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Vöhringen

08.09.2017

Musikalische Offenbarung dank Wiener Klassik

Zu einem berauschenden Klangerlebnis wurde das Konzert des Orchesters Collegium Instrumentale Stuttgart. Im Bild die Sopranistin Sara-Bigna Janett aus Zürich.
Bild: Ursula Katharina Balken

Das Collegium Instrumentale Stuttgart hat im Wolfgang-Eychmüller-Haus ein emotionales Klangerlebnis mit Stücken von Haydn, Mozart und Beethoven geboten.

Klassische Musik, live, gespielt von 40 ambitionierten Musikern des Collegiums Instrumentale Stuttgart unter der Leitung von Albrecht Schmid – das war eine musikalische Offenbarung im Vöhringer Wolfgang-Eychmüller-Haus. Aber Beethovens grandioses Werk – die 7. Sinfonie – geht das überhaupt mit einem Orchester, das sich ursprünglich der Kammermusik verschrieben hatte? Ja, und wie das geht.

Dazu gehört ein Dirigent wie Schmid, der das aufgestockte Ensemble stringent führte und Musiker, die es fertig brachten, die Zuhörer zu faszinieren. Allerdings hielt sich die Zahl der Gäste in Grenzen. Aber diejenigen, die gekommen waren, genossen einen Konzertabend, der Preziosen der Musik von Haydn, Mozart und Beethoven enthielt.

Eröffnet wurde mit Sopran-Soli aus Haydns Werk „Die Schöpfung.“ Mit zwei Arien „Nun heut‘ die Flur, das frische Grün“ und „Auf starkem Fittige“ und später mit „Quoniam tu solus sanctus“ aus Haydns „Cäcilienmesse C-Dur“ konnte Sara-Bigna Janett überzeugen: In den Mittellagen verfügte sich über ein warmes Timbre, sicher gelangen ihr die in den Höhen kurz angerissenen Töne. Und auch mit ihren Koloraturen – also der schnellen Abfolge von Tönen mit kurzen Notenwerten – bewies sie ihr beachtliches stimmliches Potenzial. Bei ihrer Zugabe aus „My fair Lady“ musste sie am Schluss mit einem Spitzenton sogar ein klanglich überbordendes Orchester überbieten.

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Anne-Sophie Mutter muss um den Geiger-Nachwuchs, der der 50-jähringen Ausnahmesolistin sehr am Herzen liegt, nicht bangen. Die Interpretation des Violinkonzertes Nr. 5 A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart durch Lukas Stepp wurde zum Beispiel seiner individuellen Interpretationsfähigkeit. Der 1989 geborene Geiger entwickelte mit Sensibilität Melodienbögen, die mozartinische Eleganz und Leichtigkeit ausmachen. Er spielte mit Kraft und Doppelgriffen aber auch mit hauchzarter Bogenführung, was in seinen Kadenzen, vor allem aber im melodiösem „Adagio“ des Werkes zum Hörgenuss wurde. Die Harmonie zwischen Orchester und Solist Stepp war stets stimmig, vor allem in den Passagen, in denen Unheil in dunkler Orchesterfärbung am sonst so sonnig-fröhlichen Mozarthimmel erschien, sich aber ebenso schnell wieder verflüchtigte.

Höhepunkt des Konzerts war Beethovens 7. Sinfonie A-Dur. Schmid forderte das Äußerste in den forcierten Tempi wie auch in der exakten Interpretation, einschließlich der kurz gehaltenen Generalpausen. Das was die sogenannte „Wiener Klassik“ ausmacht, bricht sich in der Siebten Bahn – Vitalität, Pathos ohne hymnisch zu werden. Es war ein Konzertabend der besonderen Art, der den Nerv der Zuhörer getroffen hatte.

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