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Klosterbeuren

21.11.2017

Schwerlastverkehr: Bürgerinitiative in Klosterbeuren übt Druck aus

Einige Klosterbeurer stören sich an den Lastwagen, die zum örtlichen Ziegelwerk fahren.
Bild: Sabrina Schatz

Klosterbeurer Bürger haben einen Brief an Babenhausens Bürgermeister und den Marktrat geschrieben. Die Worte sind deutlich.

Die Einwohner von Klosterbeuren haben genug von den Lastwagen, die zum örtlichen Ziegelwerk fahren – und von Versprechungen, die aus ihrer Sicht nicht eingehalten werden. Nun hat sich die „Bürgerinitiative gegen Mülldeponie in Klosterbeuren“ – ein Verbund aus rund 30 Familien, der vor einigen Jahren wegen der Mülldeponie gegründet wurde – zu Wort gemeldet: Vorsitzender Vitus Reiter schrieb einen Brief, adressiert an Bürgermeister Otto Göppel und die Markträte. Auch der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather, das Ziegelwerk sowie die Spedition Greif, welche das Werk beliefert, seien über das Schreiben informiert.

Der Wortlaut ist deutlich: Der betriebseigene und -fremde Lastwagenverkehr stelle ein „schweres Problem“ für das Dorf dar. Maßnahmen, die im Sommer bei einem runden Tisch vereinbart wurden, seien bisher „nicht oder nur halbherzig umgesetzt“ worden. „Die Anwohner wollen nicht die Dorfpolizei spielen“, ist außerdem zu lesen.

Letzteres spielt auf einen Info-Abend an, der Ende Oktober in der Alten Schule stattfand: Dabei bat Göppel die Bürger um eine Bilanz der Tempo-30-Zone, welche rund einen Monat lang probeweise eingerichtet worden war, etwa in der Reichauer Straße. Knapp 100 Klosterbeurer sind zu der Veranstaltung gekommen. Auch Vertreter des Ziegelwerks waren anwesend. Nach einer regen Diskussion wurden die Anwohner dazu aufgefordert, sich die Kennzeichen zu schneller Lastwagen zu notieren oder Fotos von der digitalen, vom Ziegelwerk aufgestellten Geschwindigkeitsanzeige weiterzuleiten. Das Unternehmen wolle dann mit betroffenen Fahrern sprechen, hieß es. Zudem betonte ein Sprecher, dass nur einzelne Fahrer zu schnell unterwegs seien.

In dem Brief erwähnt die Bürgerinitiative, dass ursprünglich vereinbart worden sei, die Tempo-30-Zone im gesamten Dorf einzurichten – nicht nur in der südlichen Hälfte. Ein weiterer Kritikpunkt: „Kontrollen fanden keine statt.“ Die Bürger hätten nicht den Eindruck gewonnen, dass die Werksleitung alles Nötige tue, um Fahrern das Problem deutlich zu machen. Vitus Reiter sagte gegenüber unserer Zeitung: „Wir stellen uns doch nicht den ganzen Tag hin und schreiben Kennzeichen auf. Da müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden.“ Ebenso habe das Unternehmen die Abmachung nicht eingehalten, sich um verschmutzte Straßen zu kümmern, so der Vorwurf.

Die Bürgerinitiative bittet in dem Schreiben „alle Gremien und gewählten Vertreter, mit mehr Nachdruck auch für unsere Interessen einzustehen“. Als Exempel werden Gemeinden um Illertissen genannt, die ebenfalls von Schwerlastverkehr betroffen sind. In Tiefenbach und Emershofen etwa ist es angedacht, Transporter, die das Ziegelwerk Bellenberg ansteuern, umzuleiten.

Göppel sagte am Montag, nicht mit einem solchen Brief gerechnet zu haben. Er habe nicht fest zugesichert, eine Tempo-30-Zone im gesamten Ort einzurichten: „Da müssen ja die Behörden zustimmen.“ Zudem habe er bei dem Info-Abend den Eindruck gewonnen, dass nicht alle Bürger für eine Geschwindigkeitsbegrenzung seien, die für jeden – also auch die Klosterbeurer selbst – gilt. Jedoch stimme er zu, dass Kontrollen nicht Aufgabe der Bürger sind: „Die Polizei und die Kommunale Verkehrsüberwachung müssten sich die Gegebenheiten vor Ort anschauen und herausfinden, an welcher Stelle Kontrollen möglich sind.“ Dies sei seines Wissens noch nicht passiert. Jedoch hätten die Firmen sich, wie beim Info-Abend erläutert, eine Selbstverpflichtung auferlegt. Bezüglich des Schmutzes sagte Göppel, dass dies derzeit auch mit dem Wetter zusammenhänge.

Der Rathauschef will den Brief mit dem Marktrat besprechen. Bei Problemen habe die Marktgemeinde in der Vergangenheit mit dem Ziegelwerk gesprochen. Das Unternehmen wollte am Montag keine Stellung nehmen.

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