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Freundeskreis

30.08.2012

Literatur und Geologie liegen nahe beieinander

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Auf Schusters Rappen: Circa 20 Kilometer ging’s durch die reizvolle Landschaft rund um Elbogen.

Dritte Goethewanderung in Elbogen/Loket führt die Teilnehmer unter anderem in einen Silberbergbau

Illertissen/Loket Gut gelaunt und voller Eindrücke kehrten die Teilnehmer der dritten Goethewanderung der Freundeskreise Illertissen-Elbogen von einem ereignisreichen Wochenende zurück. 24 Teilnehmer konnten der Freundeskreisvorsitzende Dr. Karl-Heinz Brunner und sein Stellvertreter bei der Tour durch die Elbogener Wälder begrüßen. Unter ihnen die erste Bürgermeisterin Marita Kaiser und Partnerschaftspräsident Franz Münzenrieder.

Lokets Bürgermeister Bednarz begrüßte die Wanderer herzlich

Mit drei Kleinbussen, guter Laune und reichlich Wandergepäck machte sich die Illertisser Gruppe am Freitag auf den Weg. Angekommen in Loket/Elbogen ließ es sich Bürgermeister Zdenek Bednarz nicht nehmen, gemeinsam mit der rührigen Freundeskreisvorsitzenden Jana Motlíková und zahlreichen Stadträten alle persönlich bei einer Stärkung in der Gartenwirtschaft „Gardner“ zu begrüßen.

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Dieses Jahr stand der Dichter Johann Wolfgang von Goethe, als der Naturwissenschaftler, Geologe und Mineraloge im Mittelpunkt des Wochenendes. Daher erfolgte noch bei Einbruch der Dämmerung eine spannende Führung mit dem Chefgeologen Petr Rojík vom örtlichen Unternehmen Sokolovská uhelná, das unter anderem die Grube Druba/Freundschaft unweit von Elbogen betreibt.

Petr Rojík, Sohn einer Sudetendeutschen und eines Tschechen, überzeugte durch seine intensive Beziehung zu Heimat und den Mineralien. Er führte eine kleine Gruppe von Illertisser „Bergleuten“ an die Grube, um ihnen die Geologie und Mineralogie der Region zu erklären. Nicht nur der bekannte Karlsbader Zwilling, eine geologische Besonderheit, sondern auch die Ausmaße von Bergbau und Rekultivierung beeindruckten die Gäste. Vielleicht hat die herzlich erfrischende Führung Rojíks den einen oder anderen auch angeregt, sich auch dem bescheidenen schriftstellerischen Schaffen des Geologen zu widmen. Denn er hat ein wunderschönes Heimatbuch über die Geschichte des Zinnbergbaus geschrieben. Man sieht wie bei Goethe: Literatur und Geologie liegen nahe beieinander.

Ausgestattet mit von Bürgermeister Bednaz eigens für die Wanderung angefertigten Kappen für die deutschen und tschechischen Wanderer, ging es am Samstag durch die Elbogener Wälder zu der Ruine der ehemaligen Kirche Sv. Miklua/St. Nikolaus unterhalb des Krudum/Chrudim, einem Berg im Kaiserwald. Zweiter Bürgermeister Petr Zahradnizek, ein leidenschaftlicher Historiker, erzählte die Geschichte der Ruine am Rande der kleinen Silberbergbaugrube. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde erst im Jahr 2002 nach Wiederentdeckung restauriert. Bis heute birgt sie noch viele Geheimnisse. Eines davon ist laut Jana Motlíková sicher, nämlich dass von diesem Platz aus der Nikolaus am 5. Dezember zu allen Kindern dieser Welt reist.

Gestärkt ging es sodann über sanfte Hügel, vorbei an Feldkreuz und renoviertem Friedhof bei Dvory/Höfen und Nadlesí/Nallesgrün zurück nach Elbogen/Loket, wo bereits am Grill ein Spanferkel die Wanderer erwartete. Dort tauschten sich Alt und Jung rege aus, wurden bewährte Freundschaften vertieft und neue Freundschaften geschlossen.

Viel zu schnell war das Wochenende in Loket zu Ende. Manch Träne besiegelte den Wunsch auf baldiges Wiedersehen.

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