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Kellmünz

29.12.2020

Neues Musikerheim in Kellmünz: Zähes Ringen um den Zuschuss

Nach kontroverser Debatte hat sich der Marktrat Kellmünz auf eine Förderung für Umbau und Sanierung des neuen Kellmünzer Musikerheims festgelegt.
Bild: Schmid

Plus Der Musikverein möchte für sein neues Heim eine weitere Zuwendung von der Gemeinde Kellmünz. Doch der Gemeinderat tut sich schwer, eine Einigung zu erzielen.

Ein Zuschussantrag des Musikvereins Kellmünz zum Umbau des Proberaums in ein Musikerheim hat im Kellmünzer Marktgemeinderat auch im zweiten Anlauf eine kontroverse Diskussionsrunde ausgelöst. In der Novembersitzung hatten die Markträte den Antrag vertagt.

Das Musikerheim in Kellmünz wird etwa 165.000 Euro kosten

Der Musikverein sollte detailliertere Planungsdaten vorlegen und Einsparungspotenziale prüfen. Musikvereinsvorsitzender Florian Zanker stellte den Umfang der Baumaßnahmen vor, der Gesamtkosten von 165.000 Euro erfordern wird. Der Verein habe ein langfristiges und zukunftsfähiges Konzept ausgearbeitet, das eine technische und energetische Modernisierung des Gebäudes umfasst. Dadurch sollen auch die Unterhaltskosten minimiert werden.

Fenster und Eingangstür seien mehr als 25 Jahre alt und sollten erneuert werden. Florian Zanker schilderte, dass es im Dach Wassereintritte gibt. Für die sanitären Anlagen im Keller sei eine Lüftungsanlage erforderlich. Wenn preislich machbar, soll auch der Proberaum an die Lüftungsanlage angeschlossen werden. Nach dem Abriss der alten Turnhalle muss die Giebelseite wieder aufgebaut und auch eine Wärmedämmung des Dachs vorgenommen werden.

Das Gebäude steht auf einem Grundstück der Gemeinde Kellmünz

Einen Pachtvertrag oder Erbpachtvertrag gibt es bislang nicht. Da das Gebäude auf Gemeindegrund steht, soll es laut Bürgermeister Michael Obst künftig einen langfristigen Pachtvertrag zwischen Musikverein und Gemeinde geben. Der Musikverein würde 25.000 Euro Eigenkapital einbringen. Fördermittel kämen über den Landkreis (16.400 Euro) und den Bezirk Schwaben (37.000 Euro). Zudem sind Eigenleistungen im Gegenwert von 16.000 Euro eingeplant und auch Spenden. Florian Zanker erläuterte, dass noch ein Betrag von 44.000 Euro nicht gedeckt ist. Darin seien knapp 20.000 Euro für Abbrucharbeiten enthalten.

Baustart soll Mitte nächsten Jahres sein. Den beantragten gemeindlichen Zuschuss würde der Musikverein erst im Jahr 2022 benötigen. Zanker fügte an, dass der Musikverein auch den Unterhalt des Musikerheims übernehmen wird. Bislang bezahlt die Marktgemeinde die Betriebskosten. Rat Nobert Zucktriegel betonte, dass hinsichtlich der Bezuschussung Gerechtigkeit über alle Vereine hinweg herrschen müsse. Die ansonsten übliche Vereinsförderung liege bei zehn Prozent der Bausumme. Einen Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro hatte der Marktgemeinderat bereits zugesagt.

Diesen Zuschuss bekommt der Musikerverein Kellmünz nun von der Gemeinde

Weitere 32.000 Euro als Zuschuss zu gewähren, lehnte Zucktriegel kategorisch ab. Zucktriegel schlug vor, dass der Musikverein die ungedeckten Kosten angesichts der Niedrigzinsphase über ein Darlehen finanzieren solle. Diskutiert wurde auch, ob die Gemeinde dem Musikverein ein Darlehen gewähren sollte. Laut Bürgermeister Obst sei das allerdings zu kompliziert und mit Blick auf die Haushaltsgenehmigung nicht zielführend.

Marktrat Christian Anders betonte, dass man sich zwar bei kleineren Anschaffungen auf zehn Prozent Zuschuss festgelegt habe. Bei größeren Investitionen habe man sich aber eine gesonderte Betrachtung offen gelassen. Markträtin Monika Kling schlug vor, die 32.000 Euro zu teilen: 16.000 Euro Zuschuss und 16000 Euro über ein Darlehen.

Die Abstimmung gestaltete sich am Ende kompliziert. Einen Zuschuss in Höhe von maximal 32.000 Euro lehnte das Ratsgremium mit 4:7 Stimmen ab. Ebenso wie Zuschüsse in Höhe von 25.000 Euro (3:8) und 20.000 Euro (5:6). Mit 7:4 Stimmen wurde letztlich eine Förderung in Höhe von 15.000 Euro festgelegt. Insgesamt bekommt der Musikverein nun 45.000 Euro an gemeindlichen Finanzmitteln.

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