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Altenstadt / Herrenstetten

11.07.2019

Machen Autoschrauber zu viel Krach?

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Lautes Werkzeug und dröhnende Motoren: Anwohner in Herrenstetten beklagen sich über Lärm, der angeblich aus einer Werkstatt kommt, die ihrer Ansicht nach, so gar nicht erlaubt ist.

Plus Anwohner in Herrenstetten beschweren sich über lärmende Motoren und schepperndes Werkzeug. Sie wollen, dass die Hobbywerkstatt dichtgemacht wird.

Motoren, die unvermittelt aufheulen und dann lange laufen, laute Maschinen, immer wieder ein krachendes Scheppern: Die Anwohner in der Herrenstetter Dorfstraße sind genervt. Seit Jahren klagen sie über Werkstattlärm, der zum Teil bis tief in die Nacht von einem Anwesen in ihrer Straße schallt. Dort würde in einem Stadel seit Jahren eine nicht genehmigte Autowerkstatt betrieben, lautet der Vorwurf der Nachbarn.

Im November 2018 hatte sich der Bau-, Werks- und Umweltausschuss des Altenstadter Marktgemeinderates mit einem Antrag von acht Anwohnern beschäftigt. Diese wollten mit ihrem Schreiben an die Marktgemeinde eine Nutzungsuntersagung für den Betrieb einer Kfz-Werkstätte auf dem Anwesen erreichen. Seit mehr als zwölf Jahren würde die nämlich ohne Genehmigung dort betrieben. Weiter schreiben die Anwohner: „Von diesem Betrieb gehen für die Nachbarschaft unzumutbare Lärmbelästigungen, teilweise bis Mitternacht sowie an Sonn- und Feiertagen aus.“ Bei dem vermieteten Gebäude, in dem sich die Werkstatt befindet, handelt es sich um eine ehemalige landwirtschaftliche Scheune. Bürgermeister Wolfgang Höß erklärt dazu gegenüber unserer Redaktion: „Es gab nie einen Bauantrag auf Nutzungsänderung.“ Dabei sei es zunächst unwesentlich, ob das betreffende Gebäude privat oder gewerblich genutzt werde. Wenn dort beispielsweise geschweißt oder mit Öl hantiert werde, müssten Auflagen betreffend Brand- und Umweltschutz beachtet werden. Mehr zur Wirtschaft in der Region: Die Wieland-Häuser: Von der Arbeiterwohnung zum Schmuckstück

Lärm in Herrenstetten: Landratsamt wurde eingeschaltet

Der Bauausschuss fasste in der Sitzung im November vergangenen Jahres einstimmig den Beschluss: „Nach Auffassung der Verwaltung liegt eine Nutzungsänderung vor. Das Landratsamt Neu-Ulm als zuständige Bauaufsichtsbehörde wird aufgefordert, entsprechende Maßnahmen einzuleiten.“ Dieser Beschluss wurde der Behörde weitergeleitet und zu einer bereits gut gefüllten Akte geheftet. Denn das Thema taucht seit 2010 immer wieder auf. Der Herrenstetter Marktrat Hubert Berger hat dem Gremium damals zum ersten Mal die Probleme der Anwohner vorgetragen. Bereits damals bat man das Landratsamt um Prüfung. In der Folgezeit – nach unserer Redaktion vorliegenden Unterlagen in den Jahren 2010 sowie 2013 – fanden dann Kontrollen statt. Die Ermittlungen ergaben damals aber keinen Handlungsbedarf, da die Mieter des Anwesens keine gewerblichen Zwecke verfolgen und es sich um eine private Autowerkstatt handle. Auch in bau- und umweltrechtlicher Sicht sah das Landratsamt damals keinen Anlass zum Tätigwerden. Der Gemeinde wurde nur nahegelegt, das Objekt im Rahmen der Feuerbeschau in Augenschein zu nehmen. Die damalige Eigentümerin des Anwesens hatte die Mieter 2013 anwaltlich abgemahnt und zur Einhaltung der Nachtruhe aufgefordert. Lesen Sie auch: Wuchernde Gefahr: Diese Pflanzen können gefährlich sein

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2017 starteten Anwohner dann eine Unterschriftenaktion. Insgesamt 35 Unterschriften von Anwohnern sowie Unterstützern kamen zusammen. Zuletzt wurde dann 2018 die Nutzungsuntersagung beantragt. Laut Höß wurde seither mehrmals von der Verwaltung in dieser Sache beim Landratsamt nachgehakt. Offenbar – so die Information – werde die Angelegenheit aktuell juristisch geprüft. „Es wird Zeit, dass was passiert“, fasst Bürgermeister Höß die jahrelange Misere zusammen. Denn Fakt sei: Es handele sich um einen Stadel, der als Autowerkstatt genutzt werde.

Autoschrauber stören Nachbarschaft

Im Gespräch mit zwei Anwohnern, die namentlich nicht genannt werden wollen, wird es als „haarsträubend“ bezeichnet, dass „so lange nichts passiert“. Die Anwohner bekräftigen die nach wie vor andauernde Lärmbelastung, etwa durch lange laufende sowie aufheulende Motoren und unterstreichen ihre Behauptung, die Werkstatt würde gewerblich genutzt, mit Fotos. Die Aufnahmen zeigen unter anderem Autos mit verschiedenen, teils abmontierten Kennzeichen, die auf dem Hof stehen, Lackierarbeiten, die durchgeführt werden, und lassen eine Hebebühne im Innern des Gebäudes erkennen. Das könnte Sie auch interessieren: Was das Unternehmen Ruku mit Weinfässern zu tun hat

Der Mieter des Stadels und drei weitere Anwesende, die ebenfalls nicht namentlich genannt werden wollen, bestreiten im Gespräch mit unserer Redaktion die gewerbliche Nutzung des Anwesens. Es handele sich ausschließlich um eine private Autowerkstatt, in der sie Fahrzeuge aus dem Familien- und Bekanntenkreis reparieren. In Sachen Ruhestörung und Lärmbelästigung geben sie sogar zu, in jugendlichen Jahren etwas über die Stränge geschlagen zu haben. Dies sei schon geraume Zeit nicht mehr der Fall, sagen die vier Männer. Die Werkstatt sei mit Feuerlöscher ausgestattet und Motorenöl werde ordnungsgemäß entsorgt. Zudem hätten bereits durchgeführte Kontrollen keine Beanstandungen ergeben.

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