt und auf die Kreisstraße NU9 geblickt. Diese Straße muss ein Großteil der Tiefenbacher Kinder auf dem täglichen Schulweg überqueren. Und das morgens bei oft schlechter Sicht und immer vorbeibrausendem Berufsverkehr. Eltern und Schulleiterin hielten das für zu gefährlich. Ihren Wunsch, für die Kinder an der Staatsstraße eine Fußgängerampel zu installieren oder zumindest einen Zebrastreifen aufzubringen, reichte die Stadt als Antrag an Landratsamt und Staatliches Bauamt weiter. Doch die Behörden winkten ab. Das Verkehrsaufkommen sei ausreichend hoch, aber die Zahl der Passanten, die die Fußgängerampel nutzten, zu gering, so die Begründung der Ämter.

Tiefenbach wäre nicht Tiefenbach, hätte der Illertisser Stadtteil sich mit der Absage zufriedengegeben. Die Gefahrenstelle wurde weiter angeprangert, bei Bürgerversammlungen und anderen Gelegenheiten. Ein erster Teilerfolg zeichnete sich ab, als 2013 die Unfallkommission zur Ortsbesichtigung kam. Die Kommission besteht aus je einem Vertreter des Landratsamtes, des Staatlichen Bauamtes und der Polizei. Das Ergebnis: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 an der Stelle. Inzwischen sind die Behörden offenbar zu der Ansicht gelangt, das reiche nicht aus. Die gewünschte Ampelanlage wird es zwar nicht geben, aber ein Zebrastreifen soll künftig die Sicherheit der Schulkinder beim Queren der Kreisstraße erhöhen. Offiziell war die Entscheidung gestern noch nicht abgesegnet, aber den ersten Schritt hat das Landratsamt letzte Woche veranlasst. An der Kreuzung zur Gemeindehalle ließ es eine Linde fällen.

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Tiefenbach wäre nicht Tiefenbach, hätte der Baumfäll-Akt nicht für einen Aufschrei gesorgt. Der frühere Schulleiter Franz Ilg meldete sich zu Wort. In einem Brandbrief an Bürgermeister Jürgen Eisen forderte er Klärung, warum die Linde gefällt worden sei, und erinnerte daran, dass 1992 oder 1993 der damalige Bürgermeister Karl-Heinz Brunner, er und Tiefenbacher Schulkinder am Tag des Baumes sieben Linden entlang der Kreisstraße gepflanzt hätten. „Was werden ehemalige Schüler denken, wenn sie von der Fällung der Linde erfahren“, fragte Ilg. Der ehemalige Stadtrat Dieter Baur unterstützte Ilg, machte Fotos an der Stelle.

Gestern ruderten sie zurück. Auf mehrfache Nachfrage erfuhren sie den Grund für die unangekündigte Fällaktion: Die Linde musste einem Zebrastreifen weichen. „Um den Übergang sicher zu gestalten, müssen wir davor eine Aufstellfläche schaffen“, erklärt Erich Sailer vom Landratsamt auf Nachfrage. Der Platz werde noch mit Schotter befestigt. Im Frühjahr, wenn die Witterung es zulasse, werde dann der Zebrastreifen aufgemalt. Um eine Mittelinsel einzubauen, sei die Straße zu schmal. Laut Vorschrift solle ein Zebrastreifen ab einer Straßenbreite von 6,50 Meter in der Mitte unterbrochen werden.

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