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Altenstadt

23.03.2015

Musiker unterstützen Bau der evangelischen Kirche in Illertissen 

Das Versöhnungskrichlein in Altenstadt war von den Musikern für ein Benefizikonzert zugunsten des Kirchenneubaus in Illertissen ausgewählt worden.
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Das Versöhnungskrichlein in Altenstadt war von den Musikern für ein Benefizikonzert zugunsten des Kirchenneubaus in Illertissen ausgewählt worden.
Bild: Illertisser Zeitung

Benefizkonzert in der Altenstadter Versöhnungskriche gespielt 

In der evangelischen Versöhnungskirche in Altenstadt haben Illertisser Künstler Musik aus Frühbarock und Barock interpretiert. Markus Hubert (Orgel), Annegret Sperl (Geige), und Hans Scherrer (Violoncello) spielten ein außergewöhnlich anspruchsvolles Konzert zur Passion. Es handelte sich um ein Benefizkonzert, wie es in Altenstadt bisher nur in der Adventszeit zu hören war.

Zahlreiche Musikfreunde aus Altenstadt und Umgebung hatten sich eingefunden. Sie mussten sich auf Instrumentalmusik von Virtuosen und Kirchenmusiker des 17. bis 18. Jahrhunderts einstellen. Das war nicht kulinarische Prachtentfaltung sondern grazile Melodik und ein Fugen-Gespinst von Einzelstimmen, ein Nacheinander, Gegeneinander, das immer auch in erlösende Harmonie mündete.

Das Musik-Programm wurde eingerahmt und unterbrochen von Lesungen der Leidensgeschichte aus dem Johannes-Evangelium. Die Kirchenvorstände und Organisatoren des Konzerts, Renate Aspacher, Doris Freund und Sandra Weigend beeindruckten durch ihren sachlichen und klaren Vortrag, der das Musik-Programm bereicherte und zum Gedenken einer Leidensgeschichte aufrief.

Das Programm baute sich aus Orgel-Soli und Trio-Passagen auf und forderte mit Werken früher Virtuosen wie dem in Amsterdam wirkenden Pietro Locatelli (1695 bis 1764), der später Nicolo Paganini zu einzelnen Kompositionen anregte, oder den Spanier Pablo Bruna (1611 bis 1679), am Hof Philipp IV. als Hoforganist wirkend. Giovanni Paolo Cima lebte von 1570 bis 1622, war der früheste Komponist des Benefizkonzertes und auch schwierig einzuhören. Orgel- und Kammermusikwerke von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) bildeten den Schwerpunkt des Programms, in denen Organist Markus Hubert die Differenzierung, Intellektualität und Kraft der mächtigen Bach-Kompositionen an der kleinen, gleichwohl feinen neuen Orgel der Versöhnungskirche eindrucksvoll vorstellte. Die Triopartie aus dem Violinkonzert g-moll BWV 1056 schien für die Musiker wie ein Heimkommen in vertraute Harmonie-Gefilde – für die Zuhörer auch.

Von Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707) spielte Markus Hubert ein Werk, das der Kirchenmusiker eher zum konzertanten Einsatz komponiert hatte: Passacaglia d-moll Bux WV 161. Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) zum Abschluss ließ aufatmen und erkennen: Abgründige Trauer in der Passionsmusik des Barock wird gehalten von Hoffnung und berührender Schönheit. Dieser Spannung wohnt ein Zauber inne, dem sich wohl an jenem Nachmittag niemand entziehen konnte.

Das Publikum lohnte es den Musikern und Vortragenden mit lang anhaltendem Beifall und Spenden für den Bau der evangelischen Christuskirche in Illertissen in Höhe von fast 500 Euro. (cz)

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