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Illertissen

16.10.2018

Sie zeigen Vielfalt auf ihren Instrumenten

Maximilian Hornung am Cello und Hisako Kawamura am Flügel traten in der Schranne in Illertissen auf.
Bild: Hedwig Oschwald

Beim Konzert der jungen Künstler lauschen rund 250 Besuchern zwei Talenten an Cello und Klavier.

Einen Streifzug durch die Vielfalt der Klangfarben eines Cellos hat das Publikum beim vierten Konzert des Festivals „Junge Künstler – Stars von morgen“ mit Maximilian Hornung in der Schranne erlebt. Zusammen mit Hisako Kawamura am Klavier zeigte er, wie das Instrument seine Stimme verwandeln kann. Die rund 250 Besucher wirkten wie gefesselt und bedachten das Duo mit langem Applaus.

Mit der Sonate in D-Dur für Klavier und Violoncello von Ludwig van Beethoven eröffneten die Musiker den Konzertabend. Das 1815 entstandene Werk lag den Künstlern schon lange am Herzen, wie Maximilian Hornung erzählte, und nun konnten sie es endlich zur Aufführung bringen. Die Sonate glich einem Dialog: Dem solistisch beginnenden Klavier antwortete das Cello mit einer Gesangsstelle und drehte bald auf, ohne jedoch den feinen Ausdruck zu verlieren. Dieser Wechsel des gegenseitigen Begleitens sowie gesanglicher und klanglich aufreißender Passagen wich im zweiten Satz einer düsteren Stimmung. Hornung verlieh seinem Cello hier einen durchsichtigen Klang, der, entsprechend der Stimmung des Satzes, in sich gekehrt, aber keineswegs ausdruckslos wirkte. Dem folgte ein direkter Übergang in den dritten Satz mit vielen schnellen Läufen auf beiden Instrumenten. Hisako Kawamura entlockte dem Flügel perlende, brillierende Klänge, während das Cello zu tanzen und zu jubeln schien.

In Camille Saint-Saëns Sonate c-Moll für Klavier und Violoncello, entstanden 1872, kamen die tiefen, dunklen Klänge des Cellos besonders zur Geltung. Hornung wanderte mühelos die ganze C-Saite entlang, entlockte seinem Instrument Aufschreie in der hohen Lage, einen zupackenden Klang bei Doppelgriffen und sonore Klänge in der Tiefe. Mit durchsichtigen, lang ausgehaltenen Tönen und Pizzicati begleitete er die melodiös fließenden und glockenartigen Passagen des Klaviers. Schließlich schaukelte sich das Duo bis zum Schlussakkord hoch und Hornung konnte im Anschluss ein gerissenes, von der Spitze hängendes Bogenhaar vorweisen.

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Junge Künstler zeigen ihr Können in Illertissen

Dass Frédéric Chopin Pianist war, ist seiner Sonate von 1846 für Violoncello und Klavier deutlich anzumerken. Der virtuose Charakter des eröffnenden Klaviersolos zog sich durch das gesamte Werk. Kawamuras Part war alles andere als der einer reinen Begleiterin: Sie konnte bei vielen temporeichen Stellen ihr gesamtes Technikrepertoire abgreifen und bewies elegante Fingerfertigkeit. Durch den von Intensität geprägten Einstieg des Cellos mit ausdrucksvollem Vibrato kam die Größe des Instrumentes zur Geltung. An den sensibleren Stellen konnte Hornung den ganzen Tonumfang seines Cellos zeigen und bis zum Ende des Griffbretts wandern. Beim verträumten Largo, in welchem das Klavier den Charakter transportierte, kam vor allem in der tiefen Lage die dem Cello nachgesagte menschliche Stimme zum Vorschein.

Im Finale riss die Pianistin mit einem lebhaften Beginn das Publikum aus der Verträumtheit. Nun war ein schnelles Umschalten gefragt: Am Klavier galt es, Läufe und Sprünge in hohem Tempo zu meistern, am Cello den Wechsel zwischen ebensolchen, schnellen Doppelgriffen und Saitenübergängen. Schließlich steigerte sich die Musik furios bis zum Schlussakkord. Den Gegenpol bildete die Zugabe, ein besinnliches Wiegenlied von Robert Schumann, in welchem die Zuhörer noch einmal versinken konnten.

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