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Babenhausen

28.05.2015

„Qualität geht absolut vor Quantität“

Peter Schubert ist seit Kurzem Geschäftsführer der Senioren-GmbH Babenhausen. In seiner neuen Aufgabe lerne er täglich dazu, sagte er im Gespräch mit der IZ.
Bild: Fritz Settele

Peter Schubert ist der neue Geschäftsführer der Senioren-GmbH. Im Gespräch mit unserer Zeitung verrät er, wie er das Niveau in der Pflege sichern will und welche Aufgaben anstehen.

100 Tage im Amt sind häufig Anlass, ein erstes Fazit zu ziehen. Zwar ist Peter Schubert noch nicht so lange Geschäftsführer der „Seniorenzentrum und Ambulante Krankenpflege Babenhausen GmbH“ (kurz: Senioren-GmbH). Dennoch stellte er sich den Fragen der Illertisser Zeitung.

Wie kamen Sie zu dieser verantwortungsvollen Aufgabe?

Schubert: Nachdem Johann Braunmiller seinen Rücktritt aus Altersgründen angekündigt hatte, kamen Bürgermeister Otto Göppel und Altbürgermeister Theo Lehner als Vorsitzender des Ambulanten Krankenpflegevereins auf mich zu. Nach kurzer Überlegung sagte ich zu, da mich diese neue Aufgabe reizte und ich mich schon seit Jahrzehnten sozial engagiere.

Haben Sie sich schon in ihre neue Aufgabe eingelebt?

Schubert: Menschlich ja. Ich bin freundlich aufgenommen worden und fühle mich in der Zusammenarbeit mit unseren 30 Kolleginnen und Kollegen wohl. Unser Umgang ist offen und unkompliziert. Fachlich betrete ich aber mit dem Gebiet Pflege Neuland und lerne täglich dazu. Eine große Hilfe ist mir dabei die Pflegedienstleiterin Sonja Seidler.

Können Sie aus Ihren bisherigen beruflichen Erfahrungen etwas in die Aufgabe einbringen?

Schubert: Aus meinen zwölf Jahren als Bürgermeister in Heimertingen sind mir unmittelbare und eigenverantwortliche Personalführung und -entwicklung vertraut. Für die wirtschaftlichen Aufgabenstellungen habe ich nach meiner Bürgermeisterzeit meinen Wissensstand durch ein Masterstudium und das Steuerberaterexamen aktualisieren können. Aber es gilt trotzdem der Spruch meines alten Schuldirektors am Kolleg in Illertissen: Wissen ist Macht – falsch gedacht. Wissen ist wenig – Können ist König!

Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Aufgaben als Geschäftsführer?

Schubert: Die wesentlichste Herausforderung sehe ich darin, den Mitarbeitern genügend Zeit und Entfaltungsmöglichkeiten für deren mental und körperlich anstrengende Arbeit zu ermöglichen, ohne dass die notwendige Wirtschaftlichkeit des Betriebs aus den Augen gerät.

Und darüber hinaus?

Schubert: Im Zweifel kommt allerdings erst der Mensch und dann die Zahlen. Nur so wird aus der Motivation der Mitarbeiter die bestmögliche Pflege für den Patienten, während Qualität und Kundenzufriedenheit wiederum vernünftige betriebswirtschaftliche Ergebnisse gewährleisten.

Wie wollen Sie diesen finanziellen Spagat meistern?

Schubert: Nicht zuletzt durch eine schlanke und sehr effiziente Verwaltung. Hinzu kommt ein für uns ausgeklügeltes Computersystem und die ausgezeichnete Fachkompetenz der Mitarbeiter.

Dadurch lassen sich die Aufgaben bei nicht gerade üppigen Krankenkassenzuschüssen erfüllen?

Schubert: Es stimmt, dass gerade die Deckelung durch die Kassen uns die Arbeit nicht gerade erleichtert und uns bestimmte Gebührensätze aufs Auge gedrückt werden. Zudem steigen die Fixkosten für unseren Fuhrpark. Deshalb sind wir auf Spenden und Unterstützung angewiesen, um die menschliche Komponente unseres Pflegediensts verstärkt umsetzen zu können. Hier gilt mein Dank an den Ambulanten Krankenpflegeverein mit Theo Lehner an der Spitze. Diese Gelder sind hierfür unerlässlich. Deshalb wünsche ich mir, dass sich möglichst viele Bürger diesem sozialen Verein als Mitglieder anschließen.

Was steht als nächste größere Maßnahme an?

Schubert: Wir wollen die 2012 neu eingeführte Tagespflege ausbauen und stabilisieren. Dazu planen wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Gesellschaftern, der Marktgemeinde und dem Ambulanten Krankenpflegeverein eine bauliche Erweiterung unserer Räume.

Dazu hat der Babenhauser Markrat ja in seiner jüngsten Sitzung praktisch Grünes Licht gegeben. Wie geht es nun weiter?

Schubert: Nach dem Ja zur Bauvoranfrage geht es nun in die konkrete Planung. Wenn alle Formalitäten zügig über die Bühne gehen, könnten die Pläne noch heuer umgesetzt beziehungsweise in Angriff genommen werden.

Das bedeutet konkret?

Schubert: Der Personenkreis, der unsere Tagespflege in Anspruch nimmt, braucht eine vertraute Umgebung und Struktur. Deshalb ist zumindest vorgesehen, die gesamte Tagespflege während der Umbaumaßnahmen ins Kreisaltenpflegeheim zu verlegen. Schließlich handelt es sich bei der Tagespflege um ein zartes Pflänzchen, das es behutsam zu pflegen gilt.

Denken Sie auch an eine Ausweitung des Betreuten Wohnens?

Schubert: Derzeit nicht. Außerdem kann man mit der jetzigen Struktur und Personalsituation ein gesichertes soziales Unternehmen wie die Senioren-GmbH am besten schultern. Zudem ist das Potenzial an Hilfsbedürftigen ständig im Fluss.

Wo sehen Sie die Senioren-GmbH in zehn Jahren?

Schubert: Als die gleiche familiäre und sympathische Einrichtung wie heute, in der Qualität vor Quantität gilt.

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